Einfache Handys: AMR-WB - Gespräche in HD-Qualität

hazelNicht nur im Bereich der Festnetztelefone wird mit dem Schlagwort HD-Telefonie für kristallklare Gespräche geworben. Auch im Mobilfunk gibt es Bestrebungen, die Bandbreite für die Sprachübertragung anzuheben, ohne mehr Funkressourcen zu belegen. Die Lösung heißt hier AMR-WB (wide band). Dieser Sprachcodec hebt die Bandbreite von 3 kHz auf 8 kHz an, was nicht nur eine klarere sondern auch emotionalere Verständigung ermöglichen soll.

Sprach-Codec überträgt mehr Sprachspitzen

Denn bei der normalen Sprachübertragung werden von den eng gesetzten Bandbreitengrenzen viele Sprachspitzen, wie sie beim emotionalen Sprechen erzeugt werden, schlichtweg gekappt. Der Zuhörer versteht den Satz dank der Redundanz unseres Gehirns, das fehlende Tonsegmente aus dem Gesamtzusammenhang her ergänzt, zwar meist trotzdem, viel von der Emotionalität geht aber verloren. AMR-WB gehört dabei ebenso wie die HD-Telefonie im Festnetz zur Familie der G.722-Sprachcodecs, die künftig unsere Sprachverständigung revolutionieren sollen.

Bislang nur bei T-Mobile und Vodafone verfügbar

Doch bis es soweit ist, müssen erst noch die entsprechenden Infrastrukturen geschaffen werden. Denn bislang ist der AMR-WB-Dienst in Deutschland noch nicht weitflächig verfügbar. Die kleinen Netzbetreiber haben noch nicht einmal mit Tests in dieser Richtung begonnen, lediglich T-Mobile experimentiert bereits seit 2008 mit AMR-WB-Livetests in seinem UMTS-Netz. Seitdem sind alle Ericsson-BSCs von T-Mobile für AMR-WB vorbereitet. Einige Jahre später wurde der Dienst freigeschaltet. Vodafone folgte erst Anfang 2013. Bislang gibt es aber noch keine Gateways, welche HD-Gespräche von Netzbetreiber zu Netzbetreiber übergeben könnten.

Schwierige Informationsbeschaffung

Für den Endkunden bedeutet dies: Auch wenn manches Handy bereits mit Sprachübertragungen per AMR-WB wirbt, nützt das dem Käufer oftmals herzlich wenig. Denn nur T-Mobile- und Vodafone-Kunden können bislang AMR-WB nutzen, und das auch jeweils nur untereinander - und natürlich auch nur dann, wenn das Gegenüber ebenfalls ein Endgerät mit diesem Codec verwendet. Davon abgesehen wird das Merkmal quasi nicht beworben - man muss also leider erst mühsam beim Hersteller anfragen...

Autor: Janko