Barfußschuhe: Natürliches Laufgefühl dank dünner Sohle

Nike Free Natural Running Die Free-Reihe von Nike gilt als Prototyp für Natural Running-Schuhe. (Bildquelle: nike.com)

Was sagen Tester und Kunden zu Natural-Running-Schuhen?

In Tests von Barfußschuhen lassen die Prüfer der Fachmagazine oft fortgeschrittene Läuferinnen und Läufer in die Schuhe schlüpfen, um Aussagen über Passform und Tragegefühl machen zu können. Zudem gehen die Tester auf die Atmungsaktivität des Obermaterials ein und beleuchten die Griffigkeit der Außensohle. Da Natural-Running-Schuhe sehr wenig stabilisierende Elemente haben, gehen die Experten oft genauer auf die Schnürung ein, denn diese kann im Idealfall für eine haltgebende Stabilisation des Fußes sorgen. Immer wieder tauchen in Testberichten von Barfußschuhen Begriffe wie „sockenähnlich“ oder „handschuhähnlich“ auf, wenn es um die Beschreibung der Passform geht. Die Fachleute gehen außerdem darauf ein, ob sich die Natural-Running-Schuhe für Läuferinnen und Läufer mit einer Fehlstellung, also Überpronierer oder Supinierer eignen. Dies ist nämlich leider recht selten der Fall. So sind die meisten minimalistischen Laufschuhe auf Grund der fehlenden Stütze und Absorption eher für Neutralfußläufer geeignet.

flexible Außensohle Nike Free Die Außensohlen von Barfußschuhen sind extrem flexibel. (Bildquelle: nike.com)

Welche Eigenschaften haben Barfußschuhe?

Bei Barfußschuhen handelt es sich um sehr minimalistische Laufschuhe. Sie zeichnen sich vor allem durch eine meist extrem flache Mittelsohle aus, die ein barfußähnliches Laufgefühl vermittelt, und heben sich dadurch von Lightweightschuhen ab. Barfußschuhe sind federleicht und äußerst flexibel, um die natürliche Beweglichkeit des Fußes zu unterstützen. Durch das minimalistische Design wird dem Läufer jedoch weder Dämpfung noch unterstützender Halt geboten. Vor dem Erwerb von Natural-Running-Schuhen sollte man sich daher über deren Vor- und Nachteile im Klaren sein. Immer mehr Läufer sind von dem unverfälschten Lauferlebnis solcher Schuhe begeistert. Sie sind aus dünnem Material gefertigt und so angenehm leicht, dass man sie kaum am Fuß spürt – sie vermitteln dadurch eine sockenähnliche Passform. Die außerordentlich geringe Sprengung, also der Höhenunterschied zwischen Fersenbereich und Zehenbox, liegt meist zwischen 0 und 6 Millimetern. So wird ein natürliches, bodennahes Lauferlebnis vermittelt, das dem Barfußlaufen sehr nah kommt. Die extreme Biegsamkeit der Schuhe unterstützt diese Eigenschaft zusätzlich. Nahezu alle bekannten Laufschuh-Hersteller haben mittlerweile minimalistische Runningschuhe im Sortiment. Neben den klassischen Barfußschuhen mit einzelnen Kammern für jeden Zeh von Vibram hat sich vor allem die Free-Reihe von Nike als Liebling unter Laufsport-Enthusiasten etabliert. Aber auch die Minimalschuhe von Merrell oder Vivobarefoot sind beliebt.

Der Klassiker unter den Barfußschuhen: Vibram-Laufschuhe fallen durch ihre einzelnen Zehenkammern auf. (Bildquelle: vibram-fivefingers.de)

Was sind die Vorteile von Natural-Running-Schuhen?

Das natürliche Lauferlebnis oder auch „Natural Running“ bietet viele Vorteile. Durch das Konzentrieren aufs Wesentliche sollen unter anderem Verletzungen vermieden werden. Dabei spielt der, im Vergleich zu normalen Running-Schuhen, veränderte Laufstil eine große Rolle. Dank der fehlenden unterstützenden Elemente werden Bein- und Fußmuskulatur ungewöhnlich stark beansprucht. Somit werden längerfristig die Gelenke stabilisiert und typische Laufsportverletzungen vermieden. Idealerweise verbessert das Laufen mit Barfußschuhen die eigene Performance, denn barfuß läuft man schneller. Grund dafür ist die fehlende Dämpfung und die damit verbundene Verringerung der Bremsenergie beim Auftreten. Die Läuferinnen und Läufer mögen die Schuhe zudem wegen ihres geringen Gewichts und dem angenehmen, kaum spürbaren Tragegefühl. Außerdem ist das Obermaterial von Minimalschuhen meist sehr atmungsaktiv, sodass sie sich optimal für schweißtreibende Trainingseinheiten im Sommer eignen. Es gibt allerdings auch wasserdichte Barfußschuhe, die vor allem beim Trailrunning eingesetzt werden. Laufschuhe aus der Natural-Running-Sparte kommen besonders gut für leichte und schnelle Sportlerinnen und Sportler in Frage.

Die leichtesten Barfußschuhe

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Reebok Floatride Run Fast Pro
2 Vibram Five Fingers Signa Gut(2,1)
3 Vivobarefoot Primus Lite II Bio

Merrell Bare Access Die Sprengung bei Barfußschuhen liegt oft bei nur 0-6 Millimetern. (Bildquelle: merrell.com)

Was sind die Nachteile von Laufschuhen mit geringer Sprengung?

Doch bei all den positiven Aspekten von Barfußschuhen sind auch einige andere Eigenschaften zu beachten, bevor man sich für einen solchen Laufschuh entscheidet. So sollte man zum Beispiel nicht als Anfänger mit Barfußlaufschuhen beginnen zu laufen. Denn Grundvoraussetzung für einen gesunden Lauf ist ein gut ausgebildeter Bewegungsapparat. Bei Einsteigern ist dieser oft noch nicht ausreichend entwickelt, sodass die starke Beanspruchung von Knochen und Muskulatur nur sehr schwer kompensiert werden kann. Ein höheres Verletzungsrisiko kann die Folge sein. Aufgrund der kaum vorhandenen Dämpfungs- und Stabilisationselemente sollten unerfahrene, untrainierte sowie schwerere Läufer zunächst auf Barfußschuhe verzichten und erst mit einem gut ausgebildeten Bewegungsapparat zu Laufschuhen mit wenig Höhenunterschied zwischen Ferse und Zehen greifen.

Autor: Kai