Schulrucksäcke im Test: für Grundschüler unbedingt grell leuchtend

Schulrucksack Ergobag wide Noch nicht im Test, aber auch so ein Tipp: Per Reißverschluss wird aus einem herkömmlichen Ergobag-Schulrucksack ein "wide"-Modell. Soll heißen: Es verschafft dem Grundschulrucksack ein um 2,5 Liter erweitertes Volumen und ist – für's Erste – auch für die weiterführende Schule geeignet. (Bildquelle: ergobag.de)

Null Leuchtflächen, null Bodenplatten, nicht wasserabweisend und mit kritischen Inhaltsstoffen belastet: Schulrucksäcke wie der Ergobag Cubo, McNeill Ergo Light Trekking oder 4You Classic Plus wirken wie Gegenentwürfe sicherer Schulranzen, wie sie die Stiftung Warentest gern sehen würde. Seit Jahren werden sie speziell für Kinder ab 5. Klasse produziert, allem voran von Hersteller Ergobag, der sich mit Modellen wie Satch Pack, Satch Match oder Satch Sleek an Trekkingrucksäcken für Erwachsene orientiert. Geraten sie trotzdem in die Testauswahl für einen Schulranzen-Vergleich, geht es ihnen vor allem im Test-Kapitel Sichtbarkeit an den Kragen.
Für die Stiftung Warentest müssen Schultaschen möglichst grell leuchten, und zwar tagsüber wie in der Dämmerung. Vom prozentualen Anteil an grellen Neonflächen und reflektierenden Flächen nach DIN 58124, der sogenannten Schulranzennorm, wollen die Tester keinesfalls abrücken. Das gilt auch für die Modifikation Schulrucksack, der eigentlich erst ab der 4. oder 5. Klasse gedacht ist. Schlechte Karten haben da Modelle wie der Ergobag Cubo. Um etwa die Öko-Tester von sich zu überzeugen, hätte er mit optischer Warnwirkung auftrumpfen müssen – also mit 20 Prozent Leuchtflächen in Farben wie Rot-Orange oder Gelb, seit Oktober 2018 auch in Pink oder Neongrün.

Düstere Modelle sind nichts für die ganz Kleinen

Weil größere Kinder andere Geschmackspräferenzen haben als Grundschüler, klappt das bei Schulrucksäcken für weiterführende Schulen noch weniger als bei den Schulranzen, wie Tests regelmäßig zeigen. Die meisten Schulrucksäcke für Jungen und Mädchen sind recht dunkel und verfehlen die Anforderungen der Schulranzennorm mit an Sturheit grenzender Konsequenz. Doch bei einem Schulrucksack für die erste, zweite oder dritte Klasse sollten Sie sich am meisten Gedanken um die optische Warnwirkung machen. Erst später, mit einem Schulrucksack ab der 4. oder 5. Klasse, werden andere Krierien wichtig:  Packmaße, Laptopfach, Tragetechnik und eine Trageergonomie, die sich anfühlen sollte wie ein maßgeschneiderter Handschuh.
Was denn nun: Sind Kinder mit einem Schulrucksack ohne Leuchtflächen etwa illegal unterwegs?

Ob Schulrucksack für die Grundschule oder klassischer Schulranzen – wenn es um die Sicherheitsausstattung geht, kommen Stiftung Warentest und Öko-Test unterm Strich zu ähnlichen Ergebnissen: Modelle mit mangelhafter optischer Warnwirkung sind nicht empfehlenswert. Dumm nur, dass die grellen Leuchtflächen nicht gerade Kaufgrund Nummer eins für viele Eltern sind – im Gegenteil: Meist wird das gekauft, was dem Kind gefällt. Und bei einem Darth Vader als liebstes Motiv bleibt nicht viel Raum für Experimentierfreude, mit der sich aus einem düsteren Heftetransporter ein toller Sicherheitsranzen machen ließe. Und es mag brutal klingen: Reflektoren zum Nachrüsten, bei Hersteller Ergobag ein ganz eigenes Thema, sind rundum sinnlose Produkte, wenn es um den Prüfpunkt Tagessichtbarkeit geht. Den großen Sprung in Richtung Testsieg werden sie damit nicht machen. Den schaffen nur Schulrucksäcke mit dicken, in den Ranzenkorpus eingearbeiteten Leuchtflächen in Grellgelb, Orange, Pink oder Grellgrün. Zumindest bei einem Schulrucksack für jüngere Kinder wird man diese Forderung stellen müssen. Ein Schulrucksack für die weiterführende Schule darf dann ruhig etwas dezenter gestaltet sein.

