Kinderwagen: Konjunktur für mehr Komfort

  • Gefiltert nach:
  • Kinderwagen
  • Alle Filter aufheben

SportkinderwagenZeigt sich der Kinderwagen selbst verantwortlich dafür, wie gut er sich im Stadt- oder Landleben macht, sorgen Details dafür, dass er sich komfortabel und angenehm fährt: Luft- oder Kunststoffräder, Federung, verstellbarer Schieber und Verdeck mit Sichtfenster gehören zu den immer häufiger gesuchten Funktionsteilen bei Kinderwagen. Der Blick auf Details lohnt speziell bei den Kombikinderwagen, da sie sehr lange im Einsatz sind. Sie sind dann die erste Wahl, wenn ein wandlungsfähiges Multitalent gesucht wird – doch viele Hersteller verschenken mit ihrem Verzicht auf babygerechte Lösungen das große Potenzial dieser Langzeitgeräte.


Erstlingswagen: Die Komfortablen für das Liegealter

ErstlingswagenKinderwagen nach Großmutters Art sind wieder im Kommen. Die Renaissance der schweren Erstlingswagen mit großem Liegemaß, hohem Fahrkomfort und Eigengewichten bis zu 17 Kilogramm sind noch immer die beste Wahl für Eltern, die dem Baby das Beste an Komfort bieten möchten. Diese Erstlings- oder Babywagen sind meist schön geräumig, mit ihrem hohen Aufbau ideal für die stilvolle Ausfahrt und perfekt für lange Spaziergänge in der Natur. Mit einem Nutzungszeitraum von einem halben bis dreiviertel Jahr aber auch relativ kurzlebig, denn dann kommt es den Kleinen auf andere Bedürfnisse an als nur auf das schnöde Liegen. Nur selten sind Erstlingswagen mit aufstellbarer Matratze zu finden, die dem interessierten Baby einen besseren Ausblick auf das Geschehen bieten. Ab einem halben Lebensjahr sind Kinder der Babywanne meist schon entwachsen, im aufrechten Sitz gibt es weit Spannenderes zu beobachten als im Liegemodus.

Buggys und Shopper: Erst ab dem Sitzalter

Die shoppingtaugliche Alternative zum Babywagen heißt Buggy, auch Shopper genannt.  In Elternforen wird immer wieder erwähnt, dass manche doch sehr auf die reine Fahrfunkton reduziert sind, Kindkomfort findet sich wenig. Einen Entwicklungsschritt weiter sind Buggys mit (fast) waagrecht absenkbarer Rückenlehne, sogenannte Liegebuggys. Ein solcher Leicht-Buggy kann aber nur bedingt das leisten, was ein Babywagen kann: Dem Nachwuchs eine komfortable, schön geräumige Liegefläche und einen vollwertigen Schlafplatz bieten. Doch etwa ab Alter von 6 bis 9 Monaten ist das nicht mehr so wichtig – jedenfalls hierzulande. In Dänemark etwa legt man die Kinder bis zu drei Jahren zum Schlafen in einen Erstlingswagen auf Terrasse oder Balkon – Hauptsache, das Mittagschläfchen wird an der frischen Luft gehalten. Noch leichter sind die von den Herstellern als Reisebuggys gepriesenen Kinderwagen. Meist sind sie sogar als Bordgepäck im Flugzeug zugelassen, sehr moderne Formen sind tragbar wie eine Schultertasche oder ziehbar wie ein Trolley.

Kombikinderwagen

Hauptsache leicht: Was kann passieren?

Wer den Kinderwagen oft irgendwo an- oder hineinheben muss sollte ein Leichtmodell wählen. Bei den Babywagen der modernen Generation ist das ein klassischer Zielfkonflikt – die Tendenz zeigt klar auf solide Bauformen mit Rückbezug auf die Karren-Technik der Großmütter mit geräumigen Babywannen, schweren Lufträdern und robusten Stahlgestellen. Andererseits sollen sie sich für das Stadtleben eignen, schön wendig, klappbar und leicht sein. Wer sich einen solchen Alleskönner-Kinderwagen zulegen möchte, sollte überlegen, dass er immer einen Kompromiss darstellt. Die klassischen Vertreter dieser Kompromisslösungen sind Kombikinderwagen mit ihrem wechselbarem Aufsatz für jede Entwicklungsstufe: Sie sind vielseitig,  leicht und platzsparend, doch die Qualität stimmt oft trotzdem nicht: Nur wenig sind wirklich kindgerecht, nicht selten sind sie beengt, klapprig und instabil.

Welche Rolle spielen die Räder?

Noch größer als beim Wagentyp selbst ist die Verwirrung bei Radtypen. Doch prinzipiell ist die Auswahl einfach: Wer auf dem Land wohnt, häufig im Wald und auf Feldwegen spazieren geht oder wenigstens gelegentlich auch unebenes Terrain befährt, sollte das Augenmerk auf vier große, gefederte Luft- oder Luftkammerräder legen, am besten sind Räder mit Einzelradaufhängung. Sie gleichen Bodenunebenheiten besser aus und machen den Landausflug zum wahren Fahrvergnügen. Doch auch Bewohner von Städten mit viel Kopfsteinpflaster wie Berlin, Regensburg oder Heidelberg sind mit luftbereiften Rädern gut beraten. Der Nachwuchs wird weniger durchgeschüttelt, das Manövrieren ist leichter und einfach komfortabler als mit Kunststoffrädern. Die reinrassigen Stadbuggys haben fast immer Schwenkräder an der Vorderachse, die sich für unbefestigte Wege mit wenigen Handgriffen auch feststellen lassen.

Dreiradwagen und Jogger

Baby JoggerWer sportlich wirken will, greift zum Dreiradwagen, meist als Jogger im Handel geführt. Doch zum Joggen sind nur ganz wenige Modelle wirklich geeignet. Die echten Sportgeräte sind für einen relativ eng gefassten Nutzerkreis und Einsatzzeitraum entwickelt worden und sollten gut überlegt sein. Babys liegen darin nur sicher und bequem, wenn wattierte Sitzeinlagen, Federungssystem, Liegefunktion und Handbremse vorhanden sind. Die wenig wirklich sportlichen Dreiradwagen zum Joggen besitzen Laufräder mit 16 bis 20 Zoll Durchmesser, einen langen Radstand für perfekten Geradeauslauf und ein nicht schwenkbares Vorderrad – kaum geeignet für das tägliche Joggen im Park mit anschließendem Einkauf im Supermarkt. Doch Hersteller wie Mountainbuggy und TFK bieten alltagstaugliche Dreiradjogger an, die jeden Anspruch befriedigen sollten. Generell ist bei den Dreiradwagen Vorsicht geboten: Auf Bordsteinen können sie sich kippelig verhalten.

Autor: Sonja