colaEiner der sich am hartnäckigsten haltenden Mythen um das Kultgetränk Coca-Cola behauptet, dass im Rezept der Brause auch Spuren von Kokain zu finden seien. Das Gerücht stammt wohl daher, dass Cola ursprünglich die an Koffein reiche Kolanuss und den Extrakt aus Blättern von Erythroxylum-Arten enthielt.

Früher Rezepturanpassung

Allerdings wurde zur Herstellung nie die tatsächlich kokainhaltige Art Erythroxylum coca verwendet, sondern vielmehr eine der stärker koffeinhaltigen Verwandten. Auf die bekanntere Art coca wurde im Firmennamen vielmehr aufgrund des erhofften Marketing-Effektes eines optisch angenehm wirkenden „Doppel-Cs“ gesetzt. Als dann die suchterzeugende Wirkung von Kokain bekannt wurde, ging das Unternehmen schon 1902 dazu über, nur noch nicht alkaloide Extrakte aus den Kokablättern zur Brause zuzugeben. Ob diese auch heute noch Bestandteil von Coca-Cola sind, ist unbekannt. Das Unternehmen bestreitet dies vehement. Andererseits bestreitet es offiziell sogar, dass Cola jemals Kokain enthalten habe.

Selbst im Original war die Menge sehr gering

Dem widerspricht allerdings ein überliefertes Rezept von Frank M. Robinson, eines Partners von Asa Griggs Candler, der 1892 die Coca-Cola Company begründet hatte. Demnach enthielt ein Glas zu jener Zeit immerhin 8,45 mg Kokain. Zum Vergleich: Die geschnupfte Dosis liegt typischerweise bei 20 bis 30 mg und wirkt zudem weitaus stärker als oral aufgenommenes Kokain. So hätte es selbst damals schon vieler Gläser bedurft, um in einen Rauschzustand zu geraten.

Und dann wären da noch die Regulierungsbehörden

Zumindest für die heutige Coca-Cola aber dürfte die Behauptung des Unternehmens zutreffen, dass keine Spuren von Kokain im Getränk zu finden sind. Zum einen würde ein tatsächlich Kokain enthaltendes Getränk heutzutage niemals als Genussmittel zugelassen werden. Und auch wenn noch Extrakte aus Kokablättern zum Einsatz kämen, so wären diese aufgrund ihrer nicht alkaloiden Art bedenkenlos und könnten zu keinen Rausch- oder Abhängigkeitszuständen führen. Dieser Mythos ist also schlichtweg Unsinn.