Handy-Software: Windows Mobile 6.1 sollte mehr private Nutzer gewinnen

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Windows Mobile LogoLange Zeit war das Betriebssystem Windows vor allem bei Business-Smartphones verbreitet, Microsoft wollte dies mit Windows Mobile 6.1 ändern. Das neue Betriebssystem sollte sich verstärkt auch an Privatanwender richten und damit für Multimedia-Smartphones interessant werden. Die anwesende Fachpresse wurde damals von dem neuen System durchaus positiv überrascht, alle Schwachstellen konnte Microsoft aber nicht ausräumen.

Der folgende Text stammt aus einer Zeit, als Windows noch unter der bezeichnung Windows Mobile firmierte und vor allem Business-Nutzer ansprach. Mit der Version 6.1 ging man endlich in Richtung Privatkunden, was mit den folgenden Versionen Windows Phone und nun Windows 10 schrittweise intensiviert wurde. Die folgenden Informationen sind vor diesem Hintergrund zu verstehen.

Völlig neuer Startbildschirm

Gegenüber den Vorgängerversionen bietet Windows Mobile 6.1 einen komplett neuen Startbildschirm, bei dem der Zugriff auf zentrale Informationselemente wie Musik, Bilder und E-Mails schneller erfolgen soll als bisher. Sehr prominent werden Hinweise zu entgangenen Anrufen, aktuellen Terminen oder eingegangenen SMS präsentiert. Klickt man diese an, werden zum Beispiel auch gleich die vorangegangenen Kurznachrichtenwechsel angezeigt – damit bleibt der Nutzer immer im Bilde, worauf sich die aktuelle SMS bezieht. Außerdem erlaubt der neue Startbildschirm das Definieren und Anordnen der Startsymbole für beliebte Anwendungen.

Ein Kernpunkt des neuen Systems ist der auf dem Startbildschirm abgelegte Menüpunkt „Erste Schritte“. Hier findet der Anfänger alle wichtigen Links zu den Einstellungsmenüs wie Uhrzeit, Datum, dem Einrichten von E-Mail-Fächern, Hintergrundbildern, Klingeltönen oder Bluetooth-Funktionen. Dies soll eine rasche Grundfunktionalität sicherstellen, ohne dass der Anwender sich durch alle Menüs klicken und nach den entsprechenden Unterpunkten für die Einstellungen suchen muss.

Bequeme E-Mail-Einrichtung

Besonders die Einrichtung von E-Mail-Konten wurde dabei auch in sich vereinfacht. Der Nutzer muss nun nur noch E-Mail-Adresse, Benutzernamen und Passwort angeben. Die Einstellungen für POP3, SMTP und IMAP werden automatisch vom Server ermittelt, da diese bei jedem Provider ja ohnehin für alle E-Mail-Konten identisch sind. Welche Provider hier unterstützt werden, ist allerdings noch nicht bekannt – es werden kaum alle sein können. Für die gängigen dürfte die Einrichtung damit jedoch ein Kinderspiel werden. Kunden mit einem Windows-Live-Hotmail-Konto können sich zudem Mails auf ihr Handy automatisch weiterleiten lassen (Push-Mail).

Integrierter Internet Explorer 5

Der nunmehr integrierte Browser Internet Explorer 5 bietet eine Zoom-Funktion sowie ein Vorschaufenster. Es können nunmehr längere Textpassagen markiert und in andere Anwendungen wie zum Beispiel eine E-Mail eingefügt werden. Auch Youtube-Videos können vom IE 5 jetzt dargestellt werden, Flash bleibt jedoch dem IE 6 vorbehalten. Diese Browserversion soll Ende des Jahres herauskommen – ob sie dann auch gleich zusammen mit Windows Mobile 6.1 in neue Geräte eingebracht wird, ist noch unbekannt.

Schwachstellen: Media-Player und Benutzerprofile

Leider wurden nicht alle Schwachstellen von Windows Mobile behoben. So sind die Benutzerprofile nach wie vor nicht integraler Bestandteil des Betriebssystems. Der Nutzer kann also nur dann bestimmten Personen Klingeltöne und Vibrationsalarme zuordnen oder die Lautstärken mit Umgebungsprofilen koppeln, wenn es die Firmware des jeweiligen Smartphones gestattet – Windows Mobile 6.1 von sich aus bietet dies nicht. Ebenfalls kritisiert wird von Experten die eingeschränkte Auswahl an abspielbaren Formaten im Media-Player.

Doch das dürfte ja kaum ein Problem sein? Denn Windows Mobile ist doch gerade eines der Betriebssysteme für Smartphones, das besonders einfach Fremdanwendungen installieren lässt – und der Nutzer dabei die Qual der Wahl hat. Bislang stehen ihm rund 18.000 Anwendungen zur Wahl, da dürfte auch ein brauchbarer Media-Player bei sein. Alles in allem verspricht Windows Mobile 6.1 mehr Bedienkomfort und einfacheren Zugang auch für Neulinge. Ob sich das auszahlen wird, muss man sehen – noch gilt Windows Mobile als Domäne der Geschäftskunden.

Autor: Janko