Joghurts: Lebensmittel-Etikette zeigen keine Realität

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Wer kennt das nicht? Das Etikett eines Joghurts lacht einen mit einer Fülle von Kirschen an, im Inhalt findet sich dann aber nur eine einzige, einsame Frucht. Enttäuschend – und leider die Regel. Dies berichtet die Bild am Sonntag nach einem von ihr bei der Verbraucherzentrale Hamburg in Auftrag gegebenen Test. Das Ergebnis: Nur bei einer von 19 getesteten Joghurtsorten stimmte die Abbildung auf der Verpackung auch mit dem Inhalt überein. Ähnliche Resultate gab es bei Eiersalaten.

Doch es kommt noch schlimmer für den Verbraucher: Laut einem Interview mit der Verbraucherschützerin Silke Schwartau ist diese Praxis auch noch rechtens! Die Abbildungen auf den Verpackungen müssten bei Lebensmitteln mit dem Inhalt wenig zu tun haben. Ein Rückgaberecht habe der Kunde nicht. Gleichwohl helfe manchmal die Beschwerde beim Hersteller. Denn wenn genügend Proteste bei diesem eingingen, führe das manchmal zu einer Verbesserung der Rezeptur.

Um Fehlkäufe zu vermeiden, helfe nur der genaue Blick auf die Zutatenliste. Ausgelobte Inhalte wie beispielsweise Eier im Eiersalat müssten mit ihrem prozentualen Anteil genannt werden. Aber selbst hier versteckten sich Fallstricke: Wenn neben Fruchtabbildungen „natürliches Aroma“ stehe, handle es sich keinesfalls um Erdbeer- oder Kirscharoma. Stattdessen müsse nur die Basis natürlich sein, vielfach würden Holzspäne zur Aromaerzeugung eingesetzt. Nur, wenn „natürliches Erdbeeraroma“ auf der Packung stehe, stamme es auch tatsächlich von Erdbeeren.

Der Etikettenschwindel ist also völlig legal: Wer Lebensmittel einkauft, sollte künftig besser erst gar nicht das Etikett betrachten, sondern gleich die Zutatenliste studieren. Zum Glück bleibt uns Verbrauchern wenigstens das...

Autor: Janko