Einfache Handys: i-mode - Konkurrenztechnologie zu WAP

Klassisches Handy mit i-mode-TechnikBeim Portaldienst i-mode handelt es sich um eine Konkurrenztechnologie zu WAP, die sich hierzulande nie durchsetzen konnte und 2008 vom letzten Provider (E-Plus) wieder deaktiviert wurde. o2 ließ daraufhin eigene i-mode-Pläne gleich ruhen. i-mode ist in Japan sowie einigen Nachbarländern wie Belgien oder Frankreich aber noch aktiv, wenngleich zumindest hier in Europa kaum noch von Bedeutung. Bei i-mode werden über ein spezielles Provider-Portal E-Mails (iMail), Nachrichten, Stadtpläne und weiteren Content bereitgestellt.

i-mode anfangs überlegen, aber bald im Rückstand

Bei der Umsetzung mangelte es in Europa aber stets am Willen der Provider – anders als in Japan, wo sich Provider und Inhaltegeneratoren die Kosten und Einnahmen teilen. Darüber hinaus gab es von Anfang an weitere Hürden: So war i-mode zwar anfangs deutlich flexibler und leistungsfähiger als WAP (Wireless Application Protokoll) und konnte bereits Farbseiten darstellen, doch WAP holte diesen technischen Rückstand schnell auf und blieb zu jeder Zeit deutlich günstiger als i-mode.

In Zeiten von UMTS/HSPA vollkommen überflüssig

WAP-Portale konnten sich daher fest etablieren, während sich kaum jemand für die extrem teuren i-mode-Inhalte interessierte. Hinzu kam, dass i-mode hierzulande stets nur von sehr wenigen Geräten unterstützt wurde, die von den Handy-Nutzern in der Regel als unattraktiver empfunden wurden. Auch der rapide Preisverfall der Datenpreise für das Surfen über UMTS/HSPA dürfte nicht gerade förderlich für i-mode gewesen sein, denn dank UMTS können mobile Surfer nun problemlos online gehen und im Internet surfen, ohne auf die reduzierten WAP- und i-mode-Portale zurückgreifen zu müssen.

Browser können i-mode im Ausland theoretisch darstellen

Mittlerweile sind Smartphones mit schnellen Datendiensten und großen Displays dermaßen verbreitet, dass das Bedürfnis an speziell programmierten Websites für die komprimierte Darstellung rapide sinkt. Auch WAP hat daher den Weg in die Bedeutungslosigkeit antreten müssen. Heutige Browser sind übrigens in der Lage, sowohl normale Websites als auch spezielle WAP-Portale anzuzeigen, bei entsprechende Konfiguration wären (zumindest im europäischen Ausland) auch i-mode-Inhalte anzeigbar. Aber wer benötigt diesen Content schon noch?

Autor: Janko