HDMI ist für heutige Top-Smartphones in den Augen vieler Käufer ein Pflichtmerkmal. Man erwartet mittlerweile schlichtweg, dass auf dem Smartphone hinterlegte HD-Videos auch in voller Auflösung auf einem großen Fernsehbildschirm betrachten werden können. Und auch für die Diashow nach dem Urlaub ist das HDMI-gerüstete Foto-Handy ideal. Kleines Manko: Damit muss in den Geräten für noch eine Schnittstelle Platz geschaffen werden, zudem belastet eine HDMI-Verbindung den Akku stets ganz besonders. In kürzester Zeit ist es mit der Videoshow zu Ende.

MHL erspart einen Spezialanschluss

Daher wurde mit MHL (Mobile High-Definition Link) ein neuer Standard geschaffen, der beide Probleme mit einem Schlag löst. Denn die ebenfalls kabelgebundene Schnittstelle wird in Form einer Micro-USB-Buchse ausgeführt. Möglich wird die HD-Datenübertragung über ein spezielles Adapterkabel mit einer 5-Pin-Belegung. Auf diese Weise lassen sich über die MHL-fähige USB-Schnittstelle Video- und Audiosignale in High Definition übertragen und das Handy kann gleichzeitig geladen werden, denn nur drei der fünf Pins werden zur Datenübertragung genutzt.

Es existieren verschiedene Ausführungen

Allerdings bedingt dies, dass der Fernseher oder TV-Monitor mit einer ebenfalls MHL-fähigen USB-Schnittstelle ausgestattet ist. Dann kann das Mobiltelefon nahezu unbegrenzt HD-Medien übertragen und gleichzeitig den Akku laden. Hat der Monitor dagegen nur eine klassische HDMI-Schnittstelle, so wird ein alternatives Adapterkabel mit HDMI-Stecker benötigt. Aber auch dann kann das Handy gleichzeitig geladen werden, wenn der Monitor diese MHL-Eigenschaft unterstützt. Die übertragene Energiemenge fällt aber geringer aus als bei USB. Und manches Gerät will sogar überhaupt keinen Strom abgeben - die Landschaft ist hier leider recht unübersichtlich.

Spezialkabel für die Steigerung der Stromzufuhr

Es gibt daher Kabelvarianten, die als Y-Kabel die Stromversorgung gesondert abzweigen. Dann führt ein Ende zum HDMI-Anschluss, das andere zu einem Netzstecker für die Steckdose. Mit MHL-2.0-Adapterkabeln soll die übertragene Energiemenge aber größer ausfallen, so das solche Sonderlösungen überflüssig werden. In jedem Fall kann das Mobilgerät mit HDMI-CEC-kompatiblen Fernbedienungen gesteuert werden.

MHL kommt nur zögerlich, MYDP steht schon in den Startlöchern

Das erste Smartphone mit MHL-Unterstützung war das Samsung Galaxy S2 im Jahre 2011. Es verzichtete daher auch auf eine HDMI-Schnittstelle. Bislang ist die Bilanz aber gemischt: MHL verbreitet sich zwar zusehends, es kommen aber noch immer Handys mit klassischer HDMI-Schnittstelle auf den Markt. Es bleibt also abzuwarten, ob und wann MHL sich endgültig durchsetzen können wird. Derzeit muss der Käufer leider ganz genau hinsehen, welche Schnittstelle das Handy nun eigentlich genau unterstützt. Und mit MYDP wartet schon ein weiterer Konkurrent am Horizont. Und seit 2016 geht der Trend sogar wieder komplett zum Verzicht und in Richtung kabelloser Verbindungen via WLAN...