Haftpflichtversicherung: Auf Lücken in Vertragsbedingungen bei der Haftpflichtversicherung achten

Der private Haftpflichtschutz gehört zu den wichtigsten Absicherungen. Wer nicht mit seinem ganzen Vermögen für einen selber verursachten Schaden zahlen will, muss sich und seine Familie absichern. Doch nicht immer geht der Versicherer in Leistung, sodass sich ein Blick in die Vertragsbedingungen der Police lohnt – denn Ausnahmen von der Regel sind möglich.

Kinder sind zwar immer über die private Haftpflichtversicherung abgesichert. Wenn jedoch der Nachwuchs einen Schaden verursacht, zahlt die Versicherung nicht in jedem Fall. Kinder unter sieben Jahren gelten als deliktunfähig; im Straßenverkehr liegt die Altersgrenze bei zehn Jahren. Konkret bedeutet dies, dass die Versicherung nicht bezahlen muss, weil es aus rechtlicher Sicht keinen Schuldigen gibt.

Zahlen muss die Haftpflichtversicherung aber nur dann, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Einige Versicherungen bieten jedoch an, in jedem Falle für den von Kindern angerichteten Schaden zu zahlen, und zwar auch dann, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind. Beim Abschluss eines Vertrags sollte man daher auf dieses wichtige Kriterium achten. Ein guter Familientarif sollte somit auch für deliktunfähige Kinder aufkommen, wobei die Deckungssumme meist bei 5.000 Euro liegt.

Lückenhafter Schutz auch im Ausland

Auch bei einem Aufenthalt im Ausland sind nicht immer alle Risiken abgesichert. Zwingend abgesichert sind beispielsweise Schäden an einem geliehenen Fahrrad oder an Sportgeräten am Urlaubsort. Ebenso sollte man seinen Versicherungsschutz entsprechend aufstocken lassen, wenn keine Absicherung für technische Geräte oder das Mobiliar im Ferienhaus vorgesehen ist. Verursacht man als Versicherter oder Familienmitglied einen Schaden mit einem Surfbrett oder einem Skijet, bleibt man unter Umständen, trotz Haftpflichtversicherungsschutz, auf den Kosten sitzen. Auch für diese Fälle lohnt es sich, den Vertrag gegebenenfalls aktualisieren zu lassen oder den Anbieter zu wechseln.

Auch Gefälligkeiten verlangen nach einem Versicherungsschutz

Jeder hat schon einmal einem Freund oder einem Verwandten eine Gefälligkeit erwiesen. Kommt es jedoch beispielsweise bei einem Umzug zu einem Missgeschick, zahlen viele Versicherungen nicht. Ein zu Boden gefallener Fernseher muss meist aus dem eigenen Portemonnaie erstattet werden. Eine gute Versicherungspolice sollte auch so genannte Gefälligkeitsschäden absichern, die jedem im alltäglichen Leben schnell zustoßen können.

Autor: Astrid Albrecht-Sierleja