Kaffeevollautomaten-Tests: Worauf achten die Magazine am meisten?

Testsieger von De Longhi Die Testsieger lassen sich leicht bedienen und brühen schnell aromatischen Kaffee auf. (Bildquelle: delonghi.com)

Das wichtigste Kriterium jeder Kaffeemaschine ist der Geschmack des aufgebrühten Kaffees. Da die Kaffeequalität maßgeblich von der verwendeten Bohnensorte und auch dem subjektiven Geschmack des Nutzers abhängt, ist es schwierig, hier einen objektiven Vergleich auf die Beine zu stellen. Die Tests der Fachpresse können dies teilweise lösen: Oftmals bewerten professionelle Baristas in sensorischen Tests den Geschmack nach klar definierten Dimensionen. Auch aus Käufermeinungen ergibt sich schnell ein Bild, ob der Kaffee aus der jeweiligen Maschine schmeckt oder eben nicht.

Wichtig ist aber auch die Temperatur des Kaffees und die Beschaffenheit der Crema, die auf den verschiedenen Kaffeevarianten entsteht. Hier unterscheiden sich die Hersteller und Geräte zum Teil stark, aber auch die individuellen Vorstellungen vom perfekten Kaffee gehen auseinander. Manch einer mag ihn gleich trinkfertig oder mit Milch, andere bevorzugen ihn wesentlich heißer oder schwarz. Ähnlich ist es um die Stärke bestellt: Hier ist bei jeder Maschine einzeln zu prüfen, ob sie den eigenen Anforderungen gerecht wird und etwa sehr starken, sehr schwachen, einen doppelten oder auch normalen Kaffee zubereitet. Die Tests zeigen die Besonderheiten der Geräte auf und helfen zwischen den vielen Modellen der Hersteller zu wählen.

Bei den Kaffeevollautomaten-Testsiegern passt alles zusammen: Die Qualität des Kaffees ist hoch, die Bedienung und Reinigung geht leicht von der Hand, bei Vollautomaten mit Milchsystem gelingt der Milchschaum wie gewünscht.

Die Modellwahl: automatischer und manueller Milchschaum im Vergleich

Kaffeevollautomat von Saeco für zwei Kaffee-Milch-Getränke gleichzeitig Nur wenige Modelle können zwei Cappuccino oder Latte macchiato gleichzeitig produzieren wie der Kaffeevollautomat Saeco SM7685 Xelsis. (Bildquelle: philips.de)

Auch der Milchschaum ist ein essenzieller Bestandteil fast aller Vollautomaten. Nur wenige Geräte bieten kein Milchsystem und müssten bei Bedarf mit einem externen Milchaufschäumer ergänzt werden.

Bei Automaten mit Milchsystem unterscheidet sich die Art und Weise, wie der Schaum produziert wird: automatisch auf Knopfdruck oder manuell mit Heißdampfdüse. Viele Käufer bevorzugen die bequeme automatische Variante, haben dann aber auch kaum Einfluss darauf, wie gut der Schaum gelingt. Meist fließen Milch und Milchschaum sowie der Kaffee in einem Rutsch in die Tasse oder das Glas.

Händisch Milch aufschäumen mit Edelstahlkännchen Zum manuellen Milchaufschäumen eignen sich kleine Kännchen aus Edelstahl sehr gut. (Bildquelle: philips.de)

Bei der manuellen Variante sieht es etwas anders aus. Hier besteht die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wie stark die Milch aufgeschäumt werden soll. Dafür ist es allerdings notwendig, die Düse in ein Milchkännchen zu halten und mit lockeren Schwung- und Ziehbewegungen die Kanne zu schwenken. Das macht zwar etwas mehr Arbeit, liefert dafür jedoch sehr gute Ergebnisse.

