Haftpflichtversicherung: Besonderheiten der Berufshaftpflichtversicherung

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Irren ist menschlich, doch in einigen Berufen kann ein Fehler gravierende und teure Folgen haben. Bei ärztlichen Kunstgriffen oder Planungsfehlern von Ingenieuren geht es meist um hohe Schadenersatzsummen. Eine Berufshaftpflichtversicherung kann hier das Schlimmste verhüten. Da Schadenersatzansprüche für einige Berufssparten so hoch sein können, dass der finanzielle Ruin des Verursachers droht, schreibt der Gesetzgeber, ähnlich wie bei der Kfz- Haftpflichtversicherung, für einige Berufe die Berufshaftpflichtversicherung vor.

Ohne einen entsprechenden Versicherungsschutz dürfen beispielsweise Ärzte, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte oder Steuerberater erst gar nicht ihre Dienste anbieten oder praktizieren. Auch Freiberufler können von der entsprechenden Kammer zum Versicherungsschutz gezwungen werden, um sich selber zu schützen. In Deutschland ist jeder für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, die Dritten zufügt werden, mit seinem ganzen Vermögen haftbar. Im Schadensfall überprüft die Versicherung, ob ein Anspruch überhaupt geltend gemacht werden kann. Im Zweifelsfall übernimmt die Versicherung auch die Kosten für eine gerichtliche Auseinandersetzung und zahlt für Gutachten. Ist ein Anspruch berechtigt, wird in der Höhe der vertraglich vereinbarten Versicherungssumme ein Schaden beglichen.

Versicherungssumme ist von besonderer Bedeutung

Einige Berufszweige sind verpflichtet, eine solche Police im eigenen Depot zu haben. In einigen Fällen wird sogar die Höhe der Versicherungssumme vorgeschrieben. Wer Versicherungen vermittelt, sollte sich für eine Versicherungssumme in Höhe von wenigstens einer Million Euro entscheiden. Einen höheren Schutz benötigen in der Regel Architekten und Ingenieure. Hier sollte die Versicherungssumme nicht unter zwei Millionen Euro liegen.

Die Deckungssumme der Berufshaftpflichtversicherung bezieht sich in der Regel auf Einzelschäden. Einige Versicherer zahlen jedoch nur maximal das Doppelte dieser Summe für Schäden, die innerhalb eines Jahres reguliert werden müssen. Selbstbehalte sind auch bei dieser Versicherungsvariante möglich. Je höher eine Selbstbeteiligung vereinbart wird, desto niedriger fallen die Beiträge aus.

Wann gilt die Berufshaftpflichtversicherung?

Geht es um einen eigenen Schaden, zahlt die Berufshaftpflichtversicherung nicht. Leer geht auch der Versicherte aus, der seine Pflichten verletzt hat. Der Versicherungsschutz umfasst alle Schäden, die sich nach dem Vertragsabschluss ereignen. Einige Gesellschaften bieten Rückwärtsversicherung an, die jedoch nur mit einer zeitlichen Begrenzung abgeschlossen werden kann. Eine andere Variante, die Nachhaftungsversicherung, geht auch dann noch in Leistung, wenn der Vertrag abgelaufen ist. Die Höhe der Beiträge richtet sich in erster Linie nach dem individuellen Risiko, mit dem ein Beruf behaftet ist, der Höhe der Selbstbeteiligung sowie der Höhe der gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungssumme für einige Berufe.

Autor: Astrid Albrecht-Sierleja