Einfache Handys: Strahlung (SAR-Wert)

Die Gefährlichkeit oder eben auch Unbedenklichkeit von Handy-Strahlung ist nach wie vor umstritten. Die Wechselwirkung von Funkwellen mit dem menschlichen Körper wird in zahlreichen Studien immer noch intensiv untersucht. Zwar hat eine französische Studie bei sehr intensiver Nutzung einen Anstieg von Hirntumoren nachweisen können, gleichwohl bleibt das Thema umstritten. Etwas Vorsicht kann aber nicht schaden: Damit dem Kunden dies möglich ist, wurde mit dem sogenannten SAR-Wert ein Vergleichswert geschaffen, dessen Messung seit 2001 bereits einheitlich geregelt ist.

Die „Spezifische Absorbtionsrate“ (SAR) gibt dabei an, wie viel Sendeleistung der Körper beim Telefonieren aufnimmt. Der aktuell gültige Grenzwert beträgt dabei 2 Watt je Kilogramm Körpergewebe, meist einfach abgekürzt als „2 W/kg“. Er stammt als Empfehlung von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierenden Strahlen (ICNIRP) und ist zumindest in der Europäischen Union gemäß der Norm EN 50360 gesetzlicher Grenzwert für hierzulande verkaufte Mobiltelefone.

Für Kinder noch strengere Grenzwerte gefordert

Einige Experten sind jedoch der Ansicht, dass dieser Grenzwert noch nicht niedrig genug liegt. Vor allem für den Schutz von Kindern werden noch deutlich strengere Grenzwerte gefordert, denn diese sollen aufgrund ihrer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung besonders empfindlich auf Strahlung reagieren. Das Umweltsiegel „Der Blaue Engel“ könnte eine entsprechende Lösung darstellen. Dieses wird nur dann einem Handy verliehen, wenn der SAR-Wert weniger als 0,6 W/kg beträgt.

Leider werden die Verbraucher darauf noch eine Weile warten müssen, denn die Mobilfunkhersteller halten sich extrem zurück, was dieses Thema angeht. Obwohl rund 30 Prozent der verfügbaren Handys auf dem Markt die strengen Grenzwerte des Blauen Engels einhalten, bewerben sich die allerwenigsten Unternehmen um eine entsprechende Auszeichnung. Ein positives Beispiel war beispielsweise vor einiger Zeit das Kinder-Handy von Kandy Mobile.

Tatsächliche Strahlenbelastung deutlich niedriger

Für Erwachsene jedoch gilt derzeit ein SAR-Wert von bis zu 2 W/kg als absolut unbedenklich. Dies liegt auch darin begründet, dass die tatsächliche Strahlenbelastung durch ein Handy meist deutlich unter dem maximal ermittelten Wert liegt. Denn die Mobilfunknetze sind fähig, die Leistung dynamisch dem jeweils erforderlichen Bedarf anzupassen. Das heißt: Das Handy sendet immer nur mit der minimal benötigten Leistung für den Kontakt zur Basisstation.

Vor allem innerhalb von Städten ist das Mobilfunknetz so gut ausgebaut, dass ein Handy nur wenig Leistung aufbringen muss, um die nächste Basisstation erreichen zu können. Daher kann ein Handy mit 1,0 W/kg Maximal-SAR problemlos bei 0,4 bis 0,5 W/kg im durchschnittlichen Betrieb liegen. Auf dem Land freilich sieht das etwas anders aus, da hier die Entfernung zum nächsten Sendemasten ungleich größer ist – aber auch hier wird natürlich der ermittelte Maximalwert nicht überschritten, ansonsten wäre es kein Maximalwert. Zugleich jedoch sinken seit Jahren die Strahlungswerte von Smartphones an sich. Mittlerweile gibt es zahlreiche Geräte, die bei deutlich unter 1,0 W/kg liegen und damit ohnehin sehr niedrig strahlen.

Praktische SAR-Übersicht verfügbar

Bei manchen Herstellern ist es trotzdem gar nicht so einfach, den SAR-Wert eines Handys auf Anhieb zu ermitteln. Diesen findet man manchmal nur in komplexen, technischen Übersichtsseiten oder auf Sammelübersichten im Servicebereich der Websites. Das geht aber an der Einkaufsrealität des Verbrauchers vorbei. Daher ist die Website HandyWerte.de ein hilfsreiches Instrument beim Handy-Kauf: Hier finden Sie die SAR-Werte nahezu aller bekannten Handys, so wie sie das EMF-Institut aus den Angaben in Fachzeitschriften, bei den Herstellern oder vom Bundesamt für Strahlenschutz zusammengestellt hat.

Autor: Janko