Schulrucksack mit zweitem Hauptfach Innen aufgemöbelt: Bei einem Schulrucksack ist ein zweites Hauptfach oder integriertes Bücherfach wünschenswert, um den höheren Platz- und Organsisationsbedarf zu decken. Einige Hersteller lösen das mit einer flexiblen Trennwand. Auf diese Weise ist hat das Hauptfach immer die gerade benötigte Größe. (Bildquelle: amazon.de)

Gewicht im Fokus: Wie schwer darf ein Schulrucksack maximal sein?

Etwa 1 bis 1,4 kg ohne Inhalt, am besten trotz großer Organizerfächer für DIN-A4-Ordner und großformatige Hefte, die keine Eselsohren bekommen dürfen. Weil er mit Laptop, Büchern, Lunchbox und Skateboard mit den Jahren ohnehin an Gewicht gewinnt, sind leichte Hightechmaterialien gefragt – am besten zugleich standfest, gepolstert, robust sowie wasserabweisend, damit Ihr Kind mit der wachsenden Bücherlast nicht auch noch einen Regenschutz mitschleppen muss. Wie gut die einzelnen Modelle diese Gewichtsgrenze einhalten, ist stark altersgruppen- und figurabhängig, wie es insbesondere von Ergobag exerziert wird: als „schlanker“ Schulrucksack für Mädchen bringt es beispielsweise das 24-Liter-Modell Satch Sleek auf gerade mal 1.200 Gramm; der Satch Pack fasst 30 Liter bei 1.200 Gramm und der 30 Liter fassende Satch Match lässt sich um weitere 5 Liter erweitern – legt aber auch weitere 200 Gramm zu. Soll es ein rucksackähnlicher Schulranzen für die erste Klasse sein, treffen Sie mit dem knapp 1.100 Gramm schweren Scout Nano Basic eine gute Wahl. Nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest ist aber auch er nicht für zarte Erstklässler geeignet. Der McNeill Ergo Light Trekking passt nach Meinung der Ranzen-Tester aufgrund seiner Konstruktion und Passform zwar für Größere, scheitert aber an grell leuchtenden Warnflächen und hatte im Test auch sonst wenig Glück: Bei Regen dringt Wasser ins Innere ein und weicht Hefte und Bücher auf.

Mumpitz oder Messgröße: Wie steht es aktuell um die 10-Prozent-Regel bei den Schulranzen?

Kinder sollten höchstens zehn Prozent ihres eigenen Körpergewichts auf dem Rücken tragen, lautete lange Zeit eine Faustregel. Aus Sicht einiger Orthopäden gilt das noch immer. Das Gewicht der Schulranzen sei maßgeblich bei Rückenschmerzen von Kindern. Andere widersprechen: Kinderrücken verkraften mehr. Selbst eine Belastung mit 17 Prozent des Körpergewichts verändere die Haltung der Kinder nicht. Die 10-Prozent-Regel sei nicht nur unbegründet, sondern täusche sogar eine falsche Sicherheit vor: Einzelne, schwächere Kinder könnten auch schon mit weniger Gewicht überfordert sein. Und konkret? Vaude, ein Hersteller u. a. von Kinderrucksäcken mit viel Ergonomie-Ehrgeiz, sieht das so: Jüngere Schulkinder könnten auf Rucksäcke mit einem Volumen von 6 bis 10 Liter zurückgreifen – je nach Figur und Beladung. Ein kräftiges Kind packt auch einen größeren Rucksack mit 18 Liter, Teenies bis 33 Liter. Achten Sie aber konsequent darauf, dass der Schulrucksack nicht überladen ist, gleich welche Größe.

Schulrucksäcke mit geringem Gewicht in der Übersicht

  1. Deuter Strike
    1300 g
    Deuter Strike
    • Sehr gut

      1,1

  2. Ergobag Wide
    1130 g
    Ergobag Wide
    • ohne Endnote

  3. Neoxx Active
    980 g
    Neoxx Active
    • Sehr gut

      1,5


Welcher Schulrucksack verdient das Gütesiegel „Ergonomisches Produkt“?

