Fully-E-Bikes: Fullys mit Elektroantrieb

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Haibike eQ Xduro FS RC - Shimano SLX (Modell 2013)Fast jeder Bikehersteller hat heute mehrere E-Fullys im Angebot - also vollgefederte Mountainbikes mit Elektroantrieb. Wo liegen die Vorteile des Konzepts, wo die Nachteile? Gibt es bestimmte Details, auf die beim Kauf besonders zu achten sind? Ein Überblick.

Das Gros an E-Fullys zählt generell zur normalen Pedelec-Familie. Sprich: Der zuschaltbare Hilfsmotor hat im Unterschied zu stärkeren S-Pedelecs ein Leistungsniveau von unter 250 Watt und erlaubt Geschwindigkeiten von maximal 25 km/h. Man benötigt demnach rein rechtlich gesehen weder Helm, Führerschein und Kennzeichen noch eine spezielle Zulassung. Ziemlich saftig indes ist dabei das Preisniveau. So muss man - erstens aufgrund der komplizierten Antriebstechnik und zweitens aufgrund der speziellen Anforderungen an Feder- und Bremssysteme - für ein E-Fully in ordentlicher Qualität im Normalfall mindestens 2.500 bis 3.000 EUR einkalkulieren.

Sinnvoll für ältere Semester

Nützlich wiederum ist der Elektroantrieb vor allem für Cross-Country-Fans, denen auf knackigen Anstiegen mitunter die Puste ausgeht. Sie erhalten vom Motor falls gewünscht die nötige Unterstützung und sind dadurch jederzeit ausgeruht genug, um Abfahrten konzentriert bewältigen und genießen zu können. Dank mehrerer Einstellungsstufen lässt sich die Motorleistung dabei meist individuell anpassen, außerdem bieten Topmodelle zum Teil interessante Zusatzfeatures - etwa ein Navisystem oder eine Smartphone-Schnittstelle. Montiert indes ist das Ganze bei Fullys immer mittig im (tiefen) Bereich des Tretlagers. Vorteil dieser Konstruktion: Da sich das Gewicht ähnlich zentral verteilt wie bei einem Mountainbike ohne Motor, ergibt sich ein sicheres Fahrfeeling, zudem erlaubt sie den Einbau handelsüblicher Schaltungssysteme.

Keine Leichtgewichte

Im Gegenzug haben E-Fullys natürlich auch Nachteile. Zu nennen wäre hier neben den hohen Kosten in erster Linie das aufgrund des Antriebsystems stattliche Gewicht (20 bis 25 Kilogramm). Weiterhin besteht natürlich die Gefahr, dass dem Motor-Akku - wenn man falsch kalkuliert - während einer Tour der Saft ausgeht. Und: Verglichen mit einem normalen Bike fühlt sich ein E-Fully schlicht anders an - trotz ähnlicher Gewichtsverteilung. Zumindest Einsteiger sollten vor dem Kauf deshalb beim Fachhändler Probe fahren, falls nötig das Fahrwerk anpassen lassen sowie Ratschläge zu den Federwegen (meist 120 bis 140 mm), zum Federgabel-Aufbau (Steckachse) oder zur Größe der Bremsscheiben (oft 180 mm) einholen. Gerade die zwei Letztgenannten Details sind hier von Bedeutung - schließlich werden sie aufgrund des hohen Gewichts besonders belastet und müssen aus Sicherheitsgründen demnach optimal gewählt sein.

Autor: Stefan