Speicherkarten: Flashspeicher: Die gängigsten Speicherkarten-Formate

Speicherkarten gibt es nicht nur mit verschiedenen Speicherkapazitäten und Übertragungsgeschwindigkeiten, sondern auch in einer Vielzahl von verschiedenen Formaten. Der Ratgeber stellt die vier wichtigsten der Reihe nach vor. Unter der großen Vielfalt an Speicherkarten haben sich hauptsächlich vier Formate durchgesetzt: Secure Digital (SD), CompactFlash-Card (CF), MemoryStick (MS) und Extreme Digital (xD), wobei der SD-Standard sich immer mehr zum Standard entwickelt.

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Secure Digital (SD) – der Platzhirsch

SD-Speicherkarten besitzen den größten Marktanteil. Die Karten unterstützen das so genannte Digital Rights Management (DRM), das heißt, die Daten können mit einer Kopierschutzfunktion versehen werden („Secure“). Über einen an der Seite befindlichen Schalter schützt man sie außerdem gegen versehentliches Löschen. Bei den Karten selbst handelt es sich um eine Weiterentwicklung der mittlerweile ungebräuchlichen MultiMedia-Card (MMC). Sie sind nur eingeschränkt miteinander kompatibel, denn die MMCs passen in einen SD-Slot, nicht jedoch umgekehrt.

kingstonsdhcklasse24gb-144-144764Aktueller Standard bei den SD-Karten ist SDHC, mit dem bis zu 32 GB Kapazität möglich sind.  Die SDHC-Karten werden von den Herstellern mit Zusätzen wie „Ultra“, „Extreme“oder „Ultima“ vermarktet, aber in der Praxis sind die Datenraten selten bedeutend höher. SDHC wird inzwischen nach und nach vom SDXC-Standard verdrängt, der theoretisch bis zu 2 Terabyte Kapazität zulässt.

… auch im Miniformat

kingstonmicrosd2gb-111-111980 Noch weiter verbreitet ist die microSD-Karte, insbesondere im Handy-Bereich. Damit sie auch an eine herkömmlichen SD-Kartensteckplatz passen, werden sie meistens mit einem Adapter ausgeliefert. MicroSD-Karten erreichen aktuell Kapazitäten bis zu 512 GB, theoretisch sind auch hier mit microSDXC bis zu 2 Terabyte möglich. Die Preisspanne ist dabei allerdings enorm. Was ultrakompakte Speicherlösungen angeht, ist microSD absoluter Standard, echte Alternativen gibt es nicht.

 

CompactFlash-Card – die Schnelle

kingstoncompactflashultimate266x8gb-118-6-118437CF-Karten geraten angesichts der Marktdominanz der SD-Karten zusehends ins Hintertreffen. Dabei bieten sie schnelle Übertragungsgeschwindigkeiten, weswegen sie hauptsächlich in Spiegelreflexkameras vorkommen. Die maximale Geschwindigkeit soll laut Standard 4.0 bei 133 MB/s liegen. Spitzenmodelle erzielen in Test Werte um 85 MB/s (Lesen) beziehungsweise 40 MB/s Schreiben. CF-Karten gibt es in zwei Bauformen, der gängigere und dünnere Typ I sowie Typ II. Ein weitere Vorteil ist außerdem die Robustheit von CF-Karten.

xD-Picture – die Eigenwillige

xD-Picture-Karten wurden von Fujifilm und Olympus entwickelt und sind auch nur in den Digitalkameras dieser Hersteller zu finden. Sie sind eher Exoten auf dem Speicherkarten-Markt und mit maximal 2 GB Speicherkapazität sowie in zwei Versionen (M, H) lieferbar. Im direkten Vergleich mit einer SD-Karte sind sie recht langsam – und erfordern wie bei Sony mitunter einen extra-Kartenleser

Kartenleser – Bändiger der Formatvielfalt

Liest 62 Formate: USBfever 62-in-1 Card Reader Liest 62 Formate: USBfever 62-in-1 Card Reader

Notebooks haben häufig einen integrierten Kartenleser für Speicherkarten, Desktop-PC nicht unbedingt. Angesichts der Vielfalt der (in einem Haushalt vorhandenen) Formate ist ein Kartenleser daher in vielen Fällen eine sinnvolle Zusatzinvestition. Die Geräte werden an den USB-Port angeschlossen und sind zum Teil ein wahre Lesekünstler. Im Handel sind Lesegeräte für bis zu 64 Formate lieferbar, mit denen man für alle Eventualitäten gerüstet ist. Es gibt aber auch kleine Geräte für ein paar Euro, die die gängigsten Formate abdecken – und im Alltag viel Ärger ersparen können.

Autor: Wolfgang