Von einer Koronaren Herzkrankheit, folgend KHK genannt, spricht man, wenn einerseits eine Verminderung des Sauerstoffangebots und andererseits eine Erhöhung des Sauerstoffbedarfs des Herzmuskels vorliegen. Diese chronische Erkrankung kann über Jahrzehnte fortschreiten und die Lebensqualität stark einschränken sowie einen Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod auslösen. In Deutschland betrug bis 2005 die Quote der Todesfälle durch KHK/Herzinfarkt rund 17 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt die Möglichkeit an eine KHK-Komplikation zu sterben stetig und auch statistisch nimmt die Zahl der klinisch erfassten KHK-Patientien um jedes Jahr zu.

Ursachen

Eine der Hauptursachen besteht in der Erkrankung an Arteriosklerose der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen. Dabei kommt es zu herdförmigen Ablagerungen an der Gefäßinnenwand, die Plaques aus Fettsubstanzen, komplexen Kohlehydraten, Blutbestandteilen, Bindegewebe und Kalziumablagerungen bilden und das Lumen des Herzkranzgefäßes einengen. Andere Ursachen für eine Verminderung des Sauerstoffangebots können Thrombosen und Embolien sein, Gefäßentzündungen durch Infektionen und Autoimmunprozesse sowie Koronarspasmen, die durch Drogenkonsum (Kokain) hervorgerufen werden. Aber auch eine mechanische Kompression der Koronargefäße durch Tumoren oder eine krankhafte Vergrößerung des Herzens bewirken den gleichen Effekt. Hinzu kommen Ateminsuffizienz mit geringerer Sauerstoffaufnahme und Anämien mit verminderter Sauerstoffbindung. Letztendlich spielen noch gewisse Risikofaktoren wie das Rauchen, dauernder Stress und zu hohe Cholesterinwerte eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entstehung der KHK.

Behandlung

Vor der Therapie steht eine weitgehende Diagnostik, die inzwischen standardisiert ist und auf hohem Niveau durchgeführt wird. Dabei gilt als sogenannter Goldstandard die Koronarangiographie (Röntgendarstellung der Herzkranzgefäße mittels Herzkatheter), die es ermöglicht, in einer Sitzung gleich für erste Abhilfe mittels Ballonkatheterisierung und Implatation eines Stents zu sorgen. Auf der medikamentösen Seite lassen sich je nach Kontraindikation Betablocker gut zum Einsatz bringen, die die Herzfrequenz senken und somit auch den Sauerstoffbedarf. Die Gabe von Nitraten führt zu einer Verringerung des Gefäßwiderstands und somit zu einer Entlastung des Herzens und vermindert ebenfalls den Sauerstoffbedarf. Einen ähnlichen Effekt mit anderer Basis erwirkt man durch Kalziumkanalblocker. Bei einer Unverträglichkeit von Nitraten, die standardmäßig eingesetzt werden, kann seit einigen Jahren auch Trapidil verabreicht werden.