Fast jeder Erwachsene und erst recht jedes Kind kennt Scout: Ein Schulranzen, der Mitte der 1970er-Jahre die alten, unhandlichen Lederranzen abgelöst hatte und vor allem leicht, bunt und leuchtend war. Die Produktinnovation von damals ist bis heute ein voller Erfolg, die Umsätze des Unternehmens bewegen sich derzeit bei rund 12 Millionen Euro; Hersteller ist die Firma Alfred Sternjakob im pfälzischen Frankenthal, der auch die Marken McNeill und Hama produziert.

Scout Buddy Buddy

Seit jeher auf Qualität bedacht

Sternjakob ging es seit jeher um Qualität und Sicherheit. Jedes Modell wird auf Robustheit und Ergonomie geprüft, wofür es von der test-Stiftung schon etliche Auszeichnungen gab (Maxi, Easy (I,II), Nano Basic, Mega Basic oder Buddy Basic). Umso ärgerlicher, dass die test-Stiftung ausgerechnet bei der Markenpersönlichkeit Scout auf Modelle gestoßen war, die den Sicherheitsanforderungen der sogenannten Schulranzennorm (DIN EN 58124) nicht genügten. Denn um im hart umkämpften Ranzenmarkt bestehen zu können, produzierte man etliche Modelle nach modischen Vorlieben der Kleinen – und vernachlässigte dabei die hohen Anforderungen an Leucht- und Fluoreszenzflächen nach DIN-Norm. Noch dazu galt es, sich gegen Nachahmer und Billiganbieter zu behaupten, die sich mit Macht in den Markt drückten; weil teure Schulranzen zudem eine Spezialität der deutschsprachigen Länder sind, ist auch mit Expansion ins Ausland nichts zu holen.

Alpha Alpha

Künftig nur noch DIN-Ranzen im Sortiment

Vor diesem Hintergrund ist es umso erstaunlicher, dass Sternjakob sein Heil in der Rückbesinnung auf alte Werte – die Sicherheit seiner Ranzen – suchte und offenbar auch fand. So kündigte Sternjakob an, künftig nur noch Ranzen nach DIN-Norm zu produzieren, die die geforderten Materialien in grellem Gelb oder Orange sowie ausreichend Reflexflächen mit Katzenaugeneffekt besitzen. Das ist umso achtenswerter, als keine Verpflichtung für die Hersteller besteht, die Norm überhaupt einzuhalten; dass die Warentester trotzdem darauf pochen, steht dazu nicht in Widerspruch: Sehr oft liegen Normanforderungen und Marktwirklichkeit weit auseinander, wie das Beispiel der Kinderwagen belegt, die oft norm- aber nicht kindgerecht sind. Doch im Unterschied zur Konkurrenz riskiert Sternjakob in der Tat etwas: Die bis weit über 200 Euro teuren Ranzensets entsprechen nicht unbedingt dem Farb- und Motivvorlieben der anspruchsvollen Kleinen – und werden auch nicht sonderlich oft gekauft. Und dennoch hält Sternjakob sich an sein Versprechen, wie zwei neuere Produkte (Sunny, Alpha) eindrücklich beweisen.

Scout Sunny Sunny

Sichere, leuchtende Ranzen sind Ehrensache

Gleichzeitig wächst der Marktanteil von Billigranzen, die Frankenthaler sind jedoch gut gerüstet. So lassen sich wichtige Neuerungen wie ein stufenlos höhenverstellbares, mitwachsendes Scout-Tragegurtsystem oder integrierte Brust- und Hüftgurte zur Optimierung der Passform finden. Retroreflektierende und fluoreszierende Warnflächen in DIN-konformer Anzahl sind für Scout Ehrensache geworden. Hinzu kommen Verbesserungen bei der Handhabung wie ein flexibles Innenraumvolumen, Platz für breite Ordner statt nur für dünne Ringbücher, ein Magnet-Ratserschloss zum Zuziehen sowie ein Ranzenkörper, der immer stärker den heute stark umworbenen Rucksack-Modellen der Konkurrenz ("Ergobag") ähnelt. Für ältere Kinder stehen rucksackähnliche Modelle der Scout-Marke 4You zur Auswahl, darüber hinaus lancierten die Frankenthaler eine weitere Marke Fastbreak. Sternjakob produziert auch die Marken McNeill und Hama – alles Anstrengungen, die Scout als kraftvolle Markenpersönlichkeit zeigt. Wie man sich es von einem echten Markenhersteller wünscht, wird Eltern hier nicht nur ein Gefühl von Qualität verkauft, sondern echte Qualität. Das ist die Botschaft aus Frankenthal.

von Sonja Leibinger

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