Glaubt man einigen Herstellern von Vitaminpillen, ist selbst bei normaler Ernährung ein Vitaminmangel nahezu vorprogrammiert. So sei der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in modernen Lebensmitteln gesunken, insbesondere Obst und Gemüse besäßen heute nur noch Bruchteile der ehemaligen Vorkommen. Doch diese Behauptung hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand: Im Gegenteil hat sich zum Beispiel der Vitamin-C-Gehalt mancher Apfelsorten in den letzten Jahrzehnten fast verdreifacht. Neue Studien zeigen sogar, dass sich mit den heutigen Gemüsesorten und Früchten der Anteil an wichtigen Antioxidanzien im Blutplasma deutlich erhöhen lässt. Wann also ist die Einnahme von Vitaminpräparaten wirklich sinnvoll?


Wenn eine Unterversorgung mit Vitaminen stattfindet, liegt es keinesfalls am Gehalt der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Vielmehr ist, wenn überhaupt, die Zurückhaltung bestimmter Bevölkerungsteile gegenüber Obst und Gemüse schuld an bestimmten Mangelerscheinungen. Denn wer lieber zu Fleisch und Pommes greift, die Currywurst dem ausgewogenen Mittagessen mit Erbsen und Karotten vorzieht, der darf sich über Mangelerscheinungen nicht wundern. Aber sollte man deshalb lieber Pillen schlucken, anstatt die Ernährungsgewohnheiten umzustellen?

Erwachsene können selbst für die richtige Zufuhr sorgen

Nach Ansicht von Ernährungswissenschaftlern ist die Antwort natürlich ganz klar: Nein. Der durchschnittliche Deutsche kann und sollte selbst für seine Vitaminzufuhr sorgen – über ausgewogene Ernährung. Denn künstlich zugeführte Vitamine können sogar gefährlich sein, wenn sie falsch dosiert werden. Und nicht wenige Präparate sind weit überdosiert. Als besonders gefährlich gelten in diesem Zusammenhang die fettlöslichen Vitamine, da sie im Körper angelagert werden und sich auf diese Weise bei permanenter Einnahme aufsummieren.

Wann machen Vitaminpräparate also Sinn?

Dennoch sind Vitaminpräparate nicht generell ohne Nutzen. Es gibt bestimmte Bevölkerungsgruppen, die durchaus zu Pillen greifen sollten – dann jedoch am besten in Absprache mit dem Hausarzt. Zu den Risikofaktoren gehören zum Beispiel Appetitlosigkeit und schlechtes Gebiss im Alter, durch bestimmte Diäten erzwungene, stark einseitige Ernährungsgewohnheiten, Erkrankungen mit Störungen des Verdauungstraktes, eine streng vegane Lebensweise oder die Einnahme bestimmter Vitamin-konternder Arzneimittel. Auch Schwangeren werden mitunter bestimmte Nahrungsergänzungsmittel empfohlen.

Keine Rundumvorsorge!

Wird im Einzelfall ein konkreter Vitaminmangel festgestellt, sollte dieser aber in jedem Fall gezielt mit einem Einzelpräparat behoben werden. Die Selbstmedikamentation mit den beliebten Kombinationspräparaten als „Rundumvorsorge“ ist in den allermeisten Fällen ungeeignet, zumal sich manche der Inhaltsstoffe im Körper gegenseitig behindern können, wenn sie in solch hohen Dosen verabreicht werden. Statt dem Griff zur „Vitaminschrotflinte“ sollte also der Gang zum Arzt folgen, der eine schonende und somit auch wirklich sinnvolle Präparatdosierung festlegen kann.

von Janko Weßlowsky

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