Digitale Unterwasserkameras: Alles dicht – bitte Licht

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Nikon Unterwassergehäuse Unterwassergehäuse (Bildquelle: Nikon)

War bis vor einigen Jahren die Unterwasserfotografie nur wenigen professionellen Fotografen mit der entsprechend teuren Ausrüstung vorbehalten, so hat sich das Bild mit der Weiterentwicklung der Digitalkameras komplett verändert. Zwar gibt es noch immer hochwertige und speziell für einen Kameratyp angefertigte Unterwassergehäuse, die extreme Tauchtiefen ermöglichen, jedoch haben sich auch ganz andere Kameras im nassen Milieu etablieren können. So werden inzwischen Kompaktkameras und Actioncams für relativ kleines Geld angeboten, die auch längere Tauchgänge in moderaten Tiefen überstehen können.

Kompaktkameras im Wasser

Die digitalen Kompaktkameras, die für den Einsatz in Nass konstruiert sind, bringen gleich mehrere große Vorteile mit. Einerseits besitzen sie ein hermetisch geschlossenes Gehäuse, das nicht gesondert montiert und gepflegt werden muss und andererseits bringen diese Modelle noch weitere Eigenschaften mit, die neben dem Schutz vor Wasser auch Kälte, Stoß und Staub beinhalten. Dabei sollte man jedoch bei den Produktbeschreibungen genauer hinsehen und die angegebene Tauchtiefe und Tauchzeit berücksichtigen. Hier unterscheiden sich robuste Outdoor-Kameras deutlich voneinander. Während die einen keine Probleme gegenüber Spritzwasser, kurzfristigem Eintauchen oder gelegentlichem Schnorcheln an der Wasseroberfläche zeigen, jedoch in einer längeren Abtauchphase über fünf Metern Tauchtiefe sofort zum Garantiefall werden, zeigen andere Kompaktkameras eine höhere Einsatzbereitschaft. Aber auch wenn Tauchtiefen von bis 15 oder mehr Metern einer Kompaktkamera attestiert werden, bringen die Kleinen einige Nachteile mit, die man nicht unterschätzen sollte. Als wesentliches Kriterium wird hier die Bedienbarkeit unter Wasser genannt, die sich oft als unpraktisch und hakelig gestaltet. Spezielle Unterwassergehäuse bieten stattdessen große Schalter und Knöpfe an. Dann kommt die Lichtempfindlichkeit der Objektive hinzu, die meist nicht ausreichend für Tauchtiefen ab fünf Metern ist. Da hilft auch keine Kompensation durch gesteigerte ISO-Werte, da damit nur das Bildrauschen verstärkt wird. Mit zunehmender Tauchtiefe nimmt auch bei schönstem Wetter der Lichtwert unter Wasser drastisch ab.

Diese wasserdichten Digitalkameras haben die höchste Auflösung:

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Panasonic Lumix FT7 Befriedigend(2,9)
2 Rollei Sportsline 100 Ausreichend(3,9)
3 Sealife DC2000

Mit der Systemkamera/DSLR tauchen

Wer hochwertige Fotos und Videos unter der Wasseroberfläche aufnehmen möchte, kommt um den Kauf eines speziellen Unterwassergehäuses, das auf den Kameratyp optimiert wurde nicht herum. Die Anschaffungskosten für das Gehäuse erreichen dabei schnell den gleichen Wert der Kamera. Dafür werden dem Taucher jedoch Tauchtiefen angeboten, die jenseits der 40-Meter-Marke liegen. Die einfache Bedienung der Digitalkamera steht dann im Vordergrund, die auch auf das zu befestigende Lichtequipment zutrifft. Damit die Zusatzleuchten die Kamera nicht aus der Balance bringen, müssen diese einfach zu tarieren sein, um das Führen der Kamera so leicht wie möglich zu gestalten. Erst dann kann eine DSLR oder kleinere Systemkamera unter Wasser zeigen, welche optische Qualitäten in ihr stecken und mit hervorragenden Ergebnissen überzeugen.

Eine absolute Ausnahme ist die Nikon 1 AW. Sie ist die einzige Wechselobjektiv-Kamera, die auch ohne Spezialgehäuse bedenkenlos mit ins Wasser genommen werden kann. Und das bis zu einer Tiefe von 15 Metern. Allerdings hält sich die Auswahl an wasserdichten Objektiven sehr in Grenzen. Und Schule hat Nikons Systemkamera-Vorstoß ins kühle Nass auch noch nicht gemacht.

Autor: Christian