Unmodern, stromhungrig, verschwenderisch beim Wasserverbrauch – und zu allem Überfluss auch noch teurer als Frontlader. Kurz: wirklich nur bei akuter Platznot zu empfehlen. Toplader haben bei Waschmaschinen-Käufern in Deutschland noch immer einen schweren Stand.

Dabei haben Toplader längst zur Konkurrenz mit dem großen Bullauge aufgeschlossen. Auch in Tests erzielen die Geräte gute Ergebnisse. Wir von Testberichte.de brechen eine Lanze für die schlanken Platzwunder und räumen mit alten Vorurteilen auf.

Sind Toplader sogar die besseren Waschmaschinen?

Provokante These! Ganz so weit lehnen wir uns nicht aus dem Fenster. Doch Toplader haben zweifelsohne ihre Vorteile gegenüber Frontladern. Und ein paar davon werden Sie bestimmt überraschen. Die Top 3:

1. Platz da für die Raumwunder!

Die Frage ob Frontlader oder Toplader stellt sich nicht, wenn in Ihrer Küche oder Ihrem Badezimmer nur wenig Platz zur Verfügung steht. Frontlader machen sich mit ihren 60 cm ganz schön breit. Waschmaschinen-Hersteller wie beispielsweise Panasonic werben zudem bei ihren Frontladern mit besonders komfortablen Einfüllöffnungen, das heißt riesigen Bullaugen, die geöffnet weit in den Raum ragen.

Vorteil Toplader! Die von oben befüllbaren Waschmaschinen mit 45 cm sind rank und schlank und lassen sich in jede Nische quetschen.

2. Rückenschmerzen beim Einladen? Nein danke!

Ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland „hat Rücken“. Wenn Sie auch dazu gehören, wird Ihnen die Be- und Entladung Ihrer Wäsche von oben ganz sicher leichter fallen.

3. Einmal waschen und trocknen, aber schnell!

Überraschung: Obwohl die fünf getesteten Toplader im großen Vergleichstest der Stiftung Warentest von 2016 mit nur 1.200 Umdrehungen pro Minute arbeiten – im Gegensatz zu den hochtourigen Frontladern mit bis zu 1.600 Umdrehungen –, „kommt die geschleuderte Wäsche sogar weniger feucht aus den Topladern als aus den Frontladern“ (test, 11/2016). Der Vorteil, der sich daraus ergibt, liegt auf der Hand: Ihre Wäsche benötigt weniger Zeit auf der Wäscheleine bzw. im Trockner.

Weiteres Toplader-Bonbon: Wenn Sie regelmäßig im energiesparenden Labelprogramm waschen, das heißt bei 60 °C, dann ist der Waschgang den Testern zufolge auch noch „30 bis 45 Minuten eher fertig“ als bei den getesteten Frontladern.

Klingt ja alles ganz gut – aber haben Toplader nicht auch Nachteile?

Was beim Beladen von oben ein Vorteil ist, kann – je nach Betrachtungsweise – auch zum Nachteil werden. Denn: Säulenfähig sind Toplader natürlich nicht. Auf die beliebte, weil platzsparende Möglichkeit, Ihren sehr wahrscheinlich säulenfähigen Trockner auf die Waschmaschine zu stellen, müssen Sie also verzichten.

Den Kauf eines Topladers können Sie außerdem im Prinzip vergessen, wenn Sie beispielsweise in einem kinderreichen Haushalt leben. Die Trommeln der Toplader nehmen überwiegend nur 5, 6 oder 7 kg Wäsche auf. Singles sind mit 5 bzw. 6 kg Zuladung sehr gut bedient. Kleinere Familien oder WGs können zu den 7-kg-Waschmaschinen greifen.

Bei regelmäßig richtig großen Wäschebergen kommt allerdings eigentlich nur die Anschaffung eines geräumigen Frontladers in Frage. Natürlich könnten Sie die kleine (Toplader-)Maschine auch einfach mehrfach am Tag laufen lassen – das wird dann aber aufgrund des höheren Wasser- und Stromverbrauchs selbst bei Topladern mit A+++ vergleichsweise teuer.

Testsieger-Toplader WMT EcoStar 6Z BW von Bauknecht WMT EcoStar 6Z BW von Bauknecht: Der beste Toplader im Test ist nicht der teuerste! (Bildquelle: amazon.de)

Gebt mir einen Testsieger – nur der beste Toplader ist gut genug!

Ein aktueller, im Handel erhältlicher Toplader-Testsieger ist beispielsweise der gut getestete WMT EcoStar 6Z BW von Bauknecht. Er wäscht, spült und schleudert den Testern zufolge nicht nur gut, sondern bietet auch einen sehr guten Schutz vor Wasserschäden und hat eine top Haltbarkeitsprognose.
Weiterer Pluspunkt: Der Bauknecht konnte sich im Vergleich gegen einen ebenfalls guten, aber rund doppelt so teuren Miele-Toplader durchsetzen.

Nice-to-have oder Pflicht? Darauf sollten Sie bei der Auswahl achten

Generell empfehlen wir Ihnen, ein modernes, energieeffizientes Gerät zu wählen. Zusatzfunktionen wie Knitterschutz, der Ihren Bügelaufwand reduziert, ein Nachtprogramm für leiseres Waschen, und Startzeitvorwahl können sich darüber hinaus als ausgesprochen nützlich erweisen.

Um Sie vor bösen Überraschungen zu schützen, sind Toplader mit Vollwasserschutz ideal. Ein Sicherheitsmindeststandard ist jedoch AquaStop. Das Gute: Einen Schlauch mit AquaStop-Ventil können Sie zur Not jederzeit nachrüsten. Er ist im Baumarkt für ein paar Euro erhältlich.

Toplader mit dem geringsten Stromverbrauch pro kg Wäsche aus unserer Bestenliste

  1. AEG L8TE84565
    0,069 kWh/kg
    AEG L8TE84565
    • ohne Endnote

  2. AEG Serie 8000 L8TS84379
    0,078 kWh/kg
    AEG Serie 8000 L8TS84379
    • ohne Endnote

  3. AEG Serie 7000 L7TS84379
    0,09 kWh/kg
    AEG Serie 7000 L7TS84379
    • ohne Endnote


2-in-1: Gibt es auch Waschtrockner in Toplader-Form?

Waschtrockner in Toplader-Bauform: WDT 6335 von Blomberg Rarität am Waschtrockner-Markt: der Toplader WDT 6335 von Blomberg. (Bildquelle: amazon.de)

Zumindest einen Waschtrockner, der sich von oben befüllen lässt, gibt es. Die schlechte Nachricht: Waschtrockner – egal, ob Top- oder Frontlader – sind im Prinzip wirklich nur eine teure Notlösung. Wasser- und Stromverbrauch sind im Vergleich zu zwei separaten Geräten exorbitant hoch. Aufgrund seiner gierigen Verbräuche erreicht der Toplader-Waschtrockner von Blomberg beispielsweise nur die Energieeffizienzklasse B. Das Gros der Waschtrockner kommt heutzutage auf A. Hinweis: Die hier genannten Energie-Angaben A und B beziehen sich auf das bis Ende Februar 2021 geltende EU-Energielabel. Seit März 2021gilt bei Waschmaschinen und Waschtrocknern ein neues Label – hier werden sich die Waschtrockner ziemlich sicher weiter hinten in der Skala einsortieren.