Dampfbürsten – der Kärcher für den Kleiderschrank?

Dampfbürste in Aktion (Bild: shutterstock / Arturs Budkevics)

Pfft, pfft – Sie kennen das Geräusch vielleicht aus Modeboutiquen. Mit einer Art Dampfpistole frischt das Personal Blusen und Kleider auf, bevor sie wieder zum Verkauf ausgehängt werden. Diese raffinierte und schnelle Pflegemethode eignet sich auch bestens für zu Hause oder auf Reisen.

Dampfbürste statt Bügeleisen?

Was bringt mir nun eine solche Dampfbürste, wo ich doch ein Bügeleisen besitze, sogar eins mit Dampf? Zweifellos gibt es ein paar Fälle, in denen eine Dampfbürste gegenüber ihrer Konkurrentin punktet, wie folgende Gegenüberstellung zeigt:

Das kann eine Dampfbürste:

  • Einzelne Kleidungsstücke mit Dampf wieder auffrischen, z. B. zerknitterte Anzüge, Blusen etc.
  • Mit Stickereien, Pailletten, Goldfäden oder Ähnlichem besetzte Kleidung in Form bringen
  • Empfindliche Stoffe wie Seidenblusen, Kaschmirpullover schonend pflegen
  • Gardinen glätten
  • Polstermöbel reinigen

Das überlassen Sie besser weiterhin Ihrem Bügeleisen:

  • Tiefsitzende Knitterfalten
  • Den prall gefüllten Wäschekorb
  • Schwere Stoffe wie etwa Jeans, Leinen
  • Wenn die Wäsche perfekt gebügelt sein muss – Klassiker: das Businesshemd

Sie sehen: Eine Dampfbürste besitzt durchaus eine Existenzberechtigung für die Kleiderpflege. Für die Mini-Kärcher spricht aber noch ein weiterer Punkt: Sie sind simpel zu handhaben. Denn anstatt umständlich Bügeleisen und Bügelbrett herrichten zu müssen, hängen Sie das Kleidungsstück einfach am Bügel auf, streichen mit der Dampfbürste ein paar Mal darüber – fertig.

Dampfbürste als Reise-Accessoire

Einige Dampfbürsten sind besonders handlich. Sie spekulieren auf Reisende, die am Urlaubs- oder Tagungsort nicht auf einen picobello Auftritt in Abendkleid oder Anzug verzichten möchten. Der Wassertank fällt allerdings meist winzig aus; nach ein paar Minuten geht dem an sich praktischen Reise-Accessoire buchstäblich die Luft aus.

Autsch! Wasserflecken sind die Achillesferse der Dampfbürsten

Qualitätskriterium Nummer 1 für eine Dampfbürste ist ein einheitlicher Dampfstrahl. An diesem Punkt trennt sich die Spreu vom Weizen, wie Testergebnisse von Fachmagazinen zeigen. Auffällig: Insbesondere bei den eher günstigen Modellen stellen Testerinnen und Tester immer wieder fest, dass sich an der mit Düsen besetzten Heizplatte Wasser absetzt, das dann auf die Kleidung tropft und unschöne Flecken provoziert.

Daher unser Tipp: So verlockend die Preise auch sein mögen, investieren Sie Ihr Geld lieber in eine Dampfbürste von Philips, Tefal oder Grundig, die sich in Tests bewährt haben.

Praxistipp: So meistern Sie auch schwere Fälle

Nicht jede Knitterfalte beugt sich anstandslos einer Dampfbürste. Dickere Stoffe etwa leisten Widerstand – den Sie jedoch mit einem kleinen Trick brechen können. Spannen Sie einfach das Kleidungsstück, indem Sie am unteren Ende leicht ziehen. Dabei sollten Sie einen Handschuh überziehen, um sich nicht am heißen Dampf zu verbrühen. Lobenswert: Bei einigen Modellen gehört ein hitzebeständiger Handschuh zur Ausstattung.

Was Sie außerdem beachten sollten

Die weiteren Kaufkriterien betreffen ausschließlich Einsatzzweck beziehungsweise Handhabung einer Dampfbürste und sind schnell benannt.

3 oder 12 Minuten Dampf?

Während die ausgestoßene Dampfmenge bei den meisten Modellen ungefähr gleich ist und daher als Kriterium kaum ins Gewicht fällt, lohnt ein Blick zum Wassertank. Bei einem Volumen von ca. 250 bis 300 Millilitern können Sie sich rund 10 bis12 Minuten Zeit lassen bzw. gut und gern zwei bis drei Hemden oder Blusen auffrischen. Als grobe Faustregel gilt: Wassertankvolumen geteilt durch 25 ergibt ungefähr die Dampfdauer in Minuten.

Bewegungsspielraum

Achten Sie außerdem auf ein möglichst langes Netzkabel. Jeder Zentimeter zählt, denn nichts ist ärgerlicher als ein zu eng bemessener Bewegungsspielraum. Bei einer Kabellänge von deutlich unter 2 Metern fesseln Sie sich unnötig an den Standort der Steckdose, während ein Netzkabel von 2,5 bis 3 Metern mitunter bis zum Kleiderschrank reicht, an dem Sie die Kleidungsstücke zum Bedampfen aufhängen können.

Und sonst?

Achten Sie auf den Lieferumfang – den meisten, aber nicht allen Geräten liegen Adapter bei, etwa ein Bürstenaufsatz zum Aufpicken von Flusen oder Tierhaaren. Lässt sich die Dampftaste arretieren? Perfekt, das schont die Handmuskulatur. Zum Glück sind fast alle Dampfbürsten Leichtgewichte, die Bandbreite reicht hier von ca. 700 bis 1.000 Gramm.

Die besten Dampfbürsten

Geht’s auch eine Nummer größer? Klar.

Eine Dampfbürste für eine Handvoll Kleidung ist Ihnen zu wenig? Kein Problem. Unter der Sammelbezeichnung Dampfglätter finden Sie auf Testberichte.de die großen Schwestern der Dampfbürsten, die Hersteller manchmal als „Hemdenbügler“ oder „Dampfcenter“ vertreiben.

Auch hier kommt eine Dampfbürste zum Einsatz, allerdings mit deutlich mehr Wumms und Ausdauer. Verantwortlich dafür ist ein separater Tank mit bis zu 2,5 Litern Volumen, aus dem das Wasser unter Druck zur Düse gepumpt wird. Entsprechend stärker ist der Dampfausstoß – mindestens das Doppelte im Vergleich zu einer Dampfbürste. Das kommt unmittelbar der Effizienz zugute und führ zu rascheren Ergebnissen. Dampfglätter erkennen Sie leicht an dem Gestänge mit Kleiderbügel, das auf dem Wassertank thront und sich dank Höhenverstellbarkeit leicht an die Größe des Kleidungsstücks anpassen lässt.

Die besten Dampfglätter

Aktuelle Tests

ETM Testmagazin: 5 Dampfbürsten

Ökotest: 10 Dampfbügeleisen