Akkustaubsauger: Unbeschränkter Aktionsradius – aber oft beschränkte Saugleistung

Kaufberatung Akku-StaubsaugerDer größte Anreiz, der von einem Akku-Staubsauger ausgeht, ist natürlich der unbeschränkte, nur durch die Akkulaufzeit limitierte Aktionsradius. Wenn es sein muss, können mit ihnen auch Räume oder außerhäusige Freiflächen ohne Stromanschluss gesaugt werden. Als vollwertiger Ersatz für einen Bodenstaubsauger sind sie jedoch in der Regel eher weniger gut geeignet, da sie ihnen in puncto Saugleistung hinterherhinken – von wenigen Ausnahmen aus der neuesten Generation abgesehen, die eine Trendwende eingeläutet haben.

Aufholjagd

Denn die neueste Generation schickt sich gerade an, das landläufige Verdikt zu widerlegen, wonach Akku-Staubsauger zwar schön handlich und leicht sowie Platz sparend zu verstauen sind, dafür aber leider auch wenig(er) saugkräftig. Dieses Verdikt stammt nicht von ungefähr, sondern gründet unmittelbar auf zahlreichen Testreihen etablierter Fachmagazine oder Verbraucherorganisationen der letzten Jahre. Derzeit zeichnet sich allerdings eine Trendwende ab. Vereinzelt überraschen nämlich Top-Modelle mit Saugleistungen, die denen eines Bodenstaubsaugers sehr nahekommen. Verantwortlich dafür sind leistungsstarke Akkus, weswegen es auf diesen Punkt besonders zu achten gilt. Die Faustregel lautet, dass man mit einem mindestens 18 Volt starken Akku auf der sicheren Seite ist. Darunter finden sich nur wenige Modelle, die auf Hart-/Glatt- sowie Teppichböden gleichermaßen eine gute Saugleistung abliefern, wie die Testplatzierungen im Mittelfeld oder sogar darunter zur Genüge belegen. Top-Modelle arbeiten sogar mit sehr viel leistungsstärkeren Lithium-Ionen-Akkus, die noch einen weiteren Vorteil mit sich bringen: Die Ladezeiten belaufen sich auf ein paar wenige Stunden, also nur noch auf rund ein Drittel im Vergleich zu Nickel-Metallhydrid-Akkus. Gleichzeitig hat auch die Akku-Laufzeit einen erfreulichen Schritt nach vorn gemacht. Musste man sich vormals noch mit maximal 20 bis 30 Minuten zufriedengeben, halten die Besten mehr als doppelt so lang – ausreichend Zeit also, eine ganze Wohnung zu saugen.

Modelltypen

Akku-Staubsauger von DysonMit Akku-Staubsaugern sind natürlich nicht die knuffigen Akku-Handsauger gemeint, die sich gut zum Aufsaugen kleinerer Unfälle und Missgeschicke auf Tischen und Böden sowie zum Absaugen von Möbeln, Regalen oder Pkw-Sitzen eignen. Auch hier hat sich zwar in Sachen Akku-Technik und damit Saugleistung einiges getan. Aufgrund ihres eingeschränkten Einsatzbereichs machen sie jedoch nach wie vor nur als Ergänzung zu einem Bodenstaubsauger wirklich Sinn. Die Akku-Handstaubsauger dagegen, wegen ihrer charakteristischen Bauform oft auch „Stielstaubsauger“ genannt, mausern sich langsam aber sicher zu Allroundern für die komplette Bodenpflege. Ihre baubedingten Vorteile spielen sie vor allem in Wohnungen mit Platzmangel und/oder vollgestellten Wohnflächen aus. Geschätzt werden die oft nur wenige Kilogramm leichten und wendigen Staubsauger außerdem zum Beispiel von Älteren, die nicht mehr so viel Kraft für die Hausarbeit aufwenden können. Im Letzten Fall punkten die Stielstaubsauger außerdem mit ihrer fast obligatorischen Handgriffsteuerung, die zum Beispiel die Regulierung der Saugkraft im Stehen erlaubt – bei den meisten Bodenstaubsaugern muss man sich dafür zum Gerät herunter bücken. Schwer im Trend liegen zudem die sogenannten 2-in-1-Modelle, bei denen sich die Motoreinheit inklusive Düse abnehmen lässt, so dass praktischerweise ein Akku-Handsauger für höher gelegene Stellen oder für Fugen und Co zur Verfügung steht. Darüber hinaus besitzen viele Akku-Stielsauger eine Bodendüse mit integrierter, bei einigen Modellen aus-/zuschaltbarer Bürstwalze. Diese Elektrodüsen (die Bürstwalze wird über einen eigenen Motor angetrieben) beziehungsweise Turbodüse (der Luftstrom versetzt die Bürsten in Rotation) verbessern nachweislich die Aufnahme von Faser und Fusseln sowie von Haaren – für Hunde- und Katzenbesitzer sind sie daher fast Pflicht –, und zwar vorrangig auf Teppichböden, aber auch auf Hartböden.

Weitere Vorteile und Kriterien

Akku-Staubsauger von DysonZuletzt sollte auch nicht vergessen werden, dass speziell Akku-Stielstaubsauger mit leisen Betriebsgeräuschen punkten können. Nur ganz selten werden sie lauter als 70 Dezibel. Dasselbe trifft übrigens auch auf die dritte Gruppe unter den Akku-Staubsaugern zu, nämlich auf die Saugroboter, zu denen ein eigener Ratgeber vorliegt. Überaus wichtig ist ferner, dass die Bodendüse über ein flexibles Gelenk mit dem kurzen Saugrohr verbunden ist. Denn nur so ist ein komfortables Saugen unter Möbeln sowie das Manövrieren um Hindernis herum gewährleistet. Das Gros der Akku-Sauger benötigt schließlich außerdem auch keine Staubbeutel mehr, entsprechend fallen Folgekosten weg. Die Staubbehälter sind meist sehr klein, fassen also nicht mehr als ein Liter und müssen entsprechend häufig geleert werden. Dabei kann herumfliegender Staub kaum vermieden werden, weswegen sich diese Geräte für Hausstauballergiker weniger gut eignen.

Autor: Wolfgang