Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor im Test: Wie bewerten die Fachmagazine?

Bei Tests von Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor steht bei Fachmagazinen die Bildqualität an erster Stelle. Aufgrund des großen Vollformatsensors sind diese Kameras sehr lichtstark und haben eine geringe Schärfentiefe. Diese Vorzüge schätzen besonders Nutzer, die häufig Nacht- oder Porträtaufnahmen machen. Kombiniert ein Hersteller diese Eigenschaften dann noch mit einer natürlichen Farbwiedergabe und einer hohen Auflösung bewerten die Testmagazine die Bildqualität meist mit „Sehr gut“.

Besonders bei professionellen Kameras ist die Geschwindigkeit von entscheidender Bedeutung. Dazu gehört nicht nur die Einschalt-, sondern auch die Verarbeitungszeit. Nimmt der Fotograf häufig Sportveranstaltungen auf, sollte der Autofokus präzise und schnell arbeiten. Um bei der Geschwindigkeit Bestnoten zu bekommen, sollte zusätzlich noch die Serienbildgeschwindigkeit bei etwa 10 Bildern pro Sekunde liegen.

Canon EOS 6D Mark II: schwenkbares Display und gute Akkulaufzeit. Die Canon EOS 6D Mark II verfügt neben einem klapp- und schwenkbaren Display auch über eine sehr gute Akkulaufzeit. (Bildquelle: amazon.de)

Ähnlich hohe Ansprüche müssen auch die Ausstattung und die Bedienung erfüllen. So sollte die Kamera an sich gut in der Hand liegen und die Bedienelemente müssen gut erreichbar sein. Für eine gute Bewertung ist neben einer intuitiven Bedienung und einem übersichtlichen Menü ein klapp- und schwenkbares Display meist unabdingbar. Darüber hinaus spielt die Akkuleistung bei der Ausstattung eine zentrale Rolle. Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor schneiden dabei zumeist sehr gut ab, da sie sehr ausdauernd sind. So hält etwa der Akku der Canon EOS 6D Mark II gemessen nach CIPA-Standard beispielsweise 1.200 Fotos durch.
Obwohl hauptsächlich zum Fotografieren konstruiert, spielt die Videoqualität eine immer größere Rolle. So zeichnet der Großteil der Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor Videos in Full-HD auf. Einige wenige beherrschen sogar 4K-Auflösung. Je höher dabei die Bildrate ist, desto besser bewerten die Fachmagazine die Videoqualität.

Eine hochwertige Verarbeitung ist besonders bei teuren Vollformatkameras wichtig. Testzeitschriften achten bei ihrer Bewertung besonders auf den Staub- und Spritzwasserschutz, da dieser dem Fotografen ermöglicht, auch bei widrigen Bedingungen zu arbeiten. Fachzeitschriften urteilen zumeist positiv über die Verarbeitung, wenn die Bedienelemente und Rädchen zusätzlich eine gute Gängigkeit aufweisen und die Kamera robust wirkt.

Videos in 4K-Auflösung und sehr gute Bildqualität besitzt die Nikon D850. Die Nikon D850 bietet neben einer herausragenden Bildqualität auch Videoaufnahmen in 4K-Auflösung sowie eine sehr hohe Auflösung von etwa 45 MP. (Bildquelle: amazon.de)

Was sind die Vorteile einer Kamera mit Vollformatsensor?

Besonders Profi-Fotografen ziehen eine Spiegelreflexkamera mit Vollformatsensor einer Kamera mit APS-C- oder MFT-Sensor vor. Das liegt vor allem an der besseren Bildqualität, die eine Vollformatkamera liefert. Aufgrund der hohen Lichtstärke lassen sich mit einer Vollformatkamera besonders beeindruckende Aufnahmen bei wenig Licht oder bei Nacht machen, ohne die ISO-Werte steil nach oben schrauben zu müssen. Darüber hinaus können Porträts oder Details aufgrund der geringen Schärfentiefe besser freigestellt werden als mit APS-C- oder MFT-Kameras. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Gesicht oder eine Blüte, beziehungsweise Teile davon, vor einem unscharfen Hintergrund knackscharf abgebildet werden können. Eben diesen Reiz macht die Fotografie mit einer Vollformatkamera aus.

Wie unterschieden sich Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor von spiegellosen Vollformatkameras?

Wie der Name schon sagt, besitzen die Spiegelreflexkameras einen Spiegel, die spiegellosen hingegen nicht. Damit können spiegellose Vollformatkameras deutlich kompakter konstruiert werden. Für viele Fotografen ist die kompaktere Bauweise von Spiegellosen der entscheidende Vorteil gegenüber Spiegelreflexkameras. Vergessen wird dabei nur allzu oft, dass die Größe und das Gewicht der Objektive gleichbleiben oder gar höher ausfallen. Das führt einerseits dazu, dass man mit einer spiegellosen Kamera nicht wirklich viel Gewicht spart. Andererseits wird die Kamera mit einer großen Linse schnell objektivlastig und lässt sich somit nicht mehr optimal bedienen.
An spiegellosen Vollformatkameras schätzen Nutzer besonders den elektronischen Sucher. Dieser zeigt im Vergleich zum optischen Sucher einer DSLRs ein bemerkenswert scharfes Bild. Aber eben dieser Sucher ist es auch, der den Akku einer spiegellosen Kamera gnadenlos leert. Denn während beispielsweise eine Nikon D850 mit einer Akkuladung enorme 1.800 Fotos nach CIPA-Standard schafft, kommt die Sony Alpha 7R III auf lediglich 530 Aufnahmen.