Staubsauger ohne Beutel: Sparsamer als Beutelsauger, aber auch Nachteile

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Staubsauger ohne Beutel Ratgeber Foto: Dyson

Wird ein Staubsauger intensiv zur Reinigung größerer (Wohn-) Flächen) genutzt, gehen Staubbeutel auf Dauer ganz schön ins Geld. Kein Wunder also, dass beutellose Staubsauger, nachdem sie ihre anfänglichen Kinderkrankheiten überwunden haben und die Topmodelle in puncto Saugstärke kaum mehr Wünsche offen lassen, sich mittlerweile einen Marktanteil von rund 30 Prozent erobert haben. Doch nicht jeder profitiert von dem hohen Sparpotenzial, denn auch einige Nachteile müssen in Kauf genommen werden.

Typen

Doch zuerst gilt es zu unterscheiden zwischen Staubsaugern mit Staubbehälter und gewöhnlicher Filtertechnik sowie den Zyklonstaubsaugern. Erstere dominiert bei den Akku-Handsaugern, die für kleine Unfälle oder die sprichwörtlichen „Krümel vom Frühstückstisch“ gedacht sind. Die Saugluft soll in diesem Fall nur von gröberen Staubsauger ohne Beutel - Akku-HandsaugerPartikeln befreit werden, weswegen ein einfacher Filter ausreicht und ein Staubbeutel überflüssig ist. Feinstaub wird dagegen über die Abluft wieder ausgeblasen. Bei hochwertigen Akku-Handsauger neueren Datums dagegen kommt die Zyklon-Technologie zum Einsatz, die Luft und Staub/Schmutz mittels Fliehkraft voneinander trennt, wobei Letztere ebenfalls in einem Behälter und nicht in einem Beutel landen. Die Saugkraft dieser Geräte ist merklich höher, weswegen ihnen auch schwierigere Aufgaben zugemutet werden dürfen, zumal immer häufiger auch zusätzlich leistungsstarke Akkus zum Einsatz kommen. Diese Akku-Sauger eignen sich viel besser als ihre schwachbrüstigen Kollegen für die Innenreinigung eines Autos, zum Absaugen von Polstermöbeln (teilweise inklusive Tierhaare) oder generell für schwer zugängliche Stellen im Haushalt. Diese Entwicklung hin zur Zyklontechnik in Kombination mit einem leistungsstarken Akku ließ sich nahezu zeitgleich auch bei den Handstaubsaugern beobachten. Die Topmodelle unter den beutellosen Akku-Stielsaugern können es mittlerweile zumindest auf Hart-/Glattböden wagen, mit einem Bodenstaubsauger die Kräfte zu messen. Für Teppichböden dagegen ist ein Schlittenmodell nach wie vor die bessere Wahl.

Bodenstaubsauger ohne Beutel

Allerdings kann auch nicht jeder beutellose Bodenstaubsauger mit einem Beutelsauger in den Ring steigen, wenn es um die Reinigung von Teppichböden geht. Bodenstaubsauger ohne BeutelWie sich nämlich in Tests immer wieder zeigt, sind bislang nur einige wenige hochwertige (und hochpreisige!) Modelle in dieser Disziplin auf Augenhöhe mit einem Staubbeutelsauger. Auf Hart-/Glattböden dagegen sind sie absolut gleichwertig. Vorsicht ist außerdem bei beutellosen Saugern aus den unteren Preisklassen angesagt. Hier kommt meist die weniger effektive Single-Zyklontechnik zum Einsatz, das heißt, die Saugluft wird nur ein Mal mittels Fliehkraft gereinigt, und zwar nur von relativ groben Partikeln. Den Feinstaub müssen zusätzliche Filter übernehmen (die entsprechend häufig gereinigt werden sollten). Multi-Zyklon-Geräte dagegen, die bis zu drei Reinigungszyklen mittels Fliehkraft einsetzen, sind deutlich teurer. Das hat zur Folge, dass in der „Holzklasse“ ein Beutelstaubsauger in der Regel einem gleich teuren beutellosen Staubsauger aufgrund der höheren Saugkraft mit hoher Wahrscheinlichkeit überlegen und damit tendenziell vorzuziehen ist, was insbesondere für Haushalte mit Teppichböden zutrifft.

Für Allergiker tendenziell weniger gut geeignet

"Briketts"-Technik eines beutellosen Staubsaugers von AEGDoch abgesehen von der Saugkraft spricht für viele vor allem die unhygienische Entsorgung des Behälterinhalts gegen einen beutellosen Staubsauger. Speziell Allergiker schrecken verständlicherweise davor zurück, den Behälter über der Mülltonne auszuleeren, da dieser Akt meistens von einer Staubwolke begleitet wird und teilweise sogar mit der Hand nachgeholfen werden muss. Einige wenige Hersteller versuchen derzeit zwar, dieses Problem in den Griff zu bekommen, etwa indem der Behälterinhalt zu festen „Briketts“ zusammengepresst wird. Die Mehrheit beschränkt sich jedoch darauf, lediglich das Öffnen und Ausschütten des Behälters zu erleichtern und ignoriert die bedrohliche Staubwolke.

Kaum Saugkraftverlust

Abschließend noch etwas Positives. Denn im Unterschied zu den meisten Beutelstaubsaugern verzeichnen beutellose Modelle selbst bei fast vollem Staubbehälter ganz selten einen nennenswerten Verlust an Saugkraft. Das hat Folge, und zwar für die Beutelmodelle. Lässt nämlich die Saugkraft spürbar nach, ist ein Beutelwechsel unvermeidlich, also noch bevor das Beutelvolumen vollständig ausgeschöpft wurde. Nur hochwertige Modelle können bislang diesen ärgerlichen Saugkraftverlust verhindern oder zumindest so stark abschwächen, dass er kaum ins Gewicht fällt. Für alle anderen aber gilt, dass die Unterhaltskosten aufgrund dieser Schwäche noch mehr in die Höhe schnellen und damit den beutellosen Kollegen ungewollt ein Vorteil zugespielt wird.

Autor: Wolfgang