Trekkingräder: Kaufberatung für Langstrecken-Tourer

Oben schlank, unten breit: Konisch geformte Steuerrohre sind steifer und tragen beim Trekkingbike zu einem direkteren Steuergefühl bei. (Bildquelle: stevensbikes.de)

Was zeichnet die Testsieger unter den Trekkingrädern aus?

Vorneweg: Das perfekte Trekkingrad gibt es nicht. Selbst bei den besten Modellen finden die Tester beim genauen Blick kleine Patzer, etwa zu schwache Scheinwerfer oder zu kurze Spritzschützer. Genauso wenig gibt es einen einheitlichen Kriterienkatalog für ein gutes Trekkingrad. Die eigenen Ambitionen bestimmen die Anforderungen: Soll ein universelles Trekkingbike für den Alltag, eine Sportskanone oder ein Tourenrad für epische Urlaubstouren her? Einen zu weichen Sattel halten die Tester bei sportlichen Trekkingrädern beispielsweise für kontraproduktiv. Auch die Rahmengeometrie bestimmt den Komfort: Ist mehrtägiges Kilometerfressen geplant, stellt sich bei einer dauerhaft sportlichen, gestreckten Sitzhaltung schnell Nackenstarre ein.

Ein Standard hat sich inzwischen bei allen Trekkingrädern etabliert und verbessert in den Tests immer das Punktekonto: Scheibenbremsen. Sie kommen besser mit Nässe zurecht und sind auch dann noch zu gebrauchen, wenn Sie sich eine Acht in die Felge fahren. Der klassische Bremszug ist aus dem Rennen, Hydraulik-Systeme sind heute das Maß der Dinge. Gute Bremssysteme liefert der Hersteller Magura, auch Tektro und Shimano stehen im Qualitätsranking weit oben.

Unabhängig von ihrer Ausrichtung zählen vor allem Trekkingbikes mit hoher Rahmensteifigkeit zu den Anwärtern für die obersten Ränge in den Vergleichtests. Vor allem den straßennahen Trekking-Modellen schenkt die Testpresse in diesem Punkt besondere Aufmerksamkeit, und das nicht etwa wegen der Haltbarkeit. Straffe Räder bringen Laufruhe auf die Strecke und lassen sich sicherer durch Kurven manövrieren. Spätestens beim Wiegetritt zahlt sich Steifigkeit durch mehr Direktheit und einen besseren Vortrieb aus.  Bei den Reifen lautet die Formel: Sicher und flink müssen sie sein. Sportliche Testsieger-Trekkingräder haben häufig den Marathon Supreme von Schwalbe montiert.

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Entgegenkommend: Geschwungene Lenker, deren Enden zum Fahrer hin gebogen sind, erlauben eine komfortablere Griffposition und erhalten den Fahrspaß auch über größere Distanzen; Faustregel: Schulterbreit sollte der Lenker sein. (Bildquelle: cube.eu)

Dämpfungskomfort: Pros und Contras

Eine gefederte Gabel kann beim Trekkingbike zum zweischneidigen Schwert werden. Soll es überwiegend über Straßen gehen, erzeugt eine Starrgabel besseren Vortrieb, während die Federgabel ihre Trümpfe nur abseits asphaltierter Strecken ausspielt. Optimal sind Federgabeln, bei denen sich die Dämpfung auf Knopfdruck blockieren lässt, im Idealfall spontan über einen Hebel vom Lenker aus. Sportliche Tourer und Adrenalinpendler verzichten aus Gewichtsgründen gerne auf den Komfort einer Federgabel. Günstiger ist es auch.

Schaltung: Kettenschaltwerke weiterhin dominierend

Bei der Schaltung steht nach wie vor die Kettenschaltung wegen ihres großen und fein abgestuften Übersetzungsspektrums hoch im Kurs. Bei den teuren No-Problem-Rädern konnte sich das XT-Schaltwerk von Shimano behaupten. Die Nabenschaltung holt auf: Nabengetriebe sind robuster und praktisch wartungsfrei – ein Vorteil, wenn das Rad regelmäßig im Einsatz ist. Werden sie auch noch von einem ebenso wartungsarmen Riemen angetrieben, verbessert sich die Notenwertung. Nabenschaltungen weisen in der Regel jedoch deutlich schmalere Übersetzungsbereiche auf als Kettenschaltungen – beim Fahren auf bergigem Terrain ein Nachteil. Standard sind sieben oder acht Gänge, die Alfine-Schaltung von Shimano hält elf bereit und die Speedhub-Nabe von Rohloff erhöht die Gangzahl sogar auf 14. Letztere kann beim Übersetzungsbereich sogar mit den Kettenschaltwerken mithalten, findet sich aber fast ausschließlich an Lasten- und Reiserädern.

Von federnden Sattelstützen profitieren eher gemütliche als sportliche Fahrer. (Bildquelle: pegasus-bikes.de)

Autor: Daniel