Bluetooth-Blutdruckmessgeräte: Risikofaktor Datensicherheit?

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Bluetooth BlutdruckmesserBlutdruckmessen ist längst keine Alte-Leute-Angelegenheit mehr. Eine beliebte Strategie der Verkaufsprofis aus dem Gesundheitslager lautet seit Jahren, den Geräten das einst angestaubte Image zu nehmen – und nicht nur schicke Gehäuse und schlanke Bauformen zu entwickeln, sondern auch Geräte mit einzubeziehen, die man ohnehin täglich nutzt. Vor allem Beurer, Withings oder Omron haben hier Blutdruckmessgeräte vorgelegt, die via Bluetooth ermittelte Daten auf das Smartphone übertragen können. In Tests zeigen die meisten Geräte klare Vorteile, und Angst vor der Technik muss ebenfalls niemand haben. Doch in manchen Aspekten sind durchaus Fehlgriffe möglich.


Smartphones nehmen via Bluetooth die Messdaten entgegen

Das Konzept ist schnell erklärt: die digitalen Blutdruckmessgeräte arbeiten kabellos mit dem Smartphone zusammen, indem sie die zuvor ermittelten Druckwerte an das Handy senden. Dort werden sie meist auf einer kostenlos erhältlichen App gesammelt und können grafisch oder tabellarisch dargestellt werden. Die Vorteile liegen nicht nur in der kabellosen Übertragung und besseren Verlaufskontrolle; auch lassen sich die Werte von überall auf der Welt kostenlos abrufen. Wer sein Gesundheitsmanagement ernsthaft betreibt, kann auch Geräte wählen, die die Messdaten an den Arzt senden oder mit Freunden teilen – und sie etwa über Twitter oder Facebook veröffentlichen. Ein zusätzlicher USB-Anschluss ermöglicht es, die Daten des Messgerätes auf den PC zu übertragen und lokal zu betrachten, dort auszuwerten, zu verwalten und zu archivieren. Wer ohnehin im Alltagsleben digitale Geräte nutzt, hat also offenbar klare Kaufargumente für das Bluetooth-Konzept. Doch bei manchen Geräten treten zwei grundsätzliche Probleme auf.

Stiftung Warentest kritisiert Sendeverhalten von Apps

So hat die test-Stiftung mit dem iHealth ein digitales Handgelenk-Blutdruckmessgerät in den Blick genommen, das zwar optisch rundum überzeugt – und insoweit gerade eine stilbewusste Nutzerschaft ansprechen mag, jedoch qualitativ nicht vollends ausgereift ist. Denn entweder sind sie nur für iOS-Geräte einer bestimmten Version kompatibel, was Android-Anwender enttäuschen wird (dasselbe gilt umgekehrt); oder sie geraten bei genauerer Betrachtung der Datensicherheit ins Schwimmen. So ist in Foren und Online-Kommentarseiten immer wieder zu lesen, dass sich die „schnüffelnde Elektronik“ der LG-Fernseher oder Android-Handys auch über die Blutdruckmessgeräte in den Privatbereich einloggen und sensible Daten per App an das Handy senden könnte – und sich über das Profil einer unbekannten Leserschaft mitteilt. Zum Teil hat sich das Unbehagen der Nutzer sogar bestätigt. So hat die test-Stiftung beim iHealth kritisiert, dass die für die Nutzung erforderliche App bei jeder Verwendung eine eindeutige Kennung des Gerätes an Dritte sendet. Diese könnten sich so ein Profil erstellen und es etwa für Werbezwecke nutzen. Ein klares Contra-Argument muss dies aber nicht sein. Denn beim getesteten Gerät ist ein iPhone-Bildschirm unverzichtbarer Bestandteil der Messung, da das Gerät selbst kein Display besitzt, auf dem man die Messwerte lesen könnte. Insoweit haben Medisana oder Beurer die Nase vorn. Von beiden Marken gibt es inzwischen sehr gut bewertete Geräte mit Bluetooth-Technologie.

Autor: Sonja