Haftpflichtversicherung: Lässt sich der Schutz einer Kfz- Haftpflichtversicherung ausbauen?

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Die Kfz- Haftpflichtversicherung wird vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben, damit Ansprüche Dritter bezüglich Personen- oder Sachschäden beglichen werden können. Dieser Versicherungsschutz bezieht sich jedoch nur auf Schäden, die der Versicherungsnehmer verursacht. Eigene Schäden sind nicht abgedeckt. Der Versicherungsschutz lässt sich aber durch eine Teil- oder Vollkasko-Versicherung erweitern.

Wer den Haftpflichtschutz auch auf Schäden am eigenen Fahrzeug ausbauen will, kann sich für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung entscheiden. Die durch eine Teilkaskoversicherung abgedeckten Schadensfälle sind bei einer Vollkaskoversicherung automatisch enthalten. Eine Teilkaskoversicherung leistet für Schäden, die durch Brand oder Explosion, Diebstahl, Sturm, Hagel, Wild, Glasbruch oder auch einen Kurzschluss entstanden sind. Während die Teilkaskoversicherung lediglich für Schäden in Leistung geht, für die der Fahrzeughalter nicht verantwortlich gemacht werden kann, umfasst der Versicherungsschutz der Vollkasko alle Schäden am eigenen Fahrzeug und darüber hinaus auch die Folgen eines selbst verschuldeten Unfalls.

Zeitwert bestimmt die Schadensregulierung

Ist ein Versicherungsfall eingetreten, richtet sich die Höhe der Schadenersatzsumme nach dem Zeitwert des Fahrzeugs. Aus diesem Grunde rechnet sich dieser erweiterte Versicherungsschutz in erster Linie für Neuwagen und Fahrzeuge, die nicht älter als drei Jahre sind. Für ältere Fahrzeuge lohnt sich dann häufig ein Wechsel in die Teilkaskoversicherung.

Selbstbehalt reduziert Beitragskosten

Wer sich über den konventionellen Kfz- Haftpflichtversicherungsschutz absichern will, kann Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämien nehmen. Mit einem Selbstbehalt, der für sogenannte Bagatellschäden ausreicht, kann sich der Versicherungsnehmer gegen teure Schäden absichern und gleichzeitig die Beiträge reduzieren.

Wann muss die Kasko nicht zahlen?

Beim Abschluss einer Kaskoversicherung kommt es auf die individuellen Vertragsbedingungen an. Die Sicherheitsanforderungen der Anbieter können variieren, und auch die Höhe der Entschädigungszahlung bei einem Diebstahl kann davon abhängig gemacht werden. Wenn beispielsweise keine vom Versicherungsunternehmen anerkannte Wegfahrsperre vorhanden ist, bedeutet dies unter Umständen eine Kürzung der Leistung in Höhe von zehn Prozent. Nicht zahlen muss der Versicherer, wenn ein Schaden bewusst herbeigeführt wurde. Versicherungsschäden, die grob fahrlässig verursacht wurden, ohne dass eine bewusste Schädigungsabsicht dahintersteht, können nicht mehr, wie früher noch üblich, von der Kaskoversicherung abgelehnt werden. Das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt, dass der Versicherer anteilig für einen Schaden aufkommen muss.

Wie viel kostet der Schutz?

Ebenso wie bei der Kfz- Haftpflichtversicherung richten sich auch bei der Kaskoversicherung die Beiträge nach der Regionalklasse sowie nach der Typklasse des Fahrzeugs, wobei zu berücksichtigen ist, das andere Typklassen herangezogen werden. Darüber hinaus gelten bei der Kaskoversicherung Schadenfreiheitsklassen, die auf die Beitragshöhe Einfluss nehmen.

Autor: Astrid Albrecht-Sierleja