Eine Steigerung des Blutdrucks ist in den meisten Fällen mit einfachen Mitteln möglich und nur in seltenen Ausnahmen müssen Medikamente eingenommen werden. Die Prognose und Gefährlichkeit des hohen Blutdrucks (Hypertonie) hingegen darf nie unterschätzt werden und muss vom Arzt behandelt werden. Als arterielle Hypotonie bezeichnet man den niedrigen Blutdruck, der in Deutschland einen Grenzwert der Systole von 110 mmHg besitzt – in den USA geht man weiter und definiert ihn mit 90/60 mmHg und darunter.

Ursachen

Die Ursachen für das Missverhältnis von Blutvolumen zu Gefäßvolumen können verschiedenartig sein. Ein zu geringer Gefäßwiderstand, der durch plötzliche Weitstellung erfolgt, sind Anzeichen eines Schockzustandes. Ist das Blutvolumen durch zu wenig Flüssigkeitsaufnahme, Blutverlust, Erbrechen und Durchfall reduziert, sinkt der Blutdruck ebenfalls mehr oder minder. Krampfadern und Medikamente können den Rückfluss des Blutes zum Herzen beeinträchtigen und den gleichen Effekt auslösen, wie auf der Herzseite eine verminderte Pumpleistung vorliegen kann. Beim schnellen Wechsel in die aufrechte Körperposition (Orthostase) muss der Körper eine Gegenregulation einleiten, damit der plötzliche Blutdruckabfall nicht zu Schwindel führen kann. Verschiedenartige Störungen der Orthostase-Reaktion sind bekannt, wobei die Gegenreaktion zu stark oder zu schwach ist. Sehr häufig ist die idiopathische Hypotonie, die bei jungen und schlanken Menschen vermehrt anlagebedingt auftritt, jedoch keinen eigentlichen Krankheitscharakter besitzt.

Symptome und Behandlung

Den niedrigen Blutdruck erkennt man leicht an der Gesichtsblässe, den kalten Händen und Füßen, der Konzentrationsschwäche, leichter Ermüdbarkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Schwindelgefühl und der Neigung zu Ohnmachtsanfällen. Wenn keine identifizierbare Grunderkrankung vorliegt, kann man der Hypotonie relativ leicht mit Sport, Gymnastik, Wechselduschen und salzhaltigen Mahlzeiten bei gleichzeitiger Flüssigkeitszufuhr begegnen. Nur in Ausnahmefällen kann der Arzt medikamentös eingreifen, wenn die genannten konservativen Methoden nicht zum Erfolg führen.