Beim Geschmack des Milchschaums gehen die Meinungen stark auseinander. Cremig, sehr fest, fein oder grobporig, jeder mag den Schaum etwas anders. Bei der manuellen Zubereitung durch Schwenkbewegungen spielt die Technik der Handbewegung eine wichtige Rolle, bei der Zubereitung auf Knopfdruck lediglich die Milchsorte und Temperatur. Am ehesten gelingt toller Schaum mit fetthaltiger, kalter Milch. Beim Aufschäumen wird sie gleichzeitig erwärmt, damit auch die Kombination von Kaffee und Milch noch ordentlich heiß ist.

Die Reinigung von Vollautomaten: Hygiene vs. Aufwand

Ein oftmals leidiges Thema ist die regelmäßige und gründliche Reinigung des Kaffeevollautomaten, die allerdings ein Garant für die gleichbleibend hohe Getränkequalität ist. Viele Geräte bieten effiziente Pflegeprogramme zur Selbstreinigung der Kaffee- und Milchleitungen sowie zur Entkalkung der Maschine. Von Vorteil ist es, wenn Wassertank und Bohnenbehälter abnehmbar sind und damit leicht gespült werden können. Auch das Herzstück der Maschine, die Brühgruppe lässt sich bei vielen Maschinen leicht herausnehmen und reinigen.

Besonders wichtig ist nach der Reinigung die anschließende Trocknung aller Teile, um Schimmel zu vermeiden. Ist die Brühgruppe herausgenommen, gibt es genug Platz, um auch das Innere der Maschine von möglichen Kaffeeresten zu befreien. Eine Ausnahme stellt hierbei der Hersteller Jura dar, der bewusst auf ausbaubare Brühgruppen verzichtet und mehr Gewicht auf seine Pflegeprogramme legt.

Kaffeevollautomaten-Testsieger mit Milchreinigungsprogrammen


Im alltäglichen Betrieb: schnell, leise und leicht zu bedienen

Komfort wird bei vielen Kaffeevollautomaten großgeschrieben. Die Kaffeeklassiker Espresso, Cappuccino und Latte macchiato sind oftmals durch die Direktwahltasten nur einen Knopfdruck entfernt. Das Display informiert über aktuelle Einstellungen oder wann Handlungsbedarf besteht – etwa wenn Behälter zu füllen, zu leeren oder Reinigungen durchzuführen sind. Einige Hersteller nutzen sogar großflächige Touchdisplays zur Steuerung.

Je nach Modell lassen sich die Maschinen teilweise ohne Vorkenntnisse und damit sehr intuitiv bedienen. Bei anderen wird die Bedienungsanleitung zum steten Begleiter, da Tasten zum Beispiel doppelt belegt oder unzureichend beschriftet sind. Nach kurzer Eingewöhnungszeit verinnerlichen viele aber auch zunächst komplizierte Bedienmuster.

Wie schnell die verschiedenen Kaffeespezialitäten zubereitet sind und wie laut die Maschine dabei wird, kann sich stark unterscheiden. Durchschnittlich benötigt die Zubereitung einer Tasse Kaffee nur etwa eine Minute und ein Getränk mit Milch etwa anderthalb Minuten. Von ohrenbetäubenden Mahlwerken, die morgens die Nachbarn aus dem Schlaf reißen bis hin zu vertretbar leisen Maschinen ist alles dabei. Glücklicherweise arbeitet das Mahlwerk ja stets nur einige Sekunden.

Zusätzlicher Komfort: Kaffeevollautomaten mit zwei Mahlwerken oder Bohnenkammern

Nur wenige Maschinen gehen über den Standard von einer Bohnenkammer und einem Mahlwerk hinaus. Dank einer doppelten Ausführung des Bohnenbehälters können gleichzeitig zwei verschiedene Bohnensorten verwendet werden – z. B. eine klassische Robusta- oder Arabica-Sorte und Bohnen für koffeinfreien Kaffee. Um diese bei der Zubereitung sauber voneinander zu trennen, bedarf es zweier Mahlwerke oder eines Mahlwerks, das leermahlt. Ansonsten ist die erste Tasse nach einem Sortenwechsel eine Mischung aus beiden. Diese Ausstattungsvariante findet sich z. B. bei höherpreisigen Modellen von Siemens und vielen Kaffeeautomaten von Melitta.

