Smartphones mit Fingerabdrucksensor: Nützliche Sicherheitsfunktion – wenn sie funktioniert

Das Samsung Galaxy S8 ist ein Smartphone mit Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Beim Galaxy S8 befindet sich der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und ist nur schwer von der Kameralinse zu unterscheiden. (Bildquelle: amazon.de)

Wie bewerten Fachmagazine Smartphones mit Fingerabdrucksensor in ihren Testberichten?

Heutzutage besitzt nahezu jedes Smartphone jedweder Geräteklasse – von der günstigsten Einsteigerklasse bis hin zu hochpreisigen Highend-Smartphones einen eingebauten Fingerabdrucksensor. Daher unterscheiden sich die Testberichte nicht in ihrem Fokus auf die Merkmale. In Bezug auf den Sensor sind jedoch zwei Dinge besonders wichtig: Einerseits muss der Fingerabdrucksensor komfortabel zu bedienen und gut mit einem Finger zu erreichen sein, ohne dabei groß umgreifen zu müssen. Andererseits sollte er zuverlässig und schnell reagieren – nicht selten geben Tester eine Abwertung für einen ungünstig platzierten Sensor. Das ist oft der Fall, wenn sich dieser auf der Geräterückseite befindet. Beim Samsung Galaxy S8 beispielsweise kritisierten sehr viele Tester – unter anderem der E-MEDIA – die Position des Sensors. Sehr nah an der Kameralinse spürt man bei der Bedienung nicht, ob man nun den Finger auf dem Sensor oder fälschlicherweise auf der Linse abgelegt hat.

Was für Möglichkeiten bieten Smartphones mit Fingerabdrucksensor

Ein Fingerabdrucksensor ermöglicht die Sicherung von Daten oder das grundlegende Entsperren des Geräts über den Finger. Das Feature wirkt nach wie vor modern und ermöglicht es, bisherige Bildschirmsperren zu ersetzen – etwa das langwierige Eingeben von Codes oder Zeichnen von Mustern. Darüber hinaus koppeln viele Hersteller zusätzliche, sicherheitsrelevante Funktionen an den Sensor, etwa Bezahlvorgänge. So kann ein Smartphone mit NFC-Funkmodul an ein Bezahlpad gehalten werden und der Fingerabdruck autorisiert die Zahlung. Auch das Kaufen einer App kann über den Sensor final bestätigt werden, sodass kein Unbefugter Nutzer Zugang zur Bezahlvorgängen bekommt. Die Umsetzung der Technik erfolgt dabei im Wesentlichen recht einheitlich. Die meisten Hersteller integrieren den Sensor einfach in den ohnehin vorhandenen Start- oder Home-Button. Es gibt aber auch Unternehmen wie etwa LG Electronics oder Samsung, die ihn teilweise separiert auf der Rückseite unterbringen. Damit sind dann andere Bedienlogiken möglich, da man damit eben die Funktionalität von Home-Taste und Sensor entkoppelt.

Hat die Fingerabdrucksensor-Technik mittlerweile ausgedient?

Einige namhafte Hersteller wie Samsung setzen bereits seit einigen Generationen auf die zusätzliche Möglichkeit, das Smartphone mithilfe des Gesichts oder der Iris im Auge zu entsperren. Das ist nicht immer zuverlässig: Samsungs Iris-Scanner ließ sich beispielsweise durch ein Foto des Smartphone-Besitzers mit darauf befestigten Kontaktlinsen überlisten. Apple geht mit seinem iPhone X als erster Hersteller den großen Schritt und entkoppelt das Smartphone vollständig vom Fingerabdrucksensor. Per Face ID kann das Smartphone laut Hersteller zuverlässiger und sicherer als mithilfe des Fingers entsperrt sowie Informationen gesichert werden. Es ist zu erwarten, dass weitere Hersteller dies als Trend ansehen und diesbezüglich nachziehen werden. Da diese Technik aber relativ teuer ist, dürfte sich dieser eventuelle Trend ausschließlich auf Top-Modelle beziehen – günstigere Mittelklasse-Modelle dürften weiterhin per Finger entsperrbar sein.

Autor: Julian