Biker oder Backpacker?

Motorradrucksack Givi UT802: Geräumiges Staufach und gute Passform. (Quelle: amazon.de)

Zwar gibt es auch Motorradrucksäcke, die sich aufgrund ihrer Größe für längere Touren eignen. Einige Modelle sind auch wasserdicht. Der Clou bei diesen Modellen ist, dass sie sich sowohl während der Fahrt auf dem Rücken tragen als auch per Befestigungssystem am Motorrad montieren lassen. In der Regel wird jedoch das Gepäck für eine längere Ausfahrt immer direkt am Motorrad befestigt. Zur Auswahl stehen eine Vielzahl von Möglichkeiten, je nachdem, an welchem Teil des Motorrads die Tasche angebracht werden soll.

Für jeden Tank der passende Rucksack

Zweimaliger Testsieger 2020: Pro Daypack von SW-Motech mit Quick Lock. (Quelle: amazon.de)

Der Klassiker unter den Motorradtaschen ist sicherlich der Tankrucksack. Selbst bis zum Rand vollgepackt wirkt er sich kaum negativ auf den Schwerpunkt des Bikes aus, außerdem können in ihm kleinere Gegenstände, die schnell zur Hand sein sollen, griffbereit untergebracht werden. Am sichersten wird ein Tankrucksack mit einem speziellen Halter-/Adaptersystem angebracht, aber auch die Modelle mit Magneten, Saugnäpfen oder Riemen lassen sich meist ebenfalls abflugsicher festzurren. Praktisch ist eine flexible Anpassung der Größe an den jeweiligen Inhalt per Kompressionsriemen, außerdem gibt es Modelle mit Spezialfächern für elektronische Geräte, etwa Navis oder Digitalkameras, die sogar teilweise über einen Anschluss ans Bordnetz verfügen. In den wenigsten Fällen sind Tankrucksäcke allerdings wasserdicht – beim Kauf sollte also gezielt darauf geachtet werden.

Die Koffer fürs Motorrad

QBag Hecktasche mit fünf Litern Fassungsvermögen. (Quelle: amazon.de)

Reisekoffer sind aufgrund ihrer Abmessungen einfach zu groß fürs Bike. Quasi die Pendants zum Tankrucksack stellen Topcases oder auch Hecktaschen dar. Beide werden entweder auf dem Heckgepäcktrager mittels einer Adapterplatte oder über einen gesonderten Träger hinter der Sitzbank mit Schnellverschlüssen befestigt. Die kofferähnlichen Topcases sind sehr stabil, eignen sich für kleinere und empfindlichere Gepäckstücke oder für den Helm sowie im Alltag zum Einkaufen. Ein Schloss bietet dabei zumindest einen minimalen Diebstahlschutz, meistens sind sie auch wasserdicht. Dafür bringen sie mehr Gewicht auf die Waage als eine Hecktasche, die zudem meist mehr Volumen besitzt und daher tourentauglicher ist. Sie sind vor allem bei Sportmotorrädern sehr beliebt, da sie sich abflugsicher befestigen lassen, besonders die größeren Modelle lassen sich allerdings manchmal nur so montieren, dass sie auf der Sitzbank der Sozia/dem Sozius Platz wegnehmen.

Aufsatteln und los biken

Büses Satteltaschen-Set hat Rollen und eine integrierte Teleskopstange zum Hinterherziehen. (Quelle: fc-moto.de)

Je weiter hinten Topcases oder Hecktaschen befestigt werden, desto stärker wirken sie sich wegen der Schwerpunktverlagerung auf das Fahrverhalten aus. Viele Biker ziehen ihnen daher Satteltaschen vor. Sie haben den Vorteil, dass sie sich an nahezu jedem Motorrad befestigen lassen – Ausnahme sind etwa eine hohe Auspufflage –, da sie kein Trägersystem voraussetzen. Viele Modelle sind außerdem speziell auf sportliche Bikes zugeschnitten, in der Ledervariante auf Chopper/Cruiser. Sie lassen ferner der Sozia/dem Sozius meist genügend Platz und sind schnell per Gurt montiert. In der Softbag-Version kann das Volumen oft variabel verstellt werden, dafür sind sie häufig nicht wasserdicht und können bei hohen Geschwindigkeiten zu flattern beginnen.

Biken mit (Koffer-)System

Geräumige Alu-Koffer mit viel Stauraum für längere Fahrten von Touratech. (Quelle: touratech.de)

Wer speziell in dieser Hinsicht sicher gehen will, greift daher zum Klassiker, nämlich einem Koffergepäcksystem. Die Hartschalenkoffer sind stabil und robust, meistens wasserdicht, mit einem Schloss ausgestattet und sitzen dank Trägersystem bombenfest. Zudem bieten sie ein großes Packvolumen, weswegen sie in der Regel für längere Touren vorgezogen werden. Modelle, deren Trägersystem sich schnell (ab-) montieren lässt, sind besonders alltagstauglich. Koffersysteme sind die teuerste Version für den Gepäcktransport auf dem Motorrad.

Mit diesen Taschen rollt es am besten

Die Gepäckrolle bzw. der Seesack von Held bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. (Quelle: fc-moto.de)

Ordentliche, tourentaugliche Gepäckrollen beziehungsweise Packtaschen sind schon für deutlich unter 100 Euro zu haben. Sie ähneln einer gewöhnlichen Reisetasche, unterscheiden sich hauptsächlich im Verschlusssystem, von den Rollen und bieten daher eine leichtere Zugänglichkeit zum Gepäck. Rollen und Taschen lassen sich mit Spanngurten auf der Sitzbank oder am Heck jedes Motorrads befestigen, bieten ein hohes Packvolumen und eignen sich deshalb sogar meistens ideal für den Transport sperriger Gegenstände, etwa eines Schlafsacks oder einer Isomatte. Auch hier sollte wieder darauf geachtet werden, dass das Wunschmodell wasserdicht ist. Insbesondere Packtaschen mit Reißverschluss sind oft weniger dicht als Modelle mit einem Rollverschluss.

von Wolfgang Rapp

Fachredakteur im Ressort Haushalt, Haus und Garten – bei Testberichte.de seit 2008.

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