Motorräder: Verschiedene Konzepte für verschiedene Ansprüche

Die Zeitschrift ''Moto Traveller'' hat sich verschiedene Reisenduros für einen Strassentest vorgenommen. Dabei war den Testern bewusst, dass sie teilweise ''Äpfel'' mit ''Birnen'' verglichen, da die Motorräder sehr unterschiedliche Konzepte präsentieren und auch bei den PS-Zahlen teilweise weit auseinander lagen. Darum ergab sich auch kein Testsieger, sondern eher die Erkenntnis: Jedes Motorrad unterliegt einem bestimmten Plan, der es für klar zu unterscheidende Käufergruppen interessant macht. Ein Lob auf die Vielfalt!

Die BMW F 800 GS ist beispielsweise eine sehr reisetaugliche Enduro, aber eben eine echte Enduro. Das höre man schon am Klang und das spüre man vor allem am nervösen Gasgriff, so die Tester. Das Fahrwerk konnte überzeugen und die Maschine dankte es mit einem ruhigen Fahrverhalten. Die Lenkung fühlte sich so lange relativ leichtgängig an, so lange noch keine allzu hohen Geschwindigkeiten erreicht wurden. Leider waren die Fußrasten beim BMW etwas zu weit vorne angebracht und das Tacho ließ sich schlecht ablesen. Die Rückspiegel zeigten ''tote Winkel'' und für die Bremse brauchte der Testfahrer eine gute Unterarmmuskulatur. Auch die KTM 990 Adventure ist eine echte Vollblut-Enduro. Sie zeigte ein ruhiges Fahrverhalten auch in den oberen Geschwindigkeiten. Auf der Autobahn konnte nicht einmal ein LKW sie aus der Ruhe bringen. Die Schaltwege fühlten sich weich an und den richtigen Gang fand der Fahrer damit ohne Schwierigkeiten. Für die Kupplung braucht man wenig Kraft, da sie hydraulisch unterstützt wird. Die Bremsen zeigten sich als wirkungsvoll, ohne übertrieben aggressiv zu sein. Das Fahrwerk zeigte keinerlei Schwachstellen, nur in engen Kurven wurde die KTM etwas kippelig. Der Gasgriff war zu kurz übersetzt und reagierte mit leichter Verzögerung – dafür umso machtvoller. Die KTM erwies sich einmal mehr als echter Raser. Im Gegensatz zu ihr ist die Suzuki DL 1000 V-Strom nur für die Straße wirklich gut geeignet – für unebenes Gelände oder Schotter sitzt der Fahrer zu statisch. Sitzen ist eben auf der Suzuki eine gemütliche Angelegenheit – wenn sich nur nicht die Vibrationen des Motorrads auf die Hände des Fahrers übertragen würden. Die Gasannahme erwies sich als hart und verzögert. Die Schaltwege waren zufriedenstellend kurz, jedoch ''etwas störrisch''. Das Fahrwerk der Suzuki war neutral und stabil, nur schnelle Wechselkurven können für den Fahrer recht anstrengend werden.

Wenn Sie alle sechs Motorräder im Test kennenlernen möchten, finden Sie hier die Testergebnisse in einer Übersicht.

Autor: Anne K.