Was im Volksmund oft als Herzschwäche bezeichnet wird, trifft den physiologischen Befund nicht exakt. Denn einerseits kann eine krankhaft verminderte Pumpfunktion vorliegen und andererseits eine Störung bei der Füllung von Vorhof und Kammer. Beide Zustände müssen nicht zwingend gleichzeitig auftreten. In jedem Fall ist eine ausführliche Diagnostik zur Sicherung der Behandlung von einem Facharzt erforderlich. Da bis zum Jahr 2006 die Herzinsuffizienz auf Platz drei der häufigsten Todesursachen rangierte.

Ursachen

Als häufigste Ursachen für die Entstehung einer Herzinsuffizienz werden koronare Herzerkrankungen, Herzmuskelentzündungen oder der Zustand nach einem Infarkt genannt. Gleichfalls kommt ein erhöhter Pumpwiderstand bein arteriellem Bluthochdruck infrage sowie eine verengte Aortenklappe. Ist die Letztgenannte undicht, erhöht sich das Schlagvolumen zum Nachteil der Förderleistung. Eine zu niedrige wie auch eine zu hohe Herzfrequenz können als Ursache für die Herzinsuffizienz genannt werden. Hinzu kommen eine mechanische Beeinträchtigung durch Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel und eine schwere Allgemeinerkrankung mit gleichzeitig erhöhtem Blutbedarf. Am häufigsten tritt die Insuffizienz bei einer Koronarerkrankung (KHK) auf.

Symptomatik

Die typische Luftnot bei körperlicher Belastung steht für die Linksherzinsuffizienz. Bei fortgeschrittener Linksinsuffizienz tritt die Luftnot auch im Ruhezustand auf und verschlechtert sich sogar beim Hinlegen. Nächtliche Hustenanfälle (Asthma cardiale) können zu bedrohlichen Anfällen anwachsen. Im schlimmsten Fall tritt Wasser in die Lunge ein (Lungenödem) und schwerste Atemnot entsteht. Bei der Rechtsherzinsuffizienz kommt es ähnlich wie bei der Lunge zur Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, nur dass dann die Beine und der Bauchraum betroffen sind. Beim kardiogenen Schock treten neben der Atemnot auch Bewusstseinseintrübung, Kaltschweißigkeit, schwacher und schneller Puls auf – notärztliche Versorgung wird dann erforderlich.

Behandlung

Nach eingehender Diagnostik kann der behandelnde Arzt die Therapie einleiten, die der Beseitigung der primären Ursachen dient. Im Falle der Hypertonie (Bluthochdruck) können Tabletten schnell in Form von ACE-Hemmern und Betablockern helfen. Operativ muss man bei Klappenfehlern, KHK und zur Einbringung von Schrittmachern vorgehen. Aber auch der Patient muss mitarbeiten und die Risikofaktoren senken. Dazu gehört die Gewichtsreduzierung, die verringerte Aufnahme von Kochsalz, die Limitierung der Flüssigkeitsaufnahme, die Reduzierung des Alkohol- und Nikotinkonsums.