Brot backen im Grill? Kein Problem mit einem Kamado. Ein Kamado ist viel mehr als nur ein Grill. Mit dem richtigen Zubehör kann man ihn zum Beispiel in einen Outdoor-Backofen umfunktionieren. (Bildquelle: monolith-grill.eu)

Bislang waren die sogenannten Kamadogrills eher nur echten Fleisch-Gourmets und Grill-Profis ein Begriff. Doch so langsam bahnen sie sich ihren Weg in immer mehr Gärten. Kein Wunder, denn die hochwertigen Keramik-Eier sind viel mehr als nur ein einfacher Grill. Wir verraten Ihnen, warum sich die Investition in einen Kamado lohnt.

Welche Vorteile bietet mir ein Keramikgrill?

Zugegebenermaßen sind die Grills aus Keramik recht teuer. Für ein hochwertiges Modell werden schon einmal schnell 700 bis 1.400 Euro fällig, je nach Größe und Ausstattung. Doch dafür bieten sie auch etliche Vorteile.
Die Wärme bleibt, wo sie hingehört

Allen voran stehen die extrem guten Wärmeeigenschaften der Keramik. Durch das offenporige Material wird die Hitze gespeichert und gleichmäßig wieder abgegeben. Der Dichtungsring im Deckel sorgt darüber hinaus dafür, dass die Hitze im Inneren bleibt. So ist es möglich, Temperaturen bis zu 400 Grad zu erreichen. Wenn Sie jetzt Sorge haben, sich die Finger an der Außenhülle zu verbrennen, können wir Sie beruhigen: Die Wärmeentwicklung nach außen hin ist relativ gering - zumindest bei hochwertigen Modellen.

Exakte Steuerung der Temperatur

Anders als bei vielen anderen Holzkohlegrills können Sie bei einem Kamado über den Lufteinlass und -auslass sehr präzise die gewünschte Temperatur einstellen. Der Hersteller Big Green Egg ermöglicht zum Beispiel durch ein Magnetsystem eine millimetergenaue Öffnung des Ventils und somit eine sehr feine Temperaturabstimmung.

Stundenlanges Garen ohne Temperaturverlust

Ein Kamado hält die eingestellte Temperatur bis zu 20 Stunden konstant auf einem Level – und zwar im gesamten Innenraum. Möglich macht das die einzigartige Ei-Form, die dafür sorgt, dass die Hitze homogen verteilt wird. Fans von Pulled Pork oder Geräuchertem kommen hier also voll auf ihre Kosten. Und das Beste: Der Holzkohleverbrauch ist dabei sehr gering, da die Kohle nur langsam abbrennt.

Darauf sollten Sie vor dem Kauf achten

Dank eines fahrbaren Gestells samt Tisch wird der Kamado Teil der Outdoor-Küche. Mit einem fahrbaren Gestell ist Ihr Grill nicht nur mobil, er wird auch gleichzeitig vor dem Umkippen bewahrt. Außerdem bieten viele Buggys praktische Ablageflächen. (Bildquelle: biggreenegg.eu)

Bevor Sie sich einen Keramikgrill anschaffen, sollten Sie auf jeden Fall einen festen Platz im Garten oder auf der Terrasse einplanen.
Durch sein hohes Gewicht ist er nämlich nur sehr eingeschränkt mobil. Es empfiehlt sich aber ohnehin nicht, den Keramik-Klotz ständig zu bewegen, da das Material nicht bruchsicher ist.

Möchten Sie ihn im Winter trotzdem an ein warmes Plätzchen im Schuppen stellen, empfehlen wir den Kauf eines Gestells (ein sogenannter Buggy). Dieses können Sie auch im Nachhinein noch beim Hersteller erwerben.

Befeuert wird ein Kamadogrill grundsätzlich mit Holzkohle. Von Briketts ist dringend abzuraten, da diese unschöne Ablagerungen an der Innenwand verursachen können. Auch auf chemische Anzünder sollten Sie verzichten, denn diese würden direkt in die Keramik einziehen und im schlimmsten Fall an das Grillgut wieder abgegeben werden.

Einfaches Drauflos-Grillen ist beim keramischen Grillen nicht möglich. Die Aufheizzeit ist - je nach gewünschter Temperatur - ein bisschen länger als bei anderen Grilltypen. Zudem sollten Sie sich schon vorher darüber im Klaren sein, in welcher Reihenfolge Sie die Speisen brutzeln möchten. Denn ist erst einmal eine hohe Temperatur erreicht, dauert das Herunterregeln sehr lange, da die Keramik die Wärme nur langsam wieder abgibt.

Achtung: Öffnen Sie den Deckel behutsam, da ein gewisser Unterdruck herrscht und sonst womöglich eine Stichflamme entstehen könnte.

Was taugen günstige Modelle?

Beim Discounter Action erhalten Sie einen Kamado-Grill für 99 Euro. Action bietet einen Kamado-Grill für 99 Euro an. Das Modell ist allerdings recht klein und bietet keinerlei Zubehör. (Bildquelle: action.com)

Mit der wachsenden Beliebtheit der Eier wächst auch das Angebot an günstigen Alternativen. Grundsätzlich spricht nichts gegen die Keramikgrills von Aldi und Co., insbesondere für erste Einblicke in diese Welt. Für eine längerfristige und intensive Nutzung sind sie allerdings weniger geeignet.
Zwar mag der tiefe Griff in die Tasche zunächst einmal schmerzen, doch durch den Kauf eines Keramikgrills von Marken wie Monolith oder Primo haben Sie einen treuen Begleiter für die nächsten Jahre. Nicht selten geben die großen Hersteller jahrzehntelange Garantien auf ihre hochwertigen Keramikteile.

Schwachstellen vieler preiswerter Produkte sind der Dichtungsring und die Dicke der Keramik (sollte mindestens 2-3 cm betragen). Beides ist essentiell, um die Wärme zuverlässig im Inneren zu halten. Oft sind sie auch nicht so robust verbaut.

Einer der riesigen Vorteile der Kamados ist die Vielseitigkeit. Mit dem richtigen Zubehör können Sie ihn als Pizzaofen, zum Räuchern, Schmoren, Kochen und Backen einsetzen. Auch hier haben die großen Marken mit ihrer teils riesigen Auswahl die Nase klar vorn.

von Claudia Armonies

„Mein persönlicher Tipp: Grillen Sie mit Gas. Es vermittelt genauso viel Grillfeeling wie Holzkohle, aber ohne den lästigen und gesundheitsschädlichen Rauch.“

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