Wer an einer Koronaren Herzerkrankung (KHK) erkrankt ist, kennt den anfallsartig auftretenden Brustschmerz nur zu gut. Aber auch ohne KHK kann es seltener zu einem Angina Pectoris-Anfall kommen, der durch körperlichen oder psychischen Stress ausgelöst werden kann. In beiden Fällen liegt eine Minderdurchblutung des Herzmuskels vor, wodurch diese Enge im Brustkorb erlebt wird. Kommt es hingegen zu sporadischen Krämpfen der Koronararterien, was insbesondere nach Drogenkonsum (Kokain, Amphetamine, Nikotin) auftreten kann, spricht man von einer Sonderform, die weniger gefährlich ist und sich Prinzmetal-Angina nennt.

Symptomatik

Viele Angina Pectoris-Patienten beschreiben ein Brennen im Brustkorb und speziell in der Herzgegend, wobei sich ein krampfartiger Druck unmittelbar hinter dem Brustbein aufbaut. Seltener kommt es zu Ausstrahlung in den Armbereich, wie man es häufig bei Herzinfarkt erlebt. In manchen fällen ist sogar der Unterkiefer betroffen, sodass der Patient den Zahnarzt aufsucht (Buddenbrook-Syndrom) und dieser die eigentlich vorliegende KHK übersehen könnte. Begleitet wir ein Anfall, der Minuten bis Stunden andauern kann, meist Atemnot und starken Angstgefühlen.

Klassifizierung

Die Angina Pectoris (AP) lässt sich generell in zwei Klasen einteilen: stabile AP und instabile AP. Bei der stabilen AP lassen sich über längere Zeiträume die AP-Anfälle leicht reproduzieren, wenn Belastungssituationen auftreten und klingen schnell wieder im Ruhezustand ab, insbesondere wenn Nitroglycerin sublingual verabreicht wurde. Je nach Schwere der Belastung erfolgt eine weitere Unterteilung in fünf Gruppen, wobei die beiden höchsten Stufen den Ruhezustand mit einbeziehen. Bei einer instabilen AP ist das Herzinfarktrisiko deutlich höher und auch die Symptomatik ist ausgeprägter und kann auch schon im Ruhezustand auftreten. Dabei kann die Anfallsdauer zunehmen, sowie auch die Häufigkeit und Schmerzintensität, die sich mit Nitroglycerin nicht mehr so gut bekämpfen lässt.

Behandlung

Wenn die Diagnose eindeutig erstellt wurde, kann eine langzeitige Therapie mit Betablockern und Kalziumantagonisten eingeleitet werden. In der akuten Anfallsphase hilft das bereits genannte Nitroglycerin innerhalb weniger Minuten. Die Vermeidung von Stress und körperlichen Belastungen ist in den meisten Fällen unumgänglich.