Schrumpfender Markt und starke Konkurrenz

Die Nachfrage nach klassischen digitalen Videokameras geht seit Jahren zurück. Digicams und nicht zuletzt Smartphones werden für Aufnahmen von Urlaubserinnerungen oder Familienfesten genutzt und machen Camcordern damit den Job streitig. Das spiegelt sich auch in der Testlandschaft wider. Selbst professionellere Modelle müssen sich in Testzeitschriften immer häufiger mit Spiegelreflex- und Systemkameras vergleichen lassen. Interessant könnten Camcorder dennoch für Sie sein, wenn Sie sich beispielsweise zu den ambitionierteren Filmern zählen. Vor allem ein schneller Autofokus während der Bewegtbild-Aufnahme und die fürs Filmen optimierte Ergonomie bringen im Vergleich Vorteile. Professionellere Modelle bieten Ihnen zudem eine ausgefeiltere, für das Filmen optimierte Bedienung. So können Sie Einstellungen ohne lange Umwege durch verschachtelte Menüs vornehmen.

Camcorder für Einsteiger – kaum noch interessant

Einsteiger-Camcorder Canon HF R806 in weiß Camcorder im Einstiegssegment wie der HF R806 von Canon bieten eine einfache Bedienung, aber wenig Bedienelemente. (Bildquelle: canon.de)

Camcorder für Anfänger bieten Ihnen im Vergleich mit digitalen Fotokameras nur noch wenige Vorteile. Diese liegen vor allem in der Bauform und darin, dass Sie Aufnahmen relativ ruhig mit einer Hand anfertigen können. In Sachen Bildqualität nehmen sich die beiden Geräteklassen im jeweiligen Preissegment hingegen nicht viel. Und einzelne Digitalkamera-Typen wie Bridgekameras bieten auch den für Camcorder typischen großen Zoom. Wenn Sie auf der Suche nach einer Kamera sind, mit der Sie sowohl Videos als auch Bilder in hinreichender Qualität aufnehmen können, greifen Sie besser zur Digitalkamera, denn diese hat in Sachen Fotos die Nase klar vorn.

Zoom ist nicht alles

Gerade im Einsteiger-Bereich übertreffen sich die einzelnen Hersteller gerne mit hohen Zoom-Faktoren: Ein 50-facher Zoom ist keine Seltenheit, gerne auch digital und „verlustfrei“ erweitert. Davon sollten Sie sich aber nicht blenden lassen, denn von solch hohen Zoom-Faktoren ist keine besonders hohe Bildqualität zu erwarten. Mit moderaten Brennweiten erzielen Sie häufig die besseren Ergebnisse. Außerdem wird es bei großen Zoomfaktoren sehr schwierig, das Bild noch ruhig zu halten. Helfen kann hierbei ein optischer Bildstabilisator, der in vielen Camcorder-Modellen integriert ist. Ob dies der Fall ist, erkennen Sie an Abkürzungen wie O.I.S (Optical Image Stabilization), OSS (Optical SteadyShot). Aber auch Bildstabilisatoren geraten irgendwann an ihre Grenzen - spätesten dann sollten Sie auf ein Stativ zur Stabilisierung zurückgreifen. Eine weitere Einschränkung bei sehr hohen Zoomfaktoren: Dunst in der Atmospähre kann das Bild trüben.

4K-Auflösung immer noch Luxus

Während bei den Digitalkameras und aktuellen Action-Cams hochauflösende 4K-Videoaufnahmen (3.840 x 2.160 Pixel, oder 4.096 x 2.160 Pixel) schon in der Mittelklasse zum Standard zählen, beschränken sich die meisten Camcorder immer noch auf Aufnahmen in Full-HD, also 1.920 x 1.080 Pixel. 4K-Modelle finden sich vor allem in den Preisklassen von 600 Euro und aufwärts. Dabei sind auch Fernseher, die diese Auflösung auch anzeigen können, keine Seltenheit mehr.

Die besten 4K-Camcorder


Wer braucht heutzutage noch einen Camcorder?

Profi-Camcorder AX1 von Sony Professionelle Camcorder - hier der AX1 von Sony - sind mit zahlreichen Eweiterungsmöglichkeiten und Bedienelementen ausgestattet. (Bildquelle: amazon.de)

Vor allem für Videografen mit semi-professionellen und professionellen Ansprüchen lohnt sich häufig noch der Griff zum Camcorder. Die Wahl des Kamera hängt hier allerdings stark vom konkreten Einsatzzweck ab. Wenn Sie beispielsweise professionelles Audioequipment nutzen möchten, sollten Sie auf ein Modell mit integrierten XLR- oder zumindest 3,5-mm-Klinken-Anschluss für ein externes Mikrofon zurückgreifen. Zwar sind heutzutage alle Camcorder mit einem integrierten Mikrofon ausgestattet, eine wirklich guten Ton liefern diese allerdings in der Regel nicht. Als ambitionierter Einsteiger in die Filmerei finden Sie in Modellen wie dem Panasonic V777 ausgereifte Arbeitsgeräte, wenn Ihnen eine Full-HD-Auflösung reicht. Wollen Sie hingegen in 4K aufnehmen, bietet der Sony AX53 eine entsprechende Alternative. Semiprofessionelle Anwender sollten hingegen zu Modellen greifen, die eine noch präzisere Bedienung erlauben, beispielsweise zum 4K-Modell AX700. Für jede dieser Zielgruppen bieten sich allerdings auch Systemkameras an, die sich mit ihren Wechselobjektiven und lichtstarken Sensoren als besonders flexibel erweisen. Einzelne Modelle wie die GH5 von Panasonic sind sogar eigens für den professionellen Videoeinsatz optimiert.

Gibt es Besonderheiten beim Akku zu beachten?

Im mittleren Preissegment sollte die Akkulaufzeit bei etwa 100 bin 120 Minuten liegen. Planen Sie längere Aufnahmen bei Ausflügen, sollten Sie die Anschaffung eines Zweitakkus einplanen. Häufig sind die Akkus außen an der Kamera angebracht. In diesem Fall ist es praktisch, wenn durch den Akku nicht der Zugang zur Speicherkarte verdeckt wird.