Handy-Software: iPhone vs. BlackBerry: Was ist besser für Geschäftskunden?

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Ratgeber Business-Smartphones iPhone 3G und BlackBerry BoldMit dem rundum verbesserten iPhone 3G hat Apple auch den Anspruch angemeldet, das beste Smartphone für Geschäftsanwendungen auf dem Markt zu haben. Es klingt verlockend: Ein Geschäftshandy, das neben der geschäftlichen Nutzung auch noch Spaß und ein schickes Aussehen verspricht – wer könnte da widerstehen? Doch ist es wirklich so einfach? Schließlich hat auch RIM mit dem BlackBerry Bold (9000) ein deutlich verbessertes Smartphone für Business-Anwendungen im Angebot. Wer hat am Ende die Nase vorn und wo liegen die jeweiligen Stärken der Geräte?

Das iPhone 3G hat unbestreitbar die Art revolutioniert, wie Handys bedient werden. Mit dem berührungsempfindlichen Display über die gesamte Front des Gerätes hat es die Nase hinsichtlich der intuitiven Bedienbarkeit weit vorn. Wohl kaum ein anderes Mobiltelefon erlaubt eine so einfache Navigation per Fingerstreich durch Menüs und Browser wie das iPhone 3G. Auch bei allen grafischen Anwendungen wie zum Beispiel Bildbearbeitung ist es vom Handling und der Darstellung deutlich überlegen.

iPhone 3GVerglichen damit ist der Bildschirm des BlackBerry Bold geradezu winzig ausgefallen. Es genügt zwar für die Lesbarkeit aller Eingaben und auch die Übersichtlichkeit bleibt durch die Anordnung der Symbole gut gewahrt – das visuelle Erlebnis kann sich aber nicht mit dem iPhone messen. Auch erfolgt die Bedienung wie vom BlackBerry gewohnt über die Tastatur und das Multifunktionsrad. Doch gerade das mag für einige von Vorteil sein: Hier kann alles mit dem Daumen der Hand bedient werden, die auch das Gerät hält. Das iPhone dagegen kann bequem nur mit zwei Händen benutzt werden – die eine hält das Gerät, die andere huscht über das Display.

E-Mails und Push-Mail-Funktionalität

Das Anlegen von E-Mail-Konten beim iPhone 3G funktioniert reibungslos – ob über vorgefertigte Konten oder das manuelle Anlegen einer E-Mail-Konten. Man kann zwischen IMAP- und POP3-Konten wählen, bei freigeschalteter IMAP-Unterstützung funktioniert auch die Zusammenarbeit mit dem in Unternehmen weiter verbreiteten Microsoft-Exchange-Servern. Problemlos können mehrere Konten verwaltet werden.

Auch muss mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, das iPhone beherrsche keine Push-E-Mails. Dank der Unterstützung von Microsoft-Exchange-Servern können über diese sehr wohl Push-E-Mails empfangen werden, auch der neue Internetdienst Mobileme erlaubt dies. Allerdings kostet Push-E-Mail beim iPhone 3G viel Akkuleistung – weshalb Apple das Abholen nur in größeren Intervallen empfiehlt. Zudem berichten einige Testmagazine von massiven Kontaktproblemen zu den Mailservern. Auch gilt die Sicherheit bei der BlackBerry-Lösung als ausgereifter als via Microsoft Exchange. Microsoft bestreitet dies freilich.

Schreiben von Texten

BlackBerry BoldDas Schreiben von E-Mails wiederum ist beim iPhone äußerst komfortabel. Die E-Mail erscheint auf dem Bildschirm in der auch vom heimischen PC gewohnten HTML-Ansicht. Es werden übersichtlich Absender, Betreff und bis zu fünf Zeilen der Nachricht angezeigt. Per Multitouch können die Inhalte stufenlos vergrößert werden – so etwas bietet der BlackBerry Bold nicht. Hier wirkt alles nüchterner und durch das kleine Display beengter.

Doch während die Anzeige beim iPhone besser aussieht, muss es sich hinsichtlich der Texteingaben klar geschlagen geben. Die virtuelle Tastatur erlaubt zwar erstaunlich zielgenaue Eingaben, die Worterkennung ergänzt Wörter automatisch. Doch die im Hochformat eng beieinander liegenden Tasten führen trotzdem im Vergleich zur QWERTZ-Tastatur des BlackBerry Bold immer wieder zu Fehleingaben. Ein kurzer Wisch mit dem Finger über die betreffende Stelle erlaubt zwar das bequeme Löschen von Eingaben, dennoch kostet dies bei langen Texten Zeit und Nerven.

Bearbeitung von Office-Dokumenten

Auch hier muss das iPhone 3G leider Federn lassen. Zwar erlaubt es problemlos den Download von E-Mail-Anhängen und kann auch Office-Dokumente der Formate Word, Excel und PDF lesen – ein Bearbeiten derselben ist jedoch nicht möglich. Daher hat der BlackBerry Bold hier das Feld für sich allein: Wer Office-Dokumente auch am Mobiltelefon bearbeiten will, muss weiterhin zum BlackBerry greifen.

Synchronisation

Will man nun seine E-Mails und anderen Daten mit dem PC synchronisieren, bieten beide Smartphones entsprechende Lösungen an. Allerdings können beim BlackBerry bislang nur Großkunden von echter Datensynchronisation profitieren, denn die Enterprise-Lösung benötigt teure Hardware. Kleinere Unternehmen müssen daher auf die Alternative Internet Services zurückgreifen, bei der ein Telekomanbieter die Infrastruktur betreibt. Diese gleichen aber bislang nur E-Mails ab.

MobileMeDas iPhone bietet hier mit dem Synchronisationsdienst Mobileme schon mehr: Er erlaubt auch das Abgleichen der Adress- und Kalenderdaten und sogar von Bilddateien sowie Textdokumenten. Er unterstützt MACs genauso wie PCs und arbeitet auch mit Microsoft Office zusammen. Dies dürfte daher vor allem für kleine und mittlere Unternehmen von Interesse sein. Allerdings soll auch der kommende BlackBerry-Service „Unity“ diesen Abgleich von Kalender- und Adressdaten ermöglichen.

Fazit

Die beiden Smartphones liegen weitaus dichter beieinander als es zunächst scheint. Während das iPhone 3G erwartungsgemäß hinsichtlich seiner intuitiven Bedienbarkeit und übersichtlichen Darstellung klar vorne liegt, kann der BlackBerry Bold wenigstens mit der Möglichkeit zur einhändigen Bedienung punkten. In puncto Push-E-Mail und Daten-Synchronisation geben sich beide Seiten nicht viel: Bei der Daten-Synchronisation dürften sich beide Geräte durch die Einführung von „Unity“ einerseits und „Mobileme“ andererseits aneinander annähern, bei Push-E-Mail irritiert lediglich Apples Hinweis auf die Akkuprobleme des iPhone 3G.

Der BlackBerry Bold gewinnt den Vergleich am Ende dennoch: Ein Business-Smartphone muss die Fähigkeit besitzen, Office-Dokumente nicht nur betrachten sondern auch bearbeiten zu können. Auch die überlegene Texteingabe über die QWERTZ-Tastatur ist für Vieltexter wie Geschäftskunden einfach die bessere Wahl: Sie erlaubt die gewohnte Tastaturbedienung wie am PC. Allenfalls Geschäftskunden mit geringem Textaufkommen, die nur E-Mails lesen wollen, können genausogut zum iPhone 3G greifen.

Autor: Janko