Smartphones (Handys): Handyakkus - Tipps zur richtigen Akkupflege

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AkkuEines der ärgerlichsten Probleme an modernen Handys ist die geringe Ausdauer: Je mehr Ausstattungsmerkmale in die kleinen Alleskönner eingebaut werden, desto schneller müssen sie in der Regel wieder an die Steckdose. Da schmerzt es umso mehr, wenn die Leistung des Akkus mit der Zeit zusätzlich nachlässt. Mit der richtigen Akkupflege kann dieser Vorgang aber deutlich verlangsamt werden – leider halten sich dazu jedoch hartnäckig falsche Vorstellungen. Im Folgenden daher ein paar wichtige Tipps im Umgang mit Handyakkus.

Grundsätzlich gibt es natürlich verschiedene Akkutypen, von denen aber nur wenige bei Handys Verwendung finden. Mittlerweile sind der Litium-Ionen-Akku (Li-Ion) und der Lithium-Polymer-Akku (Li-Po) trotz ihrer vergleichsweise hohen Herstellungskosten am verbreitetsten. Denn ihre Inhaltsstoffe sind nicht giftig und sie können ohne jede Bedenken beliebig geladen werden – ein Memory-Effekt, wie vielfach noch fest im Glauben der Anwender verankert, ist hier nicht vorhanden! Das Nachladen eines solchen Akkus kann jederzeit unabhängig seines Ladestandes erfolgen, und das bis zu 500 (Li-Po) bzw. 1.000 (Li-Ion) Mal ehe die Kapazität spürbar nachlässt.

Nicht angeschaltet laden, niemals tiefentladen

Damit diese Ladezyklen nicht allzu schnell aufgebraucht werden, sollten natürlich unnötige Stromverbrauchsfaktoren ausgeschlossen werden. Dazu zählt, dass das Handy umso mehr Strom verbraucht, je stärker es für den Kontakt zum Mobilfunkmasten senden muss. Das Gerät sollte also möglichst nicht in dicken Taschen transportiert oder im Auto genutzt werden. Auch ein beständiges Ein- und Ausschalten zieht viel Leistung, da für das Neu-Einbuchen ins Netz mehr Sendeleistung erfordert wird.

Darüber hinaus sollte das Handy möglichst im ausgeschalteten Zustand geladen werden – denn angeschaltet verbraucht es immer wieder etwas Strom, der so lange wieder nachgeladen wird, bis das Netzgerät aus der Steckdose gezogen wird. Das ist zwar nur ein kleiner Faktor – aber über die Zeit nagt auch er an der Lebensdauer des Akkus. Überladungen sind bei modernen Li-Ion-Akkus allerdings kaum möglich – dafür sorgen integrierte Sicherheitsschaltungen. Vergisst man also einmal das Handy in der Steckdose – halb so schlimm.

Vermeiden Sie jedoch Tiefentladungen. Denn wenn der Ladestand unter eine Mindestspannung sinkt, können Schäden nicht ausgeschlossen werden. Als Faustregel empfehlen Experten sogar einen Ladestand von nicht unter 30 Prozent der Höchstkapazität, auch wenn dies in der Realität wohl kaum jemanden möglich sein wird. Schließlich will man ja nicht ständig nachladen müssen, was auch wieder die Lebensdauer beeinträchtigt... Unter 15 Prozent sollte jedoch in keinem Fall gegangen werden. Geschieht dies zu oft, kann der Akku seinen Geist auch ganz aufgeben.

Bei Nichtnutzung Akku entfernen

AkkuWer sein Handy längere Zeit nicht nutzt, sollte den Akku entfernen. Denn auch im ausgeschalteten Zustand treten durch die Kontakte im Gerät Kriechspannungen auf, die den Akku Stück für Stück entladen – bis zur unbeabsichtigten Tiefentladung. Allerdings erfolgt auch außerhalb des Handys eine gewisse Selbstentladung, die man nicht vermeiden kann. Daher sollten Akkus außerhalb des Mobiltelefons bei etwa 15 Grad Celsius und mit 50 bis 60 Prozent ihres maximalen Ladestandes gelagert werden. Unter diesen Umständen tritt nur eine geringe Selbstentladung auf. Aber auch hier muss der Akku natürlich in regelmäßigen Abständen neu geladen werden – nur deutlich seltener.

Darüber hinaus sollten in jedem Fall extreme Temperaturen vermieden werden. Ein Handyakku nimmt vor allem hohe Temperaturen sehr übel, ab 50 Grad Celsius wird es kritisch. Wer sein Handy also bei praller Mittagssonne hinter der Windschutzscheibe seines Autos liegen lässt, darf sich nicht über einen schadhaften Akku wundern. Doch auch allzu weit unter 10 Grad Celsius sollte man nicht hinaus gehen. Hier reicht es ja schon, im Winter das Handy in der Jackentasche zu haben und nicht außerhalb liegen zu lassen.

Alte Nickel-Cadmium-Akkus verhalten sich anders

Früher waren dagegen vor allem die günstigen Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) weit verbreitet. Die meisten sich noch haltenden Falschinformationen zur Akkupflege stammen noch aus jenen Zeiten. Denn diese Akkus waren anfangs stark anfällig für den sogenannten Memory-Effekt. Hierbei „merkte“ sich der Akku den letzten Energiebedarf und lud künftig nur noch so viel, wie beim letzten Ladestand noch fehlte. Auch bei niedrigeren Ladeständen lud der Akku nur noch die zuvor „gemerkte“ Fehlkapazität nach.

Heute sind diese Akkus in Europa komplett vom Markt verschwunden, da die EU 2004 ein Verbot für diese Akkutypen beschlossen hat, das 2006 mit kleinen Einschränkungen vom Europäischen Parlament auch verabschiedet wurde. Eine zweijährige Übergangsfrist ist Ende 2008 abgelaufen.

Nickel-Metallhydrid-Akkus als moderne Billig-Alternative

In einer Handvoll moderner Einsteiger-Handys unterhalb der Smartphone-Klasse finden sich mit den ebenfalls günstigen Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) aber Nachfolgemodelle, bei denen besagter Memory-Effekt geringer ausfällt. Sie sind auch fähig, bei mehrmaligen kompletten Entladevorgängen nacheinander wieder eine gewisse verlorene Ladekapazität zurückzugewinnen. Einige Forscher behaupten sogar, dass bei modernen NiMH-Akkus so gut wie gar kein Memory-Effekt auftritt. Die Lebensdauer der NiMH-Akkus ist dafür aber auch niedriger: Sie beträgt nur rund 500 Ladezyklen im Vergleich zu rund 1.500 bei den alten NiCd-Akkus. Wer die Ladespannung konstant in einem recht engen Fenster hält, kann diese Ladezyklen zwar drastisch anheben, doch ist das leider mit handelsüblichen Handy-Ladegeräten nur selten möglich - und im Alltag auch kaum umsetzbar. Die zuvor genannten Empfehlungen bezüglich Tiefentladungen und Umgebungstemperaturen bei Li-Akkus gelten im Übrigen ebenso für die günstigen Ni-Akkus.

Autor: Janko