Oberarm-Blutdruckmessgeräte: Messung nach klassischer Methode

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Blutdruckmessung per Oberarmmanschette mit dem Medisana BU 510 Viele Blutdruckmesser setzen inzwischen auf große und übersichtliche Displayanzeigen (Bildquelle: amazon.de)

Hochdruckkranke Menschen oder Patienten, die ihren Blutdruck in Eigenregie überwachen möchten, haben nicht nur die Wahl aus einer Fülle von Marken, sondern auch aus unterschiedlichen Arten von Blutdruckmessgeräten. Oberarmmessgeräte, die Klassiker unter den Geräten zur Hypertonie-Kontrolle, gehören dabei zu den meistgekauften für die kontinuierliche Heimanwendung – obwohl sie meist teuer in der Anschaffung sind und weniger kompakt, schnell und nicht ganz so einfach in der Bedienung. Haben sich die Qualitäten inzwischen angeglichen oder spricht noch immer vieles für die Klassiker?

Herkömmliche Oberarm-Blutdruckmessgeräte

Doch der Reihe nach. Am Oberarm hat man seit jeher Zugriff auf den arteriellen Blutdruck eines Menschen. Bei der herkömmlichen Oberarm-Bludruckmessung nutzen Arzt oder medizinisches Personal noch immer häufig mechanische Geräte mit einem – nach heutigem Verständnis - schnöden Gummiball, einer Manschette mit Klettverschluss und Schläuchen, die einen analogen Druckmesser mit dem Ball verbinden. Die Manschette sitzt am Oberarm direkt über der Ellenbeuge und wird mittels Gummiball aufgepumpt. Der Druckwert selbst lässt sich aber erst beim langsamen Ablassen der Luft abrufen: Es treten sogenannten Korotkow-Geräusche auf, die der Messende über ein Stethoskop wahrnehmen kann. Er erhält so den systolischen und den diastolischen Wert – das heißt: Den oberen, während der Muskelkontraktion des Herzens gemessenen arteriellen Wert und den unteren, während der Erschlaffungspause gemessenen Wert. Anders, jedoch nicht minder klassisch, prüft der Arzt den Druck mittels Oberarmmanschette und Tasten des Pulses (Riva-Rocci oder kurz: RR). Hierbei lässt sich gleichzeitig die Pulsfrequenz des Patienten ermitteln. Wer allerdings glaubt, man sei zur Ermittlung exakter Druckwerte auf die Hilfe einer medizinisch geschulten Hilfsperson angewiesen, der irrt. In jüngerer Zeit hat sich der Markt stark an die Kundenbedürfnisse angepasst, die Hersteller von Messautomaten können zudem ein Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga beantragen oder ihre Geräte klinisch validieren lassen. Ein Segen für alle, die bei der Wahl ihres Heimgerätes unsicher sind.

Digitale Oberarm-Bludruckmessgeräte

Moderne Oberarm-Messgeräte ermitteln den Druckwert vollautomatisch. Es handelt sich dabei um digitale Messgeräte mit meist auswechselbarer Manschette für unterschiedliche Oberarmstärken, Display und – im besten Fall – einer WHO-Ampelskala (World Health Organization) zur Schnelleinschätzung. Bessere Geräte messen den Blutruck bereits beim Aufpumpen der Manschette und lassen den Druck anschließend auf einmal ab - Nachpumpen entfällt. Die elaboriertesten Varianten sind mit Speicherplätzen für mehrere Wochen und Patienten (etwa Paare oder Gäste) und Durchschnittswertberechung ausgestattet, sie besitzen Pulsdruckmesser, Datums- und Uhranzeige und eine Erkennung von Herz-Arrhythmien. Ein gutes Beispiel für eine gelungene Rundum-Ausstattung ist der iHealth Track. Einige Geräte besitzen eine LED-Manschettensitzkontrolle, andere beginnen bei Fehlanwendung erst gar nicht zu messen. Diese Geräte können vor allem das geringste Fehlanwendungsrisiko für sich reklamieren (sie müssen nicht wie Handgelenk-Blutdruckmesser in Herzhöhe gehalten werden), sind aber umständlicher anzulegen und meist teurer als Handgelenkgeräte. Auch gut: Neuere Tests konnten keinen signifikanten Unterschied in der Messgenauigkeit mehr erkennen. Einst traten Messfehler vor allem bei dicken Oberarmumfängen auf – bei einem Oberarm von mehr als 35 Zentimetern Umfang war manches Heimgeräte gar völlig nutzlos. Es spricht also einiges für die Oberarm-Heimgeräte.

Autor: Sonja