Motorradjacken: Auf die Protektoren kommt es an

Nicht jede Motorradjacke, die im derzeit wieder einmal sehr angesagten Leder-Retrochic in den Regalen hängt, empfiehlt sich auch für den Kauf. Diese Erfahrung machte die Zeitschrift „Motorrad“ bei einem Test mehrerer stilechten Lederjacken. Vor allem die günstigsten Jacken ließen es manchmal an zeitgemäßer Protektorentechnik sehr mangeln und wurden deswegen im Vorfeld schon aussortiert. Übrig blieben neun Modelle. Empfehlenswert und als „sehr gut“ beurteilt wurden dabei die beiden Jacken Dainese Lucky (Testsieger) und Alpinestars Interceptor. Zum Kaupftipp erklärt wurde wiederum die HJC Spool Sepang.

Wer auf seinem Motorrad gut beziehungsweise „cool“ aussehen will und deswegen eine der modischen Lederjacken trägt, sollte trotzdem nicht leichtfertig mit seiner Sicherheit spielen. Lederjacken auf dem Motorrad müssen nämlich mehr sein als ein modisches Accessoire ? sprich: auch über eine optimale Protektorentechnik verfügen.

Genau darin aber ist der Testsieger Lucky von Dainese vorbildlich. Sie sitzt nicht nur erstklassig, auch die Schulter- und Ellenbogenprotektoren. Leider hat die Jacken kein Pendant dafür am Rücken, und auch mit der Hose kann sie mangels eines Reißverschlusses nicht fest verbunden werden. Trotzdem wurde die Lucky Testsieger - sie ist nämlich zugleich chic wie funktionell. Der Preis ist allerdings sehr stolz: Er liegt bei etwa 500 Euro.

Etwas, wenn auch nicht viel billiger fährt man mit der zweiten „sehr guten“ Jacke, der Alpinstar Interceptor. Auch sie ist angenehm zu tragen, erinnerte die Tester sogar an den Komfort einer „Turnjacke“. Pluspunkt auch hier: Die optimal positionierten Protektoren an Schulter und Ellenbogen.

„Kauftipp“ der Redaktion aber wurde die HJC Spool Sepang. Mit nur 329 Euro ist sie deutlich billiger als die beiden vorigen Modelle, kann in puncto Protektorenschutz durchaus mit den beiden aber mithalten und ist insgesamt sehr gut proportioniert. Zum Komfort tragen auch die Belüftüngseinlässe an Front und Rücken frei. Außer kleineren Schwächen am Ärmel und am Verbindungsreißverschluss bietet sich die Jacke sportlichen Naked-Bike-Fahrern förmlich an.

Nur für ein „mangelhaft“ dagegen reichte es für die Furygan New Texas - obwohl sie 429 Euro kostet. Aber bei der schlichten Jacke sind die Protektoren einfach zu schlecht platziert.

Fast bei allen Jacken vermissten die Tester Reflektoren - die allerdings auch auf einer Lederjacke auch etwas ein Stilbruch wären. Ausnahme: Revit Adrenaline, als zweite Jacke im Test neben der HJC Spool Sepang deswegen mit „gut“ bewertet.

Sämtliche Testergebnisse finden Sie hier.

Autor: Wolfgang