Die Einstellungsmöglichkeiten: vielseitig anpassbar

Nivona NICR788 mit individueller Mein Kaffee Einstellung Einstellbare Kaffeevariante Mein Kaffee bei Nivona (Bildquelle: nivona.de)

Ganz den eigenen Wünschen entsprechend warten viele Vollautomaten mit umfassenden Personalisierungsmöglichkeiten auf. Die Klassiker, um den Kaffee zu individualisieren, sind die wählbare Temperatur, die Stärke von Kaffee und Espresso und die Tassenfüllmenge. Einige Maschinen bieten ähnliche Einstellungen sogar für den Milchschaum, der dann auch in seiner Konsistenz und Menge angepasst werden kann.

Für die Bohnenzufuhr gibt es neben den Mahlwerken meist einen Drehschalter, der darüber entscheidet, wie fein oder eben grob die Bohnen gemahlen werden. Dabei gilt: Je stärker die Bohnen zerkleinert sind, desto größer ist die Oberfläche, auf die das heiße Wasser beim Aufbrühen trifft – so lösen sich mehr Aromen. Bei stärkeren Bohnensorten reicht daher meist schon ein grober Mahlgrad aus, damit der Kaffee beim Durchfließen der Brühgruppe nicht zu bitter wird.

Einige Vollautomaten lassen sich mittels Smart-Home-Funktion auch über das Smartphone steuern. Das Aufstehen, um den fertigen Kaffee zu holen, ersetzt das jedoch nicht. Für Mehrpersonenhaushalte gibt es praktische Benutzerprofile, welche die individuellen Vorlieben für die verschiedenen Kaffeezubereitungen speichern.

Top-Kaffeeautomaten mit einstellbaren Benutzerprofilen


Ausstattungsunterschiede: für hohe Tassen geeignet oder mit Wasserfilter

Die Ausstattungsmerkmale des Vollautomaten werden durch die persönlichen Anforderungen bestimmt: In Regionen mit sehr kalkhaltigem Wasser bietet es sich an, einen Maschine mit integriertem Wasserfilter auszuwählen. Alternativ kann auch häufiger das automatische Entkalkungsprogramm durchgeführt werden, je nach Bedarf. Für Latte-macchiato-Liebhaber ist die maximale Tassenhöhe entscheidend, die anzeigt, ob das Lieblingsglas auch unter den Auslauf passt.

Die besten Vollautomaten für besonders hohe Tassen


Lohnt sich die Anschaffung eines teuren Kaffeevollautomaten oder gibt es auch gute günstige Geräte?

Teure Maschinen haben viele Vorteile: Sie sind in der Regel besser ausgestattet (z. B. durch ein zusätzliches Fach für Kaffeepulver), haben größere Wassertanks und Bohnenbehälter, mehr Profile und eine komfortablere Bedienung per Touchdisplay. Für den schnellen Espresso oder Latte macchiato auf Knopfdruck ist das von Vorteil. Dem entgegen müssen günstige Kaffeevollautomaten bis 300 oder 400 Euro aufgrund der kleineren Wassertank häufig wiederbefüllt werden. Das kann bei größeren Haushalten mit mehr als zwei Kaffeetrinkern stören.

Viel wichtiger als die Ausstattung ist jedoch die regelmäßige Pflege und Reinigung des Kaffeevollautomaten, die unabhängig vom Preis ist. Dadurch erhöht sich die Langlebigkeit des Geräts enorm. Die Bedienungsanleitung hilft dabei die notwendigen Pflegeprogramme einzutakten. Häufig gibt das Gerät selbst den Anstoß zur Reinigung nach einer bestimmten Anzahl an Espresso oder Zubereitungen mit Milch. Darauf, dass die Brühgruppe und der Wassertank in gutem Zustand bleiben muss man allerdings selbst achten, denn nur dann ist hohe Kaffee-Qualität auf Dauer gewährleistet.

Autor: Ron P.