Wie werden Micro-SDHC-Speicherkarten getestet?

SanDisk SDHC mit UHS-1 Eine MicroSDHC-Karte mit maximal möglicher Kapazität und Logos für Class 10 und UHS 1 (rechts). (Bildquelle: amazon.de)

Tempo ist alles – so lassen sich Tests zu Speicherkarten zusammenfassen. Eine Speicherkarte für sich zu betrachten, ist für Testmagazine wenig erhellend. Deshalb wird hier vor allem auf Vergleichstests gesetzt. In den teilweise sehr umfassenden Vergleichen nimmt das Lese- und Schreibtempo die größte Rolle ein, so zum Beispiel beim Vergleichstest der PC-Welt in Ausgabe 8/2015. Die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Vergleichsprodukten fallen oft nur gering aus, weshalb die anderen wertungsrelevanten Aspekte durchaus einen großen Einfluss auf die endgültige Wertung haben können.

Zu den weiteren wertungsrelevanten Themen gehört – wie so häufig – das Preis-Leistungs-Verhältnis, das bei Speicherkarten in der Regel als einfache Preis-pro-Gigabyte-Rechnung ermittelt wird. Hinzu kommen weitere Details wie Verpackung und Lieferumfang (zum Beispiel Adapter und Schutzhüllen) oder auch die Dauer der Herstellergarantie.

Was bedeuten die Geschwindigkeitsklassen bei Micro-SDHC-Karten?

Die sogenannte SD Association, bestehend aus führenden Vertretern der Speicherindustrie, verabschiedet regelmäßig neue Geschwindigkeitsnormen, die jeweils mit einem Siegel signalisiert werden. Die am weitesten verbreitete Geschwindigkeitsklasse ist „Class 10“. In der Praxis fallen die Anforderungen für das Ergattern dieser Auszeichnung sehr gering aus: Die Karte muss eine Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 MB/s erreichen. Diese liegt unter dem Niveau von einfachen USB-Sticks, ist also nicht zwangsweise schnell.

Viel aussagekräftiger als die Geschwindigkeitsklasse ist die UHS-Zertifizierung. Prangt auf der SDHC-Karte eine UHS-Kennzeichnung, so kann man von deutlich höheren Schreibraten ausgehen. Für die Arbeit mit großen Dateien, zum Beispiel in der Videokamera oder bei sehr hochauflösenden Fotos im RAW-Format, empfiehlt sich auf jeden Fall der Griff zu SDHC-Karten mit UHS. Für 4K-Videomaterial und einer Bildrate von 60 fps empfiehlt sich eine Karte mit UHS-II-Spezifikation.

Wie lange halten SDHC-Karten?

Die Lebensdauer ist letztlich abhängig von der Nutzungsintensität. Eine hohe Schreiblast, zum Beispiel bei Camcordern, kann die Lebensdauer einer SDHC-Karte verkürzen. In der Regel halten die kompakten Speicherkarten aber ähnlich lange wie externe SSD-Festplatten. Bei normaler Nutzung sind in der Regel 4-5 Jahre kein Problem. Allerdings häufen sich in Käuferrezensionen zu SDHC-Karten Beschwerden über arg verfrühte Ausfälle – vermutlich eine Folge des intensiven Preiskampfs der Hersteller, die zur Senkung der Produktionskosten die Qualitätskontrolle vernachlässigen.

Autor: Gregor L.