Kinderrad-Hersteller: So bewerten sie die Käufer

Kinderfahrräder werden selten von Fachmagazinen getestet. Wollen Sie sich vor dem Kauf absichern, bleibt Ihnen oft nur der Blick in die Sterne. Unsere Bestenliste bietet Ihnen eine Orientierungshilfe. Besonders hell funkelt's bei Kokua, Bike*Star, Delta, Dacapo, Puky und Prometheus.


Altersangaben: Mit Vorsicht zu genießen

Ein Kinderfahrrad sollte auf keinem Fall nur ein Erwachsenenrad in Miniaturausführung sein, wie dies manchmal bei Billigrädern der Fall ist. Weder der Rahmen noch die Einzelkomponenten sind in diesem Fall auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt. Nicht selten führen außerdem die Altersangaben der Hersteller in die Irre. Die individuelle Körperstatur und die motorischen Fähigkeiten der Kinder unterscheiden sich nämlich innerhalb einer Altersstufe mitunter deutlich.

Das Alter stellt daher nur einen Richtwert dar. Wichtiger ist die Schrittlänge (nicht die Körpergröße!). Vor allem das erste Rad sollte möglichst passgenau gekauft werden: Bei niedrigster Sattelstufe müssen die Füße den Boden gut erreichen können. 12-14 Zoll-Räder eignen sich demnach für Kinder zwischen 3 und 4 Jahren (Schrittlänge ca. 44 cm), 16 Zoll Räder für 4- bis 5-jährige (Schrittlänge 48 cm). Ab 50 Zentimeter Schrittlänge kommen 14 bis 18 Zoll-Räder (5-6 Jahre), über 55 Zentimeter (6-7 Jahre) dann 16 bis 20 Zoll Modelle infrage. Für Kinder mit einem zarten Körperbau sind kleiner Zollgrößen generell besser geeignet, da die Räder wegen des schmaleren Rahmens zugleich weniger wiegen und leichter zu beherrschen sind.

Produktwahl: Worauf beim Kauf eines Kinderfahrrads achten?

Bei Kinderrädern mit 12-14 Zoll (manchmal auch „Spielräder“ genannt) sind ein tiefer Durchstieg, eine Rücktrittbremse plus einer leichtgängigen Felgenbremse (am besten mit Griffweiteneinstellung) sowie ein höhenverstellbarer Sattel und Lenker obligatorisch. Nur so ist eine individuelle, ergonomische Anpassung gewährleistet. Praktisch sind ferner ein geschlossener Kettenschutz, die Reifenbreite wiederum sollte bei 1,75 Zoll liegen. Eine Lichtanlage ist nicht vorgeschrieben (Kinderfahrräder gelten laut StVZO als „Spielzeug“) und genau wie eine Gangschaltung auch nicht unbedingt erforderlich. Experten raten dazu, auf Stützräder lieber zu verzichten, da sie sich eher negativ auf die Ausbildung des Gleichgewichtssinns auswirken und auch Stürze (Bordsteinkante!) provozieren.

16-18 Zoll Räder sind die meistgekauften Einstiegsräder. Das Kind sollte jedoch niemals erst in die Radgröße „hineinwachsen“ müssen. Die Ausstattung ist im Wesentlichen mit der kleinerer Zollgrößen identisch – mit Ausnahme der Gangschaltung. Einige Räder dieser Klasse besitzen eine 3-Gang-Nabenschaltung mit (am besten!) einem Drehgriffschalter. Die Wahl eines Kinderfahrrads mit Gangschaltung sollte jedoch von den motorischen Fähigkeiten und den Fahrkünsten des Kindes abhängig gemacht werden. Ungeübte Kinder könnten sich sonst schnell überfordert fühlen. In der 20-Zoll-Klasse hingegen sind einige Modelle sogar mit einer 6- oder 7-Gangschaltung ausgerüstet – ideal für Touren im hügeligen Gelände. Häufig rüsten die Hersteller die 20-Zöller auch mit einer Lichtanlage aus, damit sie den Anforderungen des Straßenverkehrs gerecht werden. Tipp: Ab dem 8. Lebensjahr dürfen Kinder auf die Straße. In diesem Fall ist eine verkehrssichere Ausstattung Pflicht.

Kinderfahrräder ab 24 Zoll richten sich an Kinder ab ungefähr dem 8. oder 9. Lebensjahr (Schrittlänge größer als 70 cm).

Autor: Wolfgang