Stielstaubsauger: Auf dem Weg zur gleichwertigen Alternative zu einem Bodenstaubsauger?

Rowenta Akku-Stielstaubsauger Leicht, wendig, vielseitig - Akkustaubsauger finden immer mehr Fans. (Bildquelle: rowenta.de)

Wie lassen sich die unterschiedlichen Bewertungen von Akku-Stielsaugern ins Tests erklären?

Akku-Stielstaubsauger sind derzeit der Renner bei den Kunden. Gleichzeitig zeigen sich immer noch viele Interessenten skeptisch: Kann ein Akkusauger wirklich einen klassischen Bodenstaubsauger 1:1 ersetzen? Der Blick in die Testlandschaft liefert leider keine eindeutige Antwort auf diese wichtige Frage. Denn auf der einen Seite prägen Modelle mit sehr guten Testnoten die Bestenlisten. Auf der anderen Seite bemängelt die renommierte Stiftung Warentest die Saugstärke ihrer Testkandidaten. 8 von 10 Modellen fallen im letzten Test der Verbraucherschutz-Institution vom Frühjahr 2018 durch.

Woran hapert es nun genau? An der Saugkraft.

Der Grund für diese Misere ist, wie so oft, das Prüfverfahren der Stiftung. Es orientiert sich streng an DIN-Normen und akkuraten Messungen. Konkret: Wie viel Staub/Schmutz zieht ein Staubsauger tatsächlich ein? Auf den ersten Blick mögen Boden/Teppich sauber und staubfrei wirken. Die Messgeräte ermitteln jedoch Unterschiede in der Staubaufnahme von 22% beim schlechtesten Modell bis 86% beim Testsieger, dem Bosch BBH73260K. Nur dieser, so der Schluss, kann daher mit dem besten Bodenstaubsauger aus dem Test 2017, ebenfalls einem Bosch (BGS5A300), mithalten. Mit Einschränkungen auf Teppich gelingt dies nur noch dem Dyson V8.

Akkustaubsauger von Genius Einer der beliebtesten Akku-Stielstaubsauger, der Genius Invictus. (Bildquelle: genius.tv)

Die Latte für ein „Sehr gut“ liegt daher bei der Stiftung Warentest sehr hoch und auf jeden Fall auch höher als bei anderen Fachmagazinen – was ein Blick in die detaillierten Ergebnislisten der einzelnen Tests belegt. Die Bestnote ist hier viel häufiger anzutreffen.

Dieser direkte Vergleich der Testmagazine muss Sie aber nicht zwingend in die Verzweiflung treiben. Denn alle Experten sind sich mittlerweile darin einig, dass die Saugstärke der Akkustielsauger in den letzten Jahren massiv besser geworden ist. Aus der untergeordneten Rolle der Zweitsauger für kleinere Missgeschicke zwischendurch sind sie eindeutig herausgewachsen. Aktuellen Geräten können Sie die Sauberkeit Ihrer Wohnung bei gängigem Hausstaub/-schmutz daher guten Gewissens anvertrauen. Die Einschränkung, dass nicht alle Modelle auf einer Höhe mit einem netzbetriebenen Bodenstaubsauger sind und daher nicht zu 100% als vollwertige Alternative infragekommen, relativiert diese Aussage nur geringfügig.

Eckdaten, die Sie sich beim Kauf eines Akkustielsaugers merken sollten

Akku-Stielstaubsauger von Dirt Devil Für Allergiker oft ein Übel - das Entleeren des Staubbehälters. (Bildquelle: dirtdevil.de)

Akkulaufzeit: Vorsicht gegenüber Herstellerangaben! Diese beziehen sich nämlich in der Regel auf die maximale Betriebsdauer der niedrigsten Leistungsstufe. Drehen Sie das Gaspedal bei hartnäckigem Schmutz oder etwa bei Tierhaaren eine oder zwei Stufen höher, sackt die Laufzeit massiv ab. In Zahlen: Rechnen können Sie bei einem guten Gerät mit Saugzeiten von rund 30 Minuten, Topgeräte erreichen knapp über eine Stunde – auf Stufe 1. Davon bleiben unter Volllast nur noch 10-15 Minuten beziehungsweise 30-40 Minuten übrig. Sie sehen: Bei einem Akkusauger heißt es haushalten bei großen Wohnflächen.

Staubbehälter: Die neuesten Stielstaubsauger wiegen im Schnitt nur noch 2,5 Kilogramm, einige haben sogar auf um die 1 Kilogramm abgespeckt. Diese Werte lassen sich nur durch höchste Sparsamkeit beim Material erzielen – etwa beim Staubbehälter. Maximal rund 1 Liter Volumen ist die Norm. Modelle mit mehr Platz für Staub und Schmutz sind extrem rar. Richten Sie sich also darauf ein, dass Sie die Staubbox öfter leeren und reinigen müssen, wenn Sie viel saugen. Hausstauballergiker, aufgepasst! Alle neueren Modelle besitzen standardmäßig einen Staubbehälter, keinen Beutel. Schütten Sie diesen in die Mülltonne, bleibt eine Staubwolke kaum aus.

Ausstattung: Ebenfalls zum Standard hat sich eine Bodendüse mit integrierter Bürste gemausert. Vorteil: Durch Rotation nimmt diese Fasern und Haare von Teppichen leichter auf, auf Hartböden ist der Mehrwert eher nebensächlich. Insbesondere (Tier-) Haare verfilzen sich jedoch leicht in der Bürste. Diese sollten Sie daher mit wenigen Handgriffen (und ohne Werkzeug!) zur Reinigung entnehmen können. Obacht auch bei Modellversionen mit mehrteiligen Zubehör-Sets. Hier legen Sie oft für eigentlich überflüssige Zusatzdüsen mehr Geld als wirklich notwendig auf den Tresen.

Autor: Wolfgang