  • ein Hüftgurt, der die Last von den Schultern auf das stabile Becken verlagert
  • ein Brustgurt verhindert, dass die Riemen von den Schultern rutschen
  • anschmiegsame Polster, die dem Rucksack nah an den Körper bringen
  • ein Lageverstellriemen zum Heranziehen des Gewichts an den Rücken
  • ein Tunnelzug mit Kompressionseffekt
  • ein rückennahes Fach für schwere Bücher
  • ein stabilisierender Alurahmen, der die Lastverteilung auf das Becken unterstützt
  • auf die aktuelle Körpergröße einstellbare Tragriemen
  • in der Höhe justierbare Schultergurte
  • ein mitwachsendes Tragesystem, das einen Verstellbereich von ca. 1 bis 1,50 m abdeckt

Schulrucksack Deuter OneTwo Der 20-Liter-Schulrucksack Deuter OneTwo wurde speziell für Erst- und Zweitklässler entworfen. (Bildquelle: deuter.com)

Nur sehr vereinzelt haben Modelle wie der Cocazoo EvverClevver mit einem ungeschriebenen Gesetz der Sparte gebrochen: Er erfüllt dieselben Kriterien, wie sie bei Schulranzen gefordert sind, und trägt das AGR-Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken sowie eine Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung (BAG). Neben guten Gebrauchseigenschaften, optischer Warnwirkung und Stabilität gibt es also alles, was man erwartet – plus das Gefühl, den Rucksack auch mal einem Kind aus der zweiten oder dritten Klasse aufsetzen zu können.

Wie groß darf ein Schulrucksack sein? Welches Fassungsvermögen für welches Alter?

Eine allgemeine Empfehlung der Fachgesellschaften wie bei den Schulranzen – maximal 15 Liter bei einem Leergewicht von maximal 1.200 Gramm – gibt es bei Schulrucksäcken nicht. In den Online-Shops dominieren 30- bis 33-Liter-Modelle mit DIN-A4-Fächern, Laptopfach, rückennahen Fächern für schwere Ordner und Bücher die Bestenliste für das Mittel- und Oberstufenalter. Im Grundschulalter gehören mitwachsende, 20 bis 25 Liter fassende Schulrucksäcke mit Rückenlängenanpassung zu den meistgekauften Modellen sowie mit Brustgurten, die sowohl längen- und höhenverstellbar als auch abnehmbar sind.

Darauf kommt es Eltern an: Was sind die besten Schulrucksäcke für jüngere Kinder?

Die besten Schulrucksäcke für Grundschüler sind Rezensionen nach zu urteilen ausgeklügelte Varianten spezialisierter Marken wie Ergobag (Satch by, Pack, Cubo), Hama (JobJobber, EvverClevver2), 4You (Igrec) oder Jack Wolfskin (Classmate).

Ausstattung im Vergleich: Welche Erfahrungen machen Eltern mit Schulrucksäcken?

Eltern achten bei Schulrucksäcken vor allem auf Haltbarkeit und Materialqualität: Halten die Nähte den Zugkräften stand? Sind Seiten-, Außen- und Innentaschen stabil und so aufgeteilt, dass Trinkflaschen und ein Standard-Multimedia-Laptop hineinpassen? Damit der Schulrucksack auch für höhere Klassen und die Oberstufe ausreicht, sind Fassungsvermögen ab 30 Litern sinnvoll, Laptopfächer sollten Rechner bis 17 Zoll Bildschirmgröße aufnehmen und gut gepolstert sowie wasserabweisend sein. In Rezensionen unter Amazon & Co. freuen sich Eltern über praktische Details wie Kunststoff-Böden, die Standsicherheit geben und Stürze abfedern.
Negativ äußern sich Eltern über Billigheimer, die schlecht zu tragen sind. Dann kann Schweres wie Bücher, Ordner und Rechner nicht nah an den Rücken gebracht werden und so die Lastübertragung von den Schultern auf das stabile Becken nicht funktionieren. Wie die Hersteller daran arbeiten, ist unserer Ansicht nach unwesentlich – Hauptsache, sie tun es. Manche setzen auf Tunnelzüge mit Kompressionseffekt, andere auf elastische Federstahlschienen – auch das kann die Hebelwirkung auf den Rücken reduzieren. Auch beim Fassungsvermögen gibt es oft Abzüge. Dann passt zusätzlich zum Laptop kein dickerer DIN A4-Ordner hinein oder die Fächereinteilung lässt keine vernünftige Organisation zu. Oft sind die Fächer auch zu schmal und die Reißverschlüsse platzen – oder die Fronttaschen sind zu mickrig, um eine normale Brotzeitbox aufzunehmen. Wollen Sie unbedingt vermeiden, dass Hefte und Bücher bei Regen nass werden, sollten Sie in eine Regenhülle investieren.

Achtung: Viele Schulrucksäcke mögen wasserabweisend sein – komplett wasserdicht sind sie nicht.

von Sonja Leibinger

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