Einfache Handys: Mobiltelefone ohne Kamera

Auf den ersten Blick mag es verwunderlich wirken: Doch es gibt Menschen, die suchen gezielt nach Handys ohne integrierte Kamera. Und das ist ein schwieriges Unterfangen, denn mittlerweile besitzen selbst die einfachsten Einsteigermodelle ein solches Feature. Trotzdem gibt es noch eine Handvoll Alternativen, wenn sie auch technisch nur wenige Nutzer zufrieden stellen dürften. Aber vor allem im Beruf kann dieser Kompromiss manchmal einfach vonnöten sein.

Kameranutzung in vielen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen verboten

Denn vor allem in größeren Unternehmen kommt es nicht selten vor, dass Kameras auf dem Werksgelände verboten sind. Dies gilt insbesondere für Beschäftigte in Forschung und Entwicklung. Auch Handy-Kameras sind von diesem Verbot naheliegenderweise betroffen. Wer stattdessen ein Gerät ohne Kamera mit sich führt, kann es auch auf dem Werksgelände nutzen und bleibt nach wie vor erreichbar. Vor allem, wenn man auf mobile E-Mails und elektronische Notizen angewiesen ist, ist dies natürlich ein unschlagbarer Vorteil.

Und auch nicht wenige Normalverbraucher verzichten auf eine Kamera im Handy. Gründe dafür gibt es eine Menge: Passionierte Fotografen nutzen ohnehin lieber eine richtige Kamera, Eltern wollen ihren Sprösslingen nur ein einfaches Telefonie-Handy geben und wiederum andere sehen angesichts der hohen Auslöseverzögerungen gar keinen Sinn in Handy-Kameras. Trotzdem ist die Digitalkamera im Handy heute beinahe Pflicht, da ein Großteil der Kundschaft gerne damit herumspielt. Und seitdem die Kompaktkameras nahezu obsolet geworden sind, wird es für Kunden immer schwieriger kameralose Handys zu finden.

Klassiker, die noch immer erhältlich sind

So schrumpft der Markt zusehends – selbst einfachste Handys haben oftmals zumindest VGA-Kameras. Auch wenn deren Qualität so unterirdisch schlecht ist, dass man nun wahrlich darauf verzichten könnte...

Wer heute ein Gerät ohne Kamera sucht, muss in der Vergangenheit suchen: Vor allem Nokia, LG und Samsung boten früher entsprechende Modelle an, die auch heute noch erhältlich sind und preislich meist unter 80 Euro liegen. Das Nokia 6021 und das Nokia 1650 gehören ebenso in diese Gruppe wie das neuere Nokia 100. Bei LG gehören die GB-Baureihe oder das beliebte KP100 dazu - Samsung hat die B-Baureihe im Angebot, darunter das B-300. Auch die E-Serie (GT) bietet kameralose Modelle. Seltener mischt auch Motorola in diesem Segment mit. Vor allem das Musik-Handy W230 und das MotoFONE F3 sind an dieser Stelle zu nennen.

In der Preisklasse darüber wird die Luft für kameralose Handys schon erheblich dünner. Sehr beliebt ist hier aber das Nokia 3109 – es besitzt einen MP3-Player, einen microSD-Kartenslot, USB und Bluetooth, Java-Unterstützung und kann sogar mobil ins Internet. Das Nokia 3109 ist ein Allrounder ohne Kamera und daher eine klare Empfehlung wert. Ansonsten bieten in der Mittelklasse aber mittlerweile fast alle Handys eine Kamera - erst Recht seit Beginn der Smartphone-Ära.

Modernere Einfach-Handys ohne Kamera

Heute werden im Grunde nur noch in zwei Segmenten entsprechende Geräte angeboten. Beim einen handelt es sich um die sogenannten Senioren-Handys. Sie wenden sich an ältere und/oder körperlich eingeschränkte Personen und sind schon alleine deshalb technisch von sehr schlichter Ausführung - gleichwohl finden sich hier auch brauchbare Nur-Telefonie-Modelle, die viele gerne als Zweithandy nutzen. Das Emporia RL1 ist so ein Gerät, ebenso das Emporia Elegance oder das Panasonic KX-TU311.

Die zweite Gruppe sind die Outdoor-Handys. Sie setzen vor allem auf Robustheit, Ausdauer und Telefonie ohne jeden Schnickschnack. Ein Sonim XP1301 Core macht sich auf einem Firmengelände besonders gut, aber auch ein Utano U360 mag den einen oder anderen überzeugen. Leider sind auch die beiden nun wieder schon etwas älter... denn auch bei den Outdoor-Modellen hat nun langsam die unvermeidbare Modernisierung eingesetzt.

Business-Modelle ohne Kamera

Unter den Smartphones finden sich wiederum keine Geräte mehr ohne Kamera. Einst war das anders: Da gab es spezielle Geschäftskundenmodelle für diesen Zweck, insbesondere von Nokia und Research in Motion / BlackBerry. Bei Nokia waren diese aber meist nur auf Nachfrage erhältlich, so zum Beispiel das Nokia E51, noch älter das E61. Research in Motion gehörte lange Zeit den zu den wenigen Herstellern, die zahlreiche Modelle ohne Kamera im Angebot hatten. BlackBerry-Smartphones galten daher lange Zeit als ein Muss für Werksarbeiter. Sehr beliebt in der Hinsicht: Der BlackBerry 8800 bzw. 8820. Das Topmodell in dieser Hinsicht war sicherlich der BlackBerry Bold 9000, das Gerät hat nun aber auch schon wieder viele Jahre auf dem Buckel.

Denn leider hat eine zunehmende Orientierung von BlackBerry in Richtung Privatkundensegment mit dieser Tradition brechen lassen: Alle aktuellen Geräte besitzen auch integrierte Kameras. Da gibt es oft nur eine Alternative: Sich vom BlackBerry-Admin der Firma die Kamera sperren lassen, sofern es dafür in der Firma kundige Experten gibt. Ferner gibt es mittlerweile spezialisierte Unternehmen, die aus BlackBerrys die Kamera nachträglich wieder entfernen. Dieser Weg ist natürlich mit nicht unerheblichen zusätzlichen Kosten verbunden.

Autor: Janko