Dual-SIM-Smartphones (Handys): Der Teufel liegt im Detail – Hybridslots und LTE-Teilunterstützung

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Wie werden Dual-SIM-Smartphones getestet?

Dual-SIM-Smartphones im Überblick Verschiedene Dual-SIM-Handys großer Hersteller (Bildquelle: amazon.de)

Grundlegend ändert sich von den technischen Eigenschaften her nichts, wenn ein Smartphone auch Dual-SIM-Steckplätze unterstützt. Die Single-SIM-Varianten entsprechen heutzutage durchgehend den Dual-SIM-Versionen, viele Hersteller bringen sogar nur noch allein die Dual-SIM-Modelle an den Markt. Entsprechend testet kaum noch ein Testmagazin die Dual-SIM-Eigenschaften oder berücksichtigt diese irgendwie speziell in seiner Wertung. Ein Grund, genauer hinzublicken. Denn es gibt sehr wohl Eigenschaften, auf die Sie achten sollten. So sind viele Geräte mit einem Hybrid-Slot anstelle dreier Steckplätze ausgestattet – dann muss sich der Nutzer entscheiden, ob er lieber eine zweite SIM-Karte oder eine Speicherkarte verwenden möchte. Das kann schmerzhaft sein, wenn intern nur sehr wenig Speicherplatz zur Verfügung steht.

Warum brauche ich überhaupt Dual-SIM?

Wer zwei SIM-Karten einlegen kann, ist in der Lage, die teuren Tarife des Netzbetreibers zu umgehen. So kann der Nutzer eine SIM für die Festnetz-Flatrate des einen Anbieters, die SIM eines anderen Anbieters aber für günstige Gespräche in andere Netze nutzen. Und in der Tat ist das – neben der parallelen Nutzung privater und geschäftlicher SIM-Karten – das Hauptargument für den Erwerb eines solchen Handys. Daneben erlauben Dual-SIM-Smartphones die Nutzung einer ausländischen Prepaid-Karte, um preiswert aus dem Ausland nach Hause telefonieren zu können. Gleichzeitig bleibt man auf der heimischen SIM-Karte erreichbar.

Sind beide SIMs parallel aktiv?

Moderne Dual-SIM-Handys leiden auch nicht mehr unter dem Nachteil, dass zu jedem Zeitpunkt jeweils nur eine SIM-Karte aktiv sein kann. Einmal abgesehen von billigen Modellen von asiatischen No-Name-Herstellern muss man also nicht mehr mühsam das Mobiltelefon neu booten, um die andere Karte verwenden zu können. Stattdessen ist man stets auf beiden Karten erreichbar, bei abgehenden Anrufen wählt man einfach die gewünschte SIM aus oder legt dafür ein Kurzprofil an, welches die Steuerung automatisch vornimmt.

Wie wähle ich beim Anruf die richtige SIM-Karte aus?

Sobald man mit einem Dual-SIM-Modul aktiv telefoniert, wird es technisch gesehen kompliziert. Die meisten aktuellen Dual-SIM-Handys unterstützen nur "Dual Standby". Das heißt, beide Karten sind auf Empfang, man ist also stets voll erreichbar. Wird aber aktiv ein Anruf getätigt, ist man für diese Zeitspanne bei dieser Lösung nicht auf der anderen Karte erreichbar. Wer echtes Dual-SIM sucht, sollte daher nach dem Schlüsselbegriff "Dual Active" Ausschau halten. Dann bleibt man auch während Telefonaten auf beiden Karten erreichbar. Das Problem betrifft auch große Hersteller. Wie genau Dual-SIM bei Android aussieht, hat das Magazin AndroidPit gut gezeigt. Qualcomm hat im Übrigen in Zukunft ein Patent eingereicht, bei dem sogar parallele Telefonate möglich sein sollen – dann könnten zwei Nutzer mit jeweils einem Bluetooth-Headset unabhängig über das gleiche Telefon Gespräche führen.

Wieso beherrscht mein Dual-SIM-Handy kein LTE?

Bislang gibt es nur wenige Dual-SIM-Modelle, die auch auf beiden SIM-Karten-Slots LTE unterstützen. In der Regel ist nur der erste Steckplatz vollwertig unterstützt, der zweite bietet nur GSM. Das sollte man beim Einlegen zwecks kluger Tarifwahl beachten: Wer auch Datentarife nutzen können möchte, muss den richtigen Slot erwischen.

Warum hat mein Dual-SIM-Handy keinen Speicherkarten-Steckplatz?

Huawei Honor 9 Huawei gehört mit seiner Tochtermarke Honor zu den eifrigsten Dual-SIM-Anbietern, setzt aber oft auf Hybrid-Slots: Huawei Honor 9 (Bildquelle: huawei.de)

Eine Unsitte bei Dual-SIM-Handys vor allem der niedrigeren Preisklassen ist die Verwendung von Hybrid-Slots. Dabei muss man sich im zweiten Steckplatz entscheiden, ob dort eine zweite SIM-Karte oder eine Speicherkarte eingelegt wird. Beides zusammen geht nicht, weil dafür der obligatorische dritte Steckplatz fehlt. Tatsächlich ist es also sehr ungewöhnlich, dass ein Dual-SIM-Gerät tatsächlich keinen Speicherkartenslot besitzt. Vielmehr versteckt sich der Steckplatz für die Speicherkarte im zweiten SIM-Schacht. Der Nutzer hat nun die nervige Wahl, was ihm wichtiger ist – die Flexibilität bei der Tarifwahl oder zusätzlicher Speicherplatz. Gerade bei Einsteiger-Smartphones mit wenig internem Speicherplatz ist das ausgesprochen ärgerlich. Bei Geräten mit viel Speicher verliert das Problem natürlich an Brisanz.

Dual-SIM-Smartphones mit dem meisten Speicherplatz:

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Samsung Galaxy S10 Gut(1,6)
2 Huawei Mate X
3 Huawei Honor View20 Sehr gut(1,5)

Autor: Janko