Smartphones: Ein freies Betriebssystem für alle Plattformen

TizenTizen ist wie so viele mobile Betriebssysteme derzeit ein Abkömmling der GNU/Linux-Familie und wird maßgeblich von Samsung und dem Chiphersteller Intel entwickelt. Es soll anders als die bisherigen mobilen Betriebssysteme nicht mehr primär auf die x86-Architektur von Intel oder die typische ARM-Struktur von Smartphones ausgerichtet sein, sondern plattformunabhängig funktionieren. Damit peilt Tizen noch mehr als Android ein möglichst breites Einsatzgebiet an, das weit über Mobilgeräte hinaus geht.

Soll auch Smartwatches, KFZ-Hardware und TV-Geräte flott machen

So ist nach aktuellem Stand der Entwicklung geplant, nicht nur Handys und Tablets mit Tizen auszustatten, sondern auch Netbooks, Infotainmentsysteme für Autos, TV-Hardware und sogar Gadgets wie Smartwatches. Die geringen Hardware-Ansprüche von Tizen sind dafür natürlich ein Hauptgrund, und tatsächlich hat Samsung die zweite Generation seiner Smartwatch Galaxy Gear mit Tizen ausgestattet. Damit ist das neue Betriebssystem hier sogar noch früher zum Einsatz gekommen als auf Handys, obwohl ein Smartphone bereits seit Anfang 2013 in der Entwicklung war, dann aber erst im Juni 2014 vorgestellt wurde.

Vorhandene Hardware

Entwickelt wurde dieses Medienberichten zufolge gemeinsam von Samsung und den drei Netzbetreibern France Telecom, NTT DoCoMo und Vodafone. Da somit sowohl europäische als auch japanische Netzbetreiber im Boot sind, liegt eine weltweite Vermarktung des Gerätes nahe. Allerdings wurde das Samsung Z genannte Gerät zunächst nur für den russischen Markt angekündigt. Es dürfte sich um einen Testlauf handeln, bei dem zunächst die Verkaufszahlen beobachtet werden. Die ersten Resultate sind zwar nicht bahnbrechend, haben Samsung aber animiert, ein zweites Modell zu entwickeln. Ob das Engagement künftig intensiviert wird, bleibt anzuwarten.

Entwicklungsgeschichte

Tizen basiert ursprünglich auf dem von Nokia und Intel entwickelten Betriebssystem MeeGo, welches zwar in Nutzerkreisen sehr beliebt war, aber nur auf ganz wenigen Geräten zum Einsatz kam. Ursprünglich waren die Linux Foundation, die LiMo Foundation und Intel die treibenden Entwickler, 2012 stieg dann Samsung mit ein und brachte auch sein Bada-Betriebssystem mit in die Entwicklung ein. Seitdem sind interessanterweise auch keine Bada-Smartphones mehr erschienen. Es liegt daher nahe, dass die beiden verwandten Systeme zueinander geführt wurden, um die vorhandene App-Basis von Bada auch auf Tizen-Geräten weiter nutzen zu können bzw. eine Anpassung der Programme zu vereinfachen.

Die Apps

Maßgeblich für ein System sind natürlich die vorhandenen Apps. Noch ist nicht bekannt, inwieweit die Bada-Apps Einzug halten werden, doch Samsung bemüht sich massiv um eine breite App-Landschaft. Einmalig in der App-Store-Welt ist daher das Angebot an die Entwickler: Auf der Tizen Developer Conference wurde bekannt gegeben, dass diese im ersten Jahr alle Einnahmen aus dem Verkauf der Apps für sich behalten dürfen. Das dürfte natürlich so manchen animieren, zumindest parallel zu einer Android-Version auch noch eine Tizen-Variante zu entwickeln...

Autor: Janko