Bridgekameras: Vor- und Nachteile von Bridgekameras

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Bridgekamera von Nikon Nikon Coolpix L820

Bridgekameras sehen mit ihrem griffigen Gehäuse auf den ersten Blick wie Spiegelreflexkameras aus, verfügen aber über ein fest integriertes Objektiv und einen kleineren Sensor. Sie zählen zu den Superzoom-Kameras und weisen mittlerweile eine bis zu 60fache Vergrößerung auf. Ihre Konstruktion bringt Vor- und Nachteile mit sich. Deshalb will eine Anschaffung wohl überlegt sein.

Bridgekamera Sony Sony DSC-H200

Viel Zoom: ein Vorteil?

Bridge-Kameras imponieren mit ihrer Zoomstärke. So kommen heutige Modelle auf 500, 800 oder 1.200 Millimeter Brennweite im Telebereich entsprechend Kleinbild. Damit eignen sie sich hervorragend, um wilde Tiere aus einiger Entfernung aufnehmen zu können, ohne dass diese sich beobachtet fühlen und hochgeschreckt werden. Allerdings steigt bei solchen zoomstarken Objektiven auch die Gefahr der Verzeichnung und anderer Abbildungsfehler. Während sich Festbrennweiten einfach korrigieren lassen und daher besonders für Profi-Fotografen attraktiv sind, wird eine Korrektur von Abbildungsfehlern schwieriger, je mehr Zoom das Objektiv hat. Ein durch Speziallinsen gut korrigiertes Zoom-Objektiv ist in der Herstellung teuer und schlägt sich unweigerlich auch im Preis der Bridge-Kamera nieder. Daher heißt es Vorsicht bei sogenannten Sonderangeboten. Eine andere Möglichkeit, die sich bei Verzeichnungen bietet, ist die softwareseitige Korrektur, die bei vielen Bridgekameras durchgeführt wird. Deshalb lohnt sich ein Blick in Testergebnisse.

Panasonic Bridge Panasonic Lumix DMC-FZ72EG-K

Kleiner Sensor: Preisvorteil zum Bildnachteil

In Bridgekameras werden kleine Sensoren verbaut. Diese findet man sonst nur in Kompakt- oder Videokameras. Je kleiner die Aufnahmefläche ist, umso weniger Bilddetails werden jedoch abgespeichert. Je größer das Bild dann ausgedruckt wird, umso auffälliger wird dies. Um aber auf einen A2-Druck zu kommen benötigt man eine hohe Auflösung. Die Sensorfläche wird also mit möglichst vielen Bildpunkten befüllt. An dieser Stelle kommt es aber häufig zu einem Paradoxon: Viele Hersteller drängen die Pixel zu dicht auf den Sensor, dass diese Bildrauschen verursachen. Um dem jetzt wieder entgegen zu wirken laufen diverse Programme, die aber teilweise recht aggressiv auf das Ergebnis einwirken. Am Ende kommen Bilder heraus, die die Szenerie mit noch weniger Bilddetails wiedergeben und häufig platt wirken. Außerdem verlangsamt sich durch ein derartiges Vorgehen die Reaktionszeit. So ist die Auslöseverzögerung von Bridgekameras erhöht und die Serienbildfunktion teils verlangsamt. Bridgekameras eignen sich daher nur bedingt für Schnappschüsse und Fotos in Serie. Ein weiterer Nachteil der komplexen Elektronik besteht darin, dass der Stromverbrauch von Bridgekameras größer ist als bei anderen Kameratypen. Man ist also gut beraten, wenn man bei zwölf Megapixel bleibt.

Bridge Rollei Rollei Powerflex 210 HD

Reise- und Bedienvorteil

Da zusätzliche Objektive nicht nötig sind, führt man weniger Gepäck auf Reisen mit. Zudem umgeht man das Problem der Sensor-Verschmutzung, die entsteht, wenn Staub in das Kameragehäuse aufgrund eines Objektivwechsels dringt. Die vielen automatischen Programme erleichtern vor allem Einsteigern ohne Hintergrundwissen die Benutzung und sorgen selbstständig für annehmbare Bildergebnisse. Wie Spiegelreflexkameras bieten auch Bridgekameras manuelle Einstellmöglichkeiten, die es ermöglichen, Blende und Belichtung selbst einzustellen. Die Fotos werden schon in der Kamera selbst bearbeitet und verbessert. Besser ausgestattete Modelle besitzen einen elektronischen Sucher, im Idealfall mit hoher Auflösung, der eine Bildkontrolle auch bei Sonneneinstrahlung ermöglicht. Oft ist das LCD schwenk- oder neigbar, wodurch kontrollierte Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven möglich sind. Manche Bridgekameras haben zudem einen Fotoschuh, auf dem Zubehör angebracht werden kann.

Autor: Marie M.