Motorroller: Eleganz versus Sport-Style - Vespa GTS300 i.e. Super im Vergleich mit dem Honda SH 300i

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Die Zeitschrift „Motoretta“ hat in einem Test die beiden Roller-Konkurrenten in der 300er-Klasse, Vespa GTS300 i.e. Super und Honda SH 300i ABS, miteinander verglichen. Obwohl sich beide in der technischen Motoraustattung stark ähnlich sind, verkörpern sie doch jeweils ein eigenständiges Konzept. Denn während der Vespa auf Eleganz und Form setzt sowie in der Stadt seine Sprintstärke ausspielt, trumpft der Honda-Roller mit Sportlichkeit, vor allem außerhalb der Stadt auf. Dies brachte ihm letztendlich auch den Testsieg ein.

Die bei den Käufern beliebteste Hubraumklasse verschiebt sich immer mehr von der 250er- zur 300er-Klasse. Unmittelbare Konkurrenten sind hier der Vespa GTS 300 i.e. sowie der Honda SH 300i, die beide über einen flüssigkeitsgekühlten Einzylinder, Kraftstoffeinspritzung und Abgasreinigung mit einem G-Kat verfügen. Dabei setzt Vespa vor allem auf Eleganz, ersichtlich etwa an den Designanleihen an Vespamodelle der 1950er Jahre. Während der Italiener damit auf den Kultfaktor der Marke vertraut, hat Honda dem SH 300i ein betont sportliches Styling verpaßt. Doch die unterschiedliche Optik steht auch jeweils für ein anderes Fahrkonzept.

Schon leistungsmäßig reiht sich der GTS 300 i.e. hinter dem aus der Motocross-Ecke kommenden Honda SH 300i ABS ein. Mit 27 zu 22 PS liegt er dem Vespa in der Höchstgeschwindigkeit um 12 km/h voraus. Doch der GTS 300 i.e. Super versteht es zu kontern – innerhalb der Stadt nämlich. „Motoretta“ beschreibt seine Sprinterqualitäten bei Ampelstarts als voll „bissiger Aggressivität“. Erst ab Tempo 40 schafft es der Honda-Roller, den Konkurrenten wieder einzuholen. In puncto Wendigkeit dagegen schenken sie sich nicht viel. Beide beherrschten im Test mühelos den Tanz um die Slalomstangen.

Außerhalb der Stadt jedoch trumpft der Honda auf. Dank der Großradkonstruktion bietet er um einiges mehr Komfort als der Vespa mit den kleinen Rädern und Kurzschwingen vorn. Sei es in schnellen Wechselkurven oder auf welliger Fahrbahn: Der Honda Roller vermittelte einiges mehr an Fahrsicherheit und war auch wesentlich besser gefedert. Einen weiteren Pluspunkt sammelte er für seine hervorragenden Bremsen ein. Der GTS hingegen zeigte sich in puncto Handlichkeit eher „nervös“, verströmte in Schräglichlagen nicht viel Sicherheit, und die ungedämpften Federelemente machen unebene Fahrbahnbeläge nicht lange gutmütig mit. Dass er ohne ABS angeboten wird, kam „Motoretta“ angesichts der „antiquierten“ Bremsleistung schlicht unverständlich vor.

Am Ende hatte der SH 300i dank seiner besseren Alltagstauglichkeit die Nase vorn und gewann den Vergleich klar nach Punkten. „Motoretta“ legt ihn tendenziell „nüchternen Naturen“ mit einem Hang zur Technik und zum Pragmatismus ans Herz. Der Vespa GTS300 i.e. dagegen wird seinen Weg bei den Anhängern der Marke machen, die auch bereit sind, etwas mehr Geld für ein Kult-Image auszugeben.
Die Testfazits der beiden Roller finden Sie hier.

Autor: Wolfgang