Haftpflichtversicherung: Wann tritt die private Haftpflichtversicherung nicht in Leistung?

  • Gefiltert nach:
  • Leistungsgrenzen
  • Alle Filter aufheben

Die Haftpflichtversicherung zahlt nur, wenn eine Schuld des Versicherten nachgewiesen werden kann. Sie schützt dadurch den Versicherten vor hohen Kosten, wenn ein Schaden an Sachen oder Personen verursacht wurde. Liegt kein Versicherungsschutz vor, muss der Verursacher mit Forderungen rechnen, die ihn in den finanziellen Ruin führen könnten. Zu den Gründen gehören die gesetzliche Regelung, dass jeder Bürger mit seinem persönlichen Vermögen für Schäden aufkommen muss, und zwar in unbegrenzter Höhe. Die entscheidende Frage muss also lauten: Wann ist eine Zahlung durch den Versicherer gefährdet?

Die private Haftpflichtversicherung geht grundsätzlich nur dann in Leistung, wenn der Versicherungsnehmer auch wirklich für den Schaden verantwortlich ist. Ist die Schuld oder eine Beteiligung durch den Versicherten nicht nachgewiesen, wird die Haftpflichtversicherung auch nicht zahlen. Muss ein Schadenersatzanspruch angezweifelt werden, übernimmt die Versicherung auch die Kosten für einen Rechtsstreit und fungiert wie ein privater Rechtsschutz.

Schuldunfähigkeit von Kindern schließt Versicherungsschutz aus

In der Regel gelten Kinder unter sieben Jahren als schuldunfähig. Verursacht ein Kleinkind einen Schaden, muss die private Haftpflichtversicherung nicht in Leistung treten. Erst wenn nachgewiesen werden kann, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, muss der Versicherer für den entstandenen Schaden aufkommen. Für den Straßenverkehr gilt seit August 2002 die Regelung, dass Kinder bis zum zehnten Lebensjahr als schuldunfähig gelten. Jedoch gibt es vereinzelt auch Versicherungsgesellschaften, die für Schäden zahlen, die von schuldunfähigen Kindern verursacht wurden. Der Versicherungsumfang ist jedoch beschränkt.

Keine Leistung bei absichtlichem Schaden

Kein Versicherungsschutz gilt, wenn der Versicherte selber mit Absicht etwas zerstört oder einen anderen Menschen absichtlich verletzt. Nicht über den privaten Haftpflichtschutz abgesichert sind auch Schäden, die an geliehenen oder gemieteten Sachen entstanden sind. Keinen Anspruch auf einen Schadenersatz hat auch ein Ehe- oder Lebenspartner, der mit dem Versicherten einen gemeinsamen Versicherungsvertrag unterhält.

Autor: Astrid Albrecht-Sierleja