Stethoskop-Blutdruckmessgeräte: Klassisch, präzise, aufwendig

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Stethoskop-BlutdruckmessgeraeteDigitale Gesundheits-Helfer haben sich als feste Größe im Gesundheitsmarkt etabliert. Doch während Fitnessarmbänder, auch Activity-Tracker genannt, oder Health-Apps zur Aufzeichnung von Kalorien- und Schrittzahl eher den Trend zur Selbstoptimierung nach US-amerikanischem Vorbild bedienen, geht es bei den digitalen Blutdruckmessern um ernsthaftes Gesundheitsmanagement. Doch diese Hand- oder Oberarm-Messgeräte zur Selbstmessung sind zwar bequem in der Anwendung, liefern aber allzu häufig falsch niedrige oder falsch hohe Werte. Wer seine Druckwerte aber bereinigt um jede Messungenauigkeit oder die wirtschaftlichen Aspekte moderner Tools messen möchte, greift am besten zu einem klassischen Stethoskop-Blutdruckmesser.

Ein- oder Doppelschlauchtechnik

Die Stethoskop-Blutdruckmessung geht auf den russischen Chirurgen Korotkoff zurück. Er entdeckte vor über 100 Jahren, dass sich der Blutdruck eines Patienten auch „unblutig“, das heißt nach einer indirekten Methode ermitteln lässt: Nicht über eine Sensor-Messung in der arteriellen Gefäßwand, wie es noch heute bei großen Operationen gängiger Praxis entspricht, sondern durch das Abhören von pulssynchronen Strömungsgeräusche mittels Stethoskop über der Armschlagader - in einem Moment, da Druck von einer zuvor angelegten und mit einem Blasebalg luftgefüllten Oberarm-Manschette abgelassen wird. Über ein mit einem oder zwei Schläuchen verbundenes Stethoskop ermitteln nun der Arzt oder anderes medizinisch geschultes Personal den systolischen und diastolischen Druckwert – ablesbar auf dem Manometer (Druckmessgerät), das ebenfalls zum klassischen Stethoskop-Blutdruckmesser gehört. Modelle mit Doppelschlauchtechnik schonen im Übrigen das Messwerk, da sie den Druck der Pumpstöße erst zur Manschette und dann gedämpft zum Messwerk führen. Einschlauchgeräte wiederum sind mit einem Handhabungsvorteil überlegen: Beim häufigen Manschettenwechsel ist immer nur ein Schlauch anzuschließen und wieder zu lösen.

Präzise, aber aufwendig

Obwohl es inzwischen technisch sehr ausgereifte Digitalmesser für die Heimanwendung gibt, stehen Experten den Automaten noch immer skeptisch gegenüber. Viele weisen erhebliche Abweichungen des gemessenen vom tatsächlichen Druckwert auf – teils bis zu 10 mmHg (Milligramm Quecksilbersäule). Zum Vergleich: Die test-Stiftung akzeptiert Messwertabweichungen von durchschnittlich 5 mmHg als noch gut messgenau. Mit einem mechanischen Blutdruckmessgerät hingegen lässt sich der Blutdruck auf 2 mmHg genau bestimmen. Das Argument, man müsse insbesondere bei den Handgelenk-Automaten ganz genau darauf achten, Fehlbedienungen zu vermeiden, spricht aber nicht zwingend für die Stethoskop-Methode. Im Gegenteil: Diese mechanische Methode ist noch immer bedeutend aufwendiger als Digitalmessungen. Insbesondere ältere Patienten kommen ohne Hilfsperson hier nicht weiter: Die Manschette richtig anzulegen, aufzublasen, abzuhören, das Ganze noch dazu mit einem Arm ist vielen nicht möglich. Soll es dennoch ein Stethoskop-Modell sein, ist auf ein fein justierbares Schraubablassventil zu achten, um den Präzisionsvorteil solcher Geräte voll ausschöpfen zu können. Geräte mit Bügelmanschetten lassen sich übrigens besser mit nur einem Arm stramm anlegen.

Autor: Sonja