Fahrräder: Luxuriös und teuer

Kocmo Randonneur XC (Modell 2013)Leicht, unglaublich robust, perfekt verarbeitet: Rennräder mit Titanrahmen gelten als Nonplusultra. Allerdings bleiben sie für viele Biker ein Traum. Denn die Preise bewegen sich je nach Ausstattung und Hersteller zwischen 2.000 und 3.500 EUR, bei Topmodellen kann es sogar noch deutlich mehr sein. Eine gut gefüllte Haushaltskasse ist also Pflicht.

Verantwortlich für das Preisniveau sind zwei Gründe. Zum einen ist Titan schlicht teurer als Aluminium oder Carbon und zum anderen gestaltet sich die Weiterverarbeitung schwierig. Die Herstellung der Rohre etwa kostet Zeit, man benötigt spezielles Schnittwerkzeug, einzelne Hersteller nutzen – weil Schutzgas verwendet wird – für die Produktion sogar geschlossene Spezialkammern. Alles zusammen treibt Arbeitszeit und Kosten nach oben und damit natürlich auch den Preis.

Vor- und Nachteile

Unabhängig davon sind generelle Aussagen zum Handling und zu den Fahreigenschaften eines Titanrads schwierig. Denn beides hängt von weiteren Aspekten ab, zum Beispiel von der konkreten Ausstattung, dem Materialmix oder der Rahmenform. Klar ist allerdings: Ein hochwertiger Titanrahmen dämpft Vibrationen und ist perfekt verschweißt, er korridiert nicht und kommt ohne Lackschicht aus, er ist schick, elegant und immun gegen Kratzer oder Salzwasser, außerdem lassen sich Schmutzpartikel mit einem Tuch einfach abwischen. Ein Titanbike ist also – salopp formuliert – für die Ewigkeit. Im Gegenzug meinen Kritiker, dass Titan verglichen etwa mit Carbon weniger steif sei, zudem stellt sich natürlich die Frage, ob die genannten Vorteile die extremen Preise generell rechtfertigen. Denn warum sollte man statt einem guten Carbonbike ein Titanrennrad kaufen, wenn überspitzt gesagt der Mehrwert darin besteht, das es keine Schweißnähte aufweist, gut aussieht und womöglich eine längere Lebensdauer hat? Für Titanfans dürfte die Antwort klar sein, Freizeitbiker mit Normalbudget hingegen sind mit einem Rennrad aus Aluminium oder Carbon sicher besser bedient.

Autor: